Kategorie-Archiv: Tech

Barends am Riser-Bar?

Es gibt Sachen, die gehen gar nicht. Sport-Socken in Sandalen, oder Nutella auf Brezeln zum Beispiel. Und doch gibt es immer wieder jemand, der sich durch ein “das macht man nicht” nicht gängeln lässt und seinen eigenen Weg geht.
Nachdem ich mich durch die leidige Laufradgrößen-Diskussion in akuter Kaufverweigerung übe, bekommt das Liteville regelmäßig Updates, diesmal in Form eines breiten Lenkers. Das Fahrverhalten auf unebenem Geläuf ist deutlich weniger nervös, und trotzdem wendig. Aber bei der ersten Probefahrt ist es schon klar: die relaxte Position an den Barends fehlt mir, nicht jede Tour besteht nur aus Single Trails. Aber Barends am Riser-Bar? Geht doch gar nicht?
Egal, form follows function. Bei der Lenkerbreite eine eher anstrengende Position, das wird schnell deutlich. Aber wo wir schon dabei sind, Konventionen zu brechen: wer sagt denn, dass die Hörnchen am Lenker Ende montiert werden müssen? Zwischen Griff und Bremshebel ist genug Platz, der Griffabstand angenehmer und die Griffmöglichkeiten noch variabler.
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Ich werde berichten, ob sich das bewährt. Und was geht und was nicht, ist meine Sache ;-)

Basteleien zum Betretungsrecht: Trail-Bell

In Baden-Württembergs Wäldern schwelt es seit Jahren zwischen Bikern und Wanderern, und zwar nicht trotz der 2m-Regel, sondern wegen. Die meisten Waldbesucher beider Fraktionen verhalten sich gut, einige wenige schaffen es aber in die Presse durch Aktionen wie riskante Überholmanöver auf der einen, und Nagelbrettern auf der anderen. Damit prägen sie das Bild in der Öffentlichkeit, das definitiv nicht dem friedlichen Miteinander entspricht, das eigentlich vorherrschend ist. Aufgrund der öffentlichen Diskussion der 2m-Regel fühlen sich die Wanderer im Recht und reagieren beim Anblick von Bikern entsprechend “gereizt”. Fehlt diese öffentliche Diskussion, macht es das für beide Seiten viel angenehmer, wie wir am Mittwoch in der Pfalz live erleben konnten. Nette Gespräche auf dem Trail, ein Wiedersehen bei der Einkehr, so geht es auch.

Zu Recht fordern allerdings Fußgänger, dass sich die Radfahrer frühzeitig bemerkbar machen und sich nicht unbemerkt “heranpirschen”. Klingeln oder ein nettes “Hallo”, was habe ich nicht schon alles ausprobiert. Selbst vor einer Quietsche-Ente am Lenker habe ich nicht zurückgeschreckt. Alles nur bedingt gut, es findet sich immer jemand der entweder ungehalten reagiert oder vor Schreck an den nächsten Baum springt, obwohl noch 10 Meter Abstand da sind und ich langsam heranrolle. Neueste Idee, gesehen in der Pfalz: Eine kleine Kuhglocke am Lenker. Bimmelt leise vor sich hin und macht so frühzeitig aufmerksam. Von einem Urlaub mit meinem Opa vor über 40 Jahren habe ich noch eine kleine Glocke gefunden, inkl. Edelweiß-Bändchen. Das ganze mit Klettverschluss an den Vorbau montiert und zum Ruhigstellen einen starken Magneten an das Band, der dann einfach innen in die Glocke gesteckt wird und den Klöppel selbst findet. Ach ja, für die Freunde der schnellen Fraktion: Leichtbau ist das keiner.

Trail-Bell

Trail-Bell

Ob es so tut wie gedacht, und ob ich (oder meine Mitfahrer) das permanente Bimmeln aushalten, ich werde berichten ;-)

 

Kalt und nass, …, und dunkel

Zugegeben, ich mag den Sommer lieber. Aber deswegen im Winter aufs Radfahren verzichten?  Mitnichten.
Richtige Klamotten und gutes Licht, und raus geht es.
Mit der Lupine habe ich genug Power für die Tour, am Stadtrad zusätzlich für den Notfall eine Mini LED zum Gesehen werden. Das Ding ist aber so hell,  dass es am Lenker montiert blendet und wandert deshalb auf das vordere Schutzblech.

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Sieht cool aus und bringt sogar ein kleines bisschen Licht auf den Boden.

GPS per Handy

6 Jahre hat mein Garmin auf dem Buckel, und jetzt macht es keinen Mucks mehr. Wohl oder übel muss was Neues her. Das Nachfolgemodell meines Oregon? Dann wären wieder die Karten von openmtbmap möglich. Wobei…
Auf meinem Sony Z2 Handy nutze ich immer wieder die App OruxMaps, unter anderem auch mit Karten von openmtbmap oder openandromaps. Letztere gefallen mir sogar noch besser, die Darstellung ist für mich einfacher und eingängiger. Aber kann ein Handy das Navi ersetzen? Nach ein bisschen Recherche die Entscheidung: ich probiere es aus.
Selbst kleine und billige Smartphones brauchen sich bezüglich Auflösung und Bildschirmgröße nicht hinter den reinen Navis zu verstecken. Lange Akku Laufzeit und Wasserdichtigkeit sind aber ein Problem, so suche ich unter den Outdoor-Smartphones. Und werde in China fündig: ein Doogee Titans2, 4,5″, 960×540 Pixel, 4000mAh Akku!!!, wasserdicht nach IP67, und mit 120€ “relativ” billig. Mal sehen, ob für das Geld was vernünftiges zu bekommen ist. Erste Eindrücke (im Vergleich zum Garmin Oregon und Z2 mit OruxMaps):

  • Der Schock beim Auspacken: Die Rückseite ist wirklich so hässlich, wie auf den Bildern im Internet. Ich steh nicht auf Schlangenleder. Dafür sieht es von vorne ordentlich aus, und per Finn-Halterung am Lenker befestigt sieht man die Rückseite nicht. Aber egal, zum Telefonieren brauche ich es nicht (betreibe es ohne SIM-Karte). Die Halterung funktioniert hervorragend, selbst auf der neuen Degerlocher Downhill-Strecke verdreht sich das Handy nicht. Nicht dass ich nebenher Zeit gehabt hätte, aufs Navi zu schauen…
  • Betriebssystem ohne Schnickschnack, allerdings sind ein paar der tieferen Menus so schlecht ins Deutsche übersetzt, dass ich es nicht verstehen kann.
  • Relativ wenig Hauptspeicher, also auf SD-Karte auslagern was geht (Karten, Bilder, …)
  • Touch lässt sich sogar mit normeln Handschuhen einigermaßen bedienen (geht beim Sony gar nicht)
  • Bei großen Regentropfen reagiert das Display allerdings auch, dann nutze ich die App Touch Blocker von Argotronic.
  • Auflösung und Displaygröße ist deutlich besser als beim Oregon, kommt der Übersicht zu Gute. Das Z2 hat im Vergleich zwar eine fast viermal so hohe Auflösung, ist aber völlig ausreichend.
  • Das Display spiegelt (danke, Apple), Trotz zum Stromsparen reduzierter Helligkeit (auf ca. 20%) ist es trotzdem besser abzulesen, als das sehr dunkle matte Display des Oregon.
  • Gps Genauigkeit ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch nicht so gut wie das Sony Handy.
  • Laufzeit: 12% Akku für 1:40h mit permanent laufenden Display und GPS-Tracking lässt hoffen.

 

Smartphone als Handy

Smartphone als Handy

Soweit bin ich nach dem ersten Einsatz sehr zufrieden, alles weitere dann in den Kommentaren…

Bikepacking Basteleien

Die Sattelstützentasche hat die ersten Probefahrten hinter sich, fehlt noch das vordere Pendant. Und nachdem das Wetter jetzt in der 30°C Liga spielt, wird es höchste Eisenbahn!

Die Idee: Eine flache Tasche mit Rollverschluss übers Oberrrohr hängen und mit Gurten fixieren. Damit soll der Lenker unbelastet und der Blick aufs Vorderrad frei bleiben. Und gleichzeitig wird die Gewichtsverlagerung der hinteren Tasche wieder nach vorne orientiert.

TopTube-Bag

TopTube-Bag

Eine ältere flache Ortlieb-Tasche, etwas LKW-Plane, ein paar Gurte und Schnallen, und die Tasche ist bereit für eine Probefahrt.

TopTube-Bag

TopTube-Bag

Der Sack sitzt sauber und wackelt auch in Rüttelpassagen nicht. Aber im Wiegetritt an Steilpassagen kollidieren die Knie, die Tasche ist zu breit. Ein bekanntes Problem des Rollverschlusses: Beim Schließen wird die Luft komprimiert und die Tasche bläst sich auf. Verstärkt wird der Effekt durch das Abknicken übers Oberrohr. Also klebe ich das Presta-Ventil aus einem alten Schlauch auf die Tasche und sorge für eine Entlüftungsmöglichkeit.

Probefahrt

Probefahrt

Neujahrs-Basteleien: Front-Fender

Nach Temperaturen im hohen zweistelligen Bereich noch im November hat uns nun der Winter erreicht: Schnee und Temperaturen unter Null zum Jahreswechsel.

Happy New Year everybody!

Und da mich meine Schmutz-Schutz-Minimallösung (RaceFace Mud Crutch) nach einem Waschgang im Stich lässt, nutze ich den 1. Januar zum Basteln: Aus einem Plastik-Platzdeckchen (2€ beim Bauhaus) wird ein Schutzblech im Stile des Marsh Guards geschnitten, angepasst auf das Magura Double Arch Design.

Front-Fender

Front-Fender

Ich werde berichten, wie es funktioniert…

Bikepacking 2015

2009. Schwäbische Alb. Meine erste Solo-Bike-Tour mit Übernachtung im Hotel Sternenhimmel verläuft, zugegeben, nur bedingt so wie geplant. Nächtliche Ruhestörung und nicht unerhebliche Folgekosten lassen Raum für Optimierungen bei einer Wiederholung. Denn die Idee lässt mich nicht los: Dort zu übernachten wohin es dich abends verschlägt, unabhängig sein, mitten in der Natur, reduziert auf das Wesentliche.

Und so überlege ich, was sich verbessern lässt.  Einerseits ist Reduktion das Stichwort. Kein Hänger, leichteres und vor allem kleineres Equipment, alles direkt am Rad und im Rucksack verstaut. Aber gleichzeitig die Frage, wie ich zugunsten einer ruhigen Nacht meine Schlafstatt von der Tierwelt trennen kann. Schlafsack und Isomatte haben seit 2009 schon um ein paar Kilo abgespeckt, für das Dach über dem Kopf warte ich noch auf ein günstiges Angebot.

Und für den Transport? Die Ansprüche sind so unterschiedlich wie die Lösungen, vieles gibt es zu kaufen, genauso viel ist aber auch an Eigenbaulösungen zu finden. Inspirationen gibt es z.B. auf www.bikepacking.net.  Die Quintessenz meiner Ansprüche: Wasserdicht und trotzdem leicht, eine ausgewogene Gewichtsverteilung und tiefer Schwerpunkt, freier Blick auf die Trails direkt vor dem Vorderrad,  und die Möglichkeit hinter den Sattel zu kommen sind meine Anforderungen. Das spricht für die Aufteilung in eine vordere und hintere Tasche. Und weil nichts auf dem Markt meine Anforderungen erfüllt, bleibt der Weg in den Bastelkeller, ein erster Prototyp der Sattelstützentasche entsteht.

Prototyp Sattelstützentasche

Prototyp Sattelstützentasche

Die Idee: Eine leichte Halterung, in der ein herkömmlicher Ortlieb-Sack verspannt wird und die ihn “in Form” hält. 3 schöne Alu-Schellen (Fundstück im Internet), ein Stück Abflussrohr aus dem Baumarkt, ein paar Nylonriemen Schnallen und Kleinteile, fertig ist die Halterung. Gut, die drei Stunden anzeichnen, sägen, dremeln, schrauben und nähen muss ich auch noch rechnen. Die Tasche ist von Overboard, hat seitlich einen zusätzlichen Ring (in den normalerweise ein Trageriemen eingeklipst wird). Der ist ideal, um die Tasche in die Halterung zu hängen, das macht es leichter die Nylonriemen zu spannen. Zwei um den Umfang gibt es (vermutlich würde einer reichen) und einen Y-förmigen zwischen Sattelgestell und Unterkante der Halterung. Letzterer hält den Boden des Packsacks vom Reifen fern, bei voller Einfederung bleibt nicht mehr arg viel Platz.

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Befestigung an der Schelle mit angeformten U-Scheiben und Haken für D-Ring der Tasche

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Das gleiche von der anderen Seite

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Tasche eingehängt, vor dem “Verzurren”

Erste Probefahrten sind erfolgreich absolviert. Ich komme problemlos hinter den Sattel, die Tasche wackelt nicht und fährt sich unauffällig. Wasserdicht ist sie auch, und Tasche und Halterung mit allem drum und dran wiegen deutlich unter 500g. Für 5l Inhalt nicht so schlecht. Um die Sattelstütze versenken zu können, kann die ganze Halterung noch etwas weiter nach oben rutschen und verkleinert werden (reduziert auch nochmal das Gewicht, 400g sollten drin sein). 5cm Versenkbarkeit sind nicht viel, aber helfen auf langen Abfahrten. Schwachpunkt der Konstruktion: Die ganze Last geht über die drei Schrauben zwischen Schelle und Halterung, die zudem noch auf Biegung beansprucht werden. Hochwertige Schrauben, massive U-Scheiben und die Abstützung der Halterung am Sattelgestell sind die Gegenmaßnahmen, damit sollten auch ausgedehnte Mehrtagestouren defektfrei bleiben. Soooooo viele Kilometer werde ich mit der Tasche nicht zurücklegen, ich will ja nicht aussteigen…

Upcycling

Nein, Berghochfahren ist nicht gemeint. Sondern die wertsteigernde Art des Recycling.
Dazu eine nette Art, sich als Radfahrer zu outen und gleichzeitig alte Schläuche loszuwerden:

Gürtel

Gürtel

Ablängen, Enden und Loch für Gürtelschnalle innen säubern, anschleifen und mit Flickenkleber zusammenkleben. Schnalle einfädeln und dito. Ach ja, und wer den Gürtel nicht nur zu dekorativen Zwecken braucht: Keine Leichtschläuche nehmen, die sind etwas seeeehr elastisch und geben wenig halt…

Hörnchen

“Hörnchen, was ist das?”.

“Na die Griffe, die man links und rechts an den
Lenker schraubt, um die Griffposition zu wecheln.”.

“Ach ja, habe ich schon mal gehört. Hamm’ wir nicht.”.

So der Live-Mitschnitt eines Verkaufsgespräches ca. 1991. Mittlerweile sind Bar Ends ziemlich out, für mich zählt immer noch der Vorteil der verschiedenen Griffpositionen auf langen Touren. Nur dass das Lenkerband nie lange hält und bald in Fetzen herabhängt, ist weniger positiv.

Neueste Idee bei der Generalüberholung des Liteville (http://blog.vielevisels.de/?p=1): Auf die Griffe wird dünnes Griffband (Tennisbedarf) draufgeklebt, darüber straff ein dünner Fahrradschlauch. Mal sehen, wie lange das hält, ich werde berichten…

Hörnchen

Hörnchen

Helmlampenhalter

Wenn sich die kalte Jahreszeit nähert, beschränkt sich das Biken auf das Wochenende. Oder man verlängert den Tag in die Nacht. Doch dafür ist vernünftiges Licht nötig. Der Markt an “Campingleuchten” ist mittlerweile groß, doch die Halterungen für den Helm sind nicht alle brauchbar. Die meisten haben zudem den Nachteil, dass sie hoch aufbauen und dadurch leichter wackeln.

Ich habe statt der käuflichen Halter einfach ein Stück alten Lenker (ein Stück Besenstiel tut es auch) abgelängt, auf beiden Seiten ausgeklinkt und mit einem Kabelbinder (möglichst breite, um den Helm nicht zu beschädigen) auf den Helm gezurrt. Dies tut natürlich nur, wenn ein Lüftungsschlitz mittig Luft aufs Hirn bläst. Darauf achten, dass die Lampe soweit vorne sitzt, dass der Helm keinen Schatten wirft. Sitzt perfekt und völlig vibrationsfrei.

Helmlampe

Helmlampe

Helmlampen-Halter

Helmlampen-Halter

Rohr

Rohr

Befestigung

Befestigung

Bilder: 2005