Kategorie-Archiv: Blog

Mit dem Fatbike durch die Wüste

Familienurlaub, diese Jahr ungewohnt groß und weit weg: Gut drei Wochen mit Geländewagen durch Namibia, vom Wild Campen im menschenleeren Kaokoveld bis hin zu komfortablen Lodges bei den touristischen Highlights ist alles dabei. Und genügend Kilometer abseits des Asphalt auch. Was fehlt: Mein Rad. Und Bewegung.

Als es dann in Swakopmund die Möglichkeit gibt, entweder per Quad mit Motor-Power in die Dünen zu gehen, oder per Muskelkraft und Fatbike, ist die Entscheidung schnell klar.

Fatbike in den Dünen

Fatbike in den Dünen

Alina kommt mit, und so sind wir in kleiner Gruppe zwei Stunden unterwegs, erfahren viel über die Wüste und haben dabei noch jede Menge Spaß.

Erstaunlich, wie sich das auf Asphalt träge und kippelige Fahrverhalten im Sand bessert und wie wenig die dicken Schlappen einsinken. Irre Steigungen braucht man zwar nicht angehen, aber es reicht um über die Dünenkämme bis ganz nach oben zu kommen. Und runter macht es dann in der Direttissima richtig Spaß, und die Dinger können sogar fliegen!

Aber es geht noch fetter: Am letzten Tag unseres Urlaubs sind wir am Lake Oanob, erholen uns von den vielen Kilometern auf vier Rädern, und da fällt mein Blick auf die Flyer: AquaCycle. In der Annahme, dass ich dabei nicht nass werde, wird schnell ein Wettrennen organisiert. Und das führt zu ganz ordentlich Muskelkater, die 50+++” Reifen laufen nicht so richtig leicht ;-)

AquaCycle

AquaCycle

 

Nachwuchs

Unser Fuhrpark hat Nachwuchs: Ein E-Bike. Für die Wege in die Stadt (in Business-Klamotten) und vor allem zurück (7km aufwärts, die letzten mit 15% Steigung).
Die Anforderung “ich will mit knielangem engen Rock fahren” (nein, stammt nicht von mir), war sichtlich ungewohnt für den Berater, aber mit dem Tiefeinsteiger passt es ;-)

Unser E-Bike

Unser E-Bike

Schlauch-Recycling

Die nächste Bike-Tour steht vor der Tür, mit Eisjoch und Schneebergscharte habe ich ja noch eine Rechnung offen. Und beim Packen für den Familienurlaub die Frage: Wie kriege ich Glasflaschen klapperfrei in der Campingküche verstaut? Die Lösung für viele Probleme: alte Schläuche. Also nicht “Alter Wein in neuen Schläuchen”, sondern “neues Öl in alten Schläuchen”.

Upcycling

Upcycling

Cyclehack 2016

Angesichts Feinstaubalarm und Klimaerwärmung wird das Radfahren verkehrspolitisch immer mehr beachtet und gefördert. Das Radfahren attraktiver zu machen und mehr Leute aufs Rad zu bekommen ist auch das Ziel von CycleHack. Zum dritten Mal findet die Veranstaltung an verschiedenen Orten weltweit statt, bei der Ideen generiert werden, Barrieren gegen das Radfahren abzubauen und das Radfahren angenehmer zu machen. Ob es um das Miteinander im Verkehr geht, um technische Lösungen oder um die Infrastruktur, ganz egal. Unter dem Motto “Doing, not talking” werden Ideen generiert, mit einfachen Prototypen oder Demonstratoren in die Tat umgesetzt, und ausprobiert.

So bin ich nach frühem Feierabend per Bahn  nach Nürnberg gestartet, um “mitzuhacken”. Tolle Ideen sind dabei entstanden, manche genial einfach und umsetzbar (z.B. ein Windschutz für das Mikro des Headsets zum Telefonieren ohne störende Windgeräusche), manche (absehbar) eher theoretisch (ein legaler “Abschlepp-Service” zum Bezwingen der Nürnberger/Stuttgarter Berge) ;-)

Warten auf den Abschleppservice

Warten auf den Abschleppservice

Abschleppen in Aktion

Abschleppen in Aktion

Kontakt zu anderen Städten weltweit über Video-Chat, laufend Twitter-Nachrichten auf der Leinwand, und das gemeinsame Hirnen haben viel Spaß gemacht.

Das gilt auch für meine Unterkunft, die ich privat per Warmshowers “gebucht” habe, einem Netzwerk für private Schlaf- (und Dusch-)Gelegenheiten speziell für Radfahrer auf Reisen. Eine schöne Möglichkeit, mit Locals in Kontakt zu kommen und über das gemeinsame Hobby (und Gott und die Welt) zu quatschen.

 

#CycleHack

30 Jahre Mountain Biken

1818, Karl Drais patentiert sein Laufrad.

1867, Erfindung des Velozipeds.

1976, ein paar verrückte Amis stürzen sich mit umgebauten Clunker-Rädern den Mount Tamalpais hinunter.

1979, Gary Fisher und Charles Kelly gründen die Firma “Mountainbikes.

1985, erste Mountainbikes tauchen in der alten Welt auf.

1986,  mein erstes “richtiges” Mountain Bike steht im Keller.

30lorbeer

2016, 30 Jahre später.

Was mit kurzen Touren ins Gelände begann, hat über die Jahre ganz unterschiedliche Formen angenommen und beschränkt sich nicht nur auf das Mountainbiken selbst. Die Bewegung an der frischen Luft in der Natur, neue Orte kennenlernen, die sportliche und fahrtechnische Herausforderung und auch Spaß an der Technik ergeben einen Mix, der mich als ehemals überzeugten Sportmuffel immer noch fasziniert, auch 30 Jahre später noch.

Viele Kilometer sind zusammengekommen, manche alleine, manche mit Freunden und der Familie. Seit 1993 (da habe ich angefangen, Buch zu führen) sind es über 100.000km, zweieinhalb mal um die Erde.

Aber was viel wichtiger ist: Es sind auch viele Erinnerungen an tolle Erlebnisse geblieben, an die ich gerne zurückdenke und die ich hier für mich als Tagebuch festgehalten habe.

Und es geht weiter, in die nächsten 30 Jahre ;-)

Neulich in der Werkstatt

Eigentlich wollte ich nur schnell einen neuen Bowdenzug einbauen, weil Schalthebel und Schaltwerk nicht mehr so richtig miteinander kommunizieren. Und schauen, wieso sich ablaufende Kette und Kettenblatt beim Schalten so schlecht voneinander lösen können. Aber das Ersatzteillager ist leer, keine Chance.

Nachdem ich dann schon mal im Keller stehe, kann ich auch meinen Montageständer optimieren, der mich schon länger ärgert. Das Dreibein kippt leider immer wieder seitlich um und so wird der Spieß jetzt einfach umgedreht: das Dreibein wird demontiert und die Halteklaue klappbar an die Decke geschraubt.

Und flach an die Decke geschwenkt.

Montageständerumbau, flach an die Decke geschwenkt.

180° gedreht: Montageständer

Und in Montageposition.

Und jetzt warte ich auf die Ersatzteile, und dann kommt der praktische Test…

Waschraum Tips

Mit dem Rad zur Arbeit, kurz duschen und umziehen, dann bin ich fit und wach für den Tag.
Und die nassen Klamotten trocknen derweil in der Umkleide. Eine gute Abluft-Anlage (danke an meinen Arbeitgeber) hält die Geruchsbelästigung in Grenzen und sorgt für Luftzirkulation. Trocken werden die Klamotten aber nur, wenn sie nicht im Spind vor sich hin gammeln  und die Luft auch zirkulieren kann. Und da hat so jeder seine Ideen…

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Immer nützlich: Drahtbügel aus dem Waschsalon, in nützliche Formen gebogen. Hier als Aufhänger und Abstandshalter für weitere Bügel.

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Auch hier ein Drahtbügel, die Rundung hält das Handtuch auf Abstand zur Spindtür.

Bei ausreichender Raumhöhe (und Körpergröße): Ein Stück Reep-Schnur staffelt die Klamotten in der Höhe.

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Für die Spindrückseite, bei Nichtgebrauch zusammenklappen und flach in den Spind hängen.

Sorry für die Bildqualität, ich hoffe die Idee kommt rüber ;-)

MOTIVate 8 – Fallen ist weder gefährlich, noch eine Schande. …

… Liegenbleiben ist beides.

6Rückschläge_Fallen keine Schande1991 in Südfrankreich: Nach fast zwei Wochen mit Zelt und vollem Gepäck durch die Alpes Maritimes hänge ich mit Joachim noch ein paar Tage Off-Road dran.  Vom Campingplatz in Apt unternehmen wir Tagestouren zum Mont Ventoux, nach Roussillon und ins Luberon. Die felsigen Wanderwege stellen unsere Fahrtechnik auf eine harte Probe. Nicht immer klappt es auf Anhieb, und gelegentlich müssen wir die Knochen etwas zurechtrütteln und den Staub abschütteln. Und es gleich nochmal probieren bevor sich im Kopf der Gedanke “das geht nicht” festsetzt.

Nicht jeder Versuch klappt auf das erste Mal. Doch Scheitern gehört dazu zum Leben, wer nichts probiert kann auch nicht gewinnen. Kurz warten, reflektieren woran es gelegen haben könnte, und einen zweiten Versuch starten. So lange, bis es klappt.

 

MOTIVATE 7 – Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. …

Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.

07_6Rückschläge_Problem lösen

Unterwegs auf dem Jura-Höhenweg, kurz vor Ende der zweiten Tagesetappe, kurze Pause. Während ich Kräfte sammle,  verpulvert Roli seine überschüssigen Energien und springt auf dem Hinterrad von Stein zu Stein. Bei einem Sprung trennt sich Roli unfreiwillig von seinem Rad und die Schwerkraft siegt. Ein Sieg auf ganzer Linie, denn dabei bricht das Schaltauge ab. So kommen wir zu einer frühzeitigen Übernachtung auf dem Oberen Grenchenberg, der in Blickweite liegt. Und dann ist guter Rat teuer. Wie kommen wir vom Berg, und wie können wir unsere Tour fortsetzen?

In jeder Bike-Zeitschrift gibt es Survival-Tips für Notfälle wie diesen: Kette kürzen und mit einem Gang weiterfahren. Beim Fully leider nicht zielführend, bei jeder kleinen Bodenwelle springt die Kette ab. Erst als Roli mit dem Leatherman eine Kettenführung schnitzt, tut das zuverlässig. Am nächsten Morgen setzen wir so unsere Tour fort, statt der befürchteten Abfahrt auf Asphalt können wir weiter auf der geplanten Route bleiben, Singlespeed fahren verhindert auch nicht , dass Roli uns abhängt. Nach 20km Trails landen wir in Biel, bekommen tatsächlich einen Ersatz für das Schaltauge und während wir gemütlich einen Kaffee trinken, schraubt Roli und ist bald wieder einsatzbereit für die nächsten Tage.

Probleme tauchen immer wieder auf. Kurz innehalten für ein lautes “Shit” ist in Ordnung, aber dann muss es drum gehen eine Lösung zu finden. Das Beste aus der Situation machen, und nicht darüber hadern, was hätte sein können, sondern genießen, was war. Das ist das Einzige, was hinterher zählt.

Kaltental radelt schon 3 Jahre

Kaltental radelt

Seit drei Jahren sind wir in den Sommermonaten gemeinsam unterwegs, wir Kaltentaler. Meist auf Feierabend-Radtouren, aber auch ein paar längere Ausfahrten sind dabei.

So ist mit ein paar weiteren Tourenvorschlägen mittlerweile eine ganz ordentliche Sammlung an Beschreibungen entstanden, die ich in Outdooractive veröffentlicht habe. Karten, Details zu Route und Sehenswürdigkeiten, Länge und Anspruch, GPX-Tracks zum Download und einiges mehr sind bei Outdooractive kostenlos verfügbar. Auch unterwegs per Smartphone-App.  Einfach in die Suche “Kaltental radelt” eingeben, Tour aussuchen, und schon kann es losgehen.

Und für die schnelle Übersicht habe ich ein Inhaltsverzeichnis zum Ausdrucken zusammengestellt.

Und während das Wetter kalt und nass und die Tage kurz sind: die nächsten Touren für 2016 sind auch schon geplant!

MOTIVate 6 – in 20 Jahren wirst du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast.

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Schon wieder hänge ich vor dem Rechner, die nächste mehrtägige Tour zu planen. Verliere mich in Hunderten von Webseiten, recherchiere in Zeitschriften und Büchern und übersehe dabei,  dass draußen die Sonne scheint und mir vielleicht auf der Suche nach DER Route gerade eine tolle Tour entgeht.
Oder ich zermartere mir das Hirn zu einer neuen Idee, und im Planen und Abwägen der Für und Wider komme ich mir vor wie der Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungert. Kann mich nicht entscheiden, und irgendwann trifft jemand anders die Entscheidung für mich. Und wenn es nur die Zeit ist, die abgelaufen ist.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine ToDo-Liste hinten immer länger wird und vorne nicht kürzer, solltest du weniger Zeit darauf verwenden, was du noch alles tun könntest, sondern einfach was tun!

MOTIVate 5 – die Tretkurbel des Fahrrades ist wie der Nachspannhebel für eine analoge Kamera…

…man muss treten damit sich der Film weiter dreht.

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Der Berg will nicht enden, die Wolken ziehen immer weiter zu, bis schließlich der Wind dir den Regen horizontal ins Gesicht bläst. Spaß sieht anders aus.

Doch eines ist auch sicher: der Berg ist irgendwo zu Ende,  und auf Regen folgt Sonnenschein. Und mit jeder Kurbelumdrehung kommst du dem Gipfel näher und mit jeder Minute der Sonne (oder vielleicht auch einem gut geheizten Restaurant).

Passiv in der Situation zu verharren, wird nichts ändern. Wenn du dich nicht wohl fühlst,  musst du selbst aktiv werden. Die Chance,  dass jemand anders das für dich tut, ist gering.

  • Im Job läuft eine Besprechung nicht: einschreiten und in deinem Sinne steuern. 
  • Nach einem harten Tag hängst du abends in den Seilen und hast keine Lust mehr auf gar nichts: raff dich auf, krieg den Arsch hoch und mach was.

Die Befriedigung,  nicht einfach nur abgewartet zu haben, ist alleine schon die Anstrengung wert. 

Betriebsfestigkeit zum zweiten

Gehen Räder eigentlich vom Stehen kaputt?

Zugegeben, das Laufrad an meinem Stadtrad hat schon einiges hinter sich. Über lange Jahre im Hot Chili gefahren, und dann in Rente geschickt, bekommt es nun doch mehr Kilometer als gedacht. Wie sagt meine Schwiegermutter immer: “Die Alten muss man zuerst verschleissen.” ;-)

Beim Versuch, das Rad etwas nach zu zentrieren, lösen sich die korrodierten Alunippel auf, die Lager laufen nicht mehr und Spiel hat die Nabe auch. Nicht zu Reden von den “ist da was kaputt”-Kommentaren meiner Mitfahrer, wenn der Hügi-Freilauf lautstark knattert. Zum Fetten müsste ich sie zerlegen können, doch der Freilauf ist mittlerweile so fest auf der Nabe “festgebacken”, dass das mit meinen Mitteln nicht mehr zu schaffen ist.

Also aufs Altenteil für das Laufrad. Da auch die alte 8-fach-Schaltung mit Sachs Drehgriffen und New Success Schaltwerk eine Hysterese von über einem Gang aufweist, wird auch da in eine neues Schaltwerk, Kette und Ritzel investiert. X0-Schalthebel habe ich noch. Nach etwas Suche (26″ und Felgenbremse ist ja so was von Old-School) wird ein neuer LRS bestellt, XT-Nabe und Mavic-Felgen sollten eine Weile halten ;-)= Und vernünftige Felgenbänder gibt es auch noch, Plattfüße (mit anschließendem Fußmarsch) hatte ich die letzten Wochen genug.

Beim Montieren die Überraschung: Beim Beherzten Griff in die Speichen macht es leise PLING und eine Speiche lommelt lose im Geflecht herum. Die Suche nach einem rausgerissenen Nippel bleibt erfolglos, aber am anderen Ende die Überraschung: An zwei Speichenlöchern hat es den Nabenflansch zerrissen, der Rest hängt noch an einem letzten Faden.  Glück gehabt.

Ausgedient: Defekter Nabenflansch

So entfernt sich mein Recycle III so nach und nach von der eigentlich Idee der Alt-Teile-Verwertung. Aber wer hätte gedacht, dass es auch als Tourenrad und häufiger Untersatz auf dem Weg zur Arbeit so viele Kilometer macht. Mittlerweile fast mehr als Liteville und Müsing zusammen…

Betriebsfestigkeit

25.000km, seit 2006 bei jedem Wetter im Einsatz, Pflege Fehlanzeige. Nachdem sich die Speichen- und Nippelbrüche häufen,die Nabe so seidig läuft wie mit Sand geschmiert und sich auch optisch auflöst, ist es doch mal Zeit für ein neues Hinterrad. XT-Nabe mit 29mm breiter ZTR Flow EX Felge, DT-Tubeless-Kit und OKO-Dichtmilch sollte eine Weile halten.
Und das alte Hinterrad zeigt nach der Inspektion weitere Schäden: Die DT-Felge reißt im Felgenbett um einige Speichenlöcher herum ein, Lebensdauer erreicht.

Betriebsfestigkeit

Betriebsfestigkeit

Trotzdem wird das Rad nochmal instandgesetzt und als Spike-Hinterrad hoffentlich noch ein paar Winter aushalten.
Ich hoffe nur, dass der finale Kollaps nicht gerade bei -10° und 30km von zu Hause entfernt auftritt ;-)=

MOTIVate 4 – Widrigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.

Widrigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.

Widrigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.

Wir wären nicht die ersten, die am Similaun scheitern. Doch im Gegensatz zum Ötzi erwischt uns der Schneefall bei der Pause auf der Martin-Busch-Hütte unterhalb des Gletschers. Glück gehabt. Und so entschließen wir uns zu einer verfrühten Übernachtung und gehen den Aufstieg auf den Gletscher erst am nächsten Tag an, bei strahlend blauem Himmel. Doch je weiter wir nach oben kommen, desto mehr Wolken ziehen auf, es wird trüb und grau, kalt und ungemütlich. Den Komfort der Similaun-Hütte nutzen wir gerne, die durchgefrorenen Knochen etwas aufzuwärmen. Und in der Hoffnung, dass es wieder aufreißt.

Doch alles Warten hilft nicht, es bleibt trüb. Und so machen wir uns wieder auf den Weg. Packen uns gut ein, schultern die Räder und abwärts geht es. Fahren ist nicht drin, und so reihen wir uns zwischen den Wanderern ein, die uns irgendwo zwischen ungehalten, verwundert und mitleidig mustern. Aber wir haben es ja so gewollt, und wir hoffen auf fahrbare Trails und besseres Wetter.

Und beides wird nicht enttäuscht. Nach einer Viertelstunde Tragen wird der Weg flacher, bald sitzen wir auf den Rädern und lassen die Wanderer hinter uns. Und mit jedem Meter verlieren sich die Wolken, bis bald wieder die Sonne scheint. Und beim Blick zurück ist das nasskalte Wetter und die Schlepperei auf den Berg und wieder hinunter vergessen. Was bleibt, ist das Erlebte.

Was bringt es, sich über Sachen zu ärgern, die man nicht ändern kann? Drüber zu diskutieren, zu lamentieren? Nichts. Also bring es schnell hinter dich und richte den Blick nach vorne. Es wird mit Sicherheit besser!

MOTIVate 3 – Das Ausserordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege

 

Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege

Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege

Eine Woche über die Schwäbische Alb. Tagsüber unterwegs auf den schönsten Trails, nachts schlafen im Wald. ISO-Matte und Schlafsack im Hänger, dazu Verpflegung für das Abendessen und ein knappes Frühstück. Allein und unabhängig. Interessiert hat mich schon lange, wieviel Stunden man auf einer solchen Tour täglich fahren kann, wenn man solo unterwegs ist und nur auf seinen eigenen Rhythmus achten muss.

Doch das Wetter spielt nicht mit, treibt mich ins Hotel. Und der Siebenschläfer in der Hütte zwei Nächte später in den Wahnsinn. Nach durchwachter Nacht einigen wir uns auf unentschieden, und er hat ab 4:00 morgens die Hütte wieder für sich.  Und ich um die Uhrzeit die Trails für mich allein.

Dafür sind die Trails klasse, fahrend macht der Hänger auch eine richtig gute Figur. Selbst in engsten Kehren. Doch immer wieder muss ich das Gespann Treppen hinauftragen, bei deutlich über 3 Meter Länge kein Spaß. Und Grund für ein verbogenes Schaltauge, das mich die ganze Woche belastet. Und zu Hause angekommen meinen Geldbeutel.

Trotz des Regens, den Augenringen am “Tag nach dem Siebenschläfer”, der Plackerei an den Treppen, und der finanziellen Belastung eine spannende Erfahrung, an die ich mich gerne erinnere.

 

Wenn alles glatt und einfach läuft, ohne besondere Vorkommnisse, ohne Probleme auf dem Weg, kommt vielleicht ein ganz nettes Ergebnis heraus. Aber das Gefühl, etwas besonderes und einmaliges geleistet zu haben, wird sich dabei nicht einstellen.

MOTIVate 2 – Ein Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze

 

Ein Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze

Ein Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze

Unterwegs auf dem Alpencross. Knapp über 0°Celsius, ganz knapp. Regen, den der Wind horizontal durchs Tal peitscht. Natürlich von vorn. Wir sind nass bis auf die Haut. Durchgefroren.

Der Schotter ist bodenlos. Der Weg schon lange zu steil zum Fahren. Zwei Schritte vor, einen rutschen wir  zurück. Mühsam gewinnen wir Höhe.

Die Passhöhe ist im Nebel nicht zu sehen, auch der Weg zurück verliert sich im Nichts. Keine Orientierung, keine Ahnung wo wir gerade stehen. War der Weg der richtige, oder wäre der andere nicht doch besser gewesen? Zum Umdrehen ist es zu spät, die Hoffnung auf die Passhöhe und die warme Dusche am Tagesziel halten uns am Laufen.

Irgendwann haben wir die Passhöhe erreicht. Ein Trail voraus. Die Konzentration auf dem schmalen Weg lenkt ab von der Kälte, von den tauben Fingern. Doch bald sitzen wir im Trockenen, versuchen uns aufzuwärmen. Als der Schüttelfrost nachlässt, können wir sogar die heiße Tasse Kakao halten. Und Pläne schmieden, umplanen. Der Sonne hinterher.

Einen Tag später im Tal, strahlend blauer Himmel. Die Entscheidung war richtig. Endlich läuft es, viele tolle Trails warten noch auf uns und die Tour bleibt uns lange in Erinnerung. Nicht trotz der Tortur, sondern auch wegen.

 

Ist das, was dich im Beruf stresst, strapaziert, nicht in Wirklichkeit auch ein Abenteuer, und rückblickend spannend ohne Ende?

 

 

MOTIVate 1 – Der frühe Vogel fängt den Wurm

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Urlaub, eigentlich könnten wir lange schlafen. Doch noch vor sechs Uhr klingelt der Wecker. Ohne Frühstück sitzt die ganze Familie auf dem Rad. Es ist noch halb dunkel, kalt und neblig. Die Feuchtigkeit kriecht durch die Klamotten. Steil geht es bergan. Wieso sind wir eigentlich so früh aufgestanden?

Auf der Höhe angekommen, taucht die Sonne hinter dem Horizont auf. Noch wenige Kilometer, und wir stehen auf der Bastei-Brücke, mitten in der Sächsischen Schweiz. Mutterseelenallein. Wir genießen die Stille, den Ausblick. Wie der Nebel zwischen den Felsen wabert, die Sonne langsam höher steigt. Unwirklich schön.

Wir reißen uns erst los, als die Sonne den Nebel aufgelöst hat, das Morgenlicht dem Tag weicht, und die ersten Busse Massen an Touristen ausspucken. Doch die Erinnerung an die tolle Stimmung im Nebel nehmen wir mit uns, die wird keiner der Langschläfer erleben.

 

Auch im Alltag lässt sich viel erledigen, bevor der Trubel des Tages losgeht, in Ruhe, und ungestört. Und der Gedanke an das Geschaffte motiviert für den Rest des Tages.

 

MOTIVate – Intro

  • 3 Grad, Nieselregen, und noch 20km zur Dusche
  • eine geile Abfahrt, aber die Bremsen quietschen wie ein alter Güterzug
  • die Kondition ist am Ende, und es ist noch ziemlich viel Berg übrig

Die Situationen kennst du auch? Auch ohne Bike im Job?

  • Bürokratische Exzesse, die dir nur die Zeit rauben und niemandem helfen
  • immer wieder die gleichen Fragen, schon 100mal beantwortet

Nachvollziehbar, dass die Motivation dabei nicht unbedingt auf 10-Jahres-Höchststand ist. Den Kopf in den Sand zu stecken hat noch nie geholfen. Aber wie schaffst Du es, weiterzumachen, die Widerstände zu überwinden und dich am eigenen Schopf aus dem Dreck zu ziehen?

Für jede Situation im Leben findest Du das Zitat einer berühmten Persönlichkeit, das Dir den Motivationsschub (oder den vielleicht nötigen Tritt in den Hintern) geben kann. Das Netz ist voll davon, vielfach  mit passenden Bildern als einprägsame “Motivationals” gestaltet.

Vielleicht hilft auch ein “Moment of Excellence”: Sich ein Erlebnis ins Gedächtnis zu rufen und zu visualisieren, bei dem Du eine schwere Situation toll gemeistert hast, gibt Kraft für neue Aufgaben.

Und wieso nicht “Motivationals” mit “MoE” personalisieren? Bilder von eigenen Erlebnissen, Bilder die Dir persönlich etwas bedeuten oder dich besonders angesprochen haben. Und ein passendes Zitat dazu, das das letzte Stück fehlende Kraft und Motivation aktiviert.

MOTIVate

MOTIVate

Traumziele

Das Wetter wird kühler, die Tage kürzer und die Trails schlammig. Und wenn dann irgendwann Schoko-Weihnachtsmänner und Spekulatius in den Regalen stehen weißt Du: Es wird bald Weihnachten, und bald drauf ist das Jahr zu Ende.

Gut, dieses Jahr kamen erst die Weihnachtsmänner, und dann wurde es kühl. Aber es lässt sich langsam nicht mehr leugnen: Wir marschieren in großen Schritten auf das Jahresende zu. Zeit zum Pläne schmieden. Und schauen, was unsere tolle Welt noch an Wundern für uns bereithält, wohin uns der nächste Urlaub führt.

Unsere Traumziele sammeln wir seit ein paar Tagen auf einer riesigen Weltkarte im Büro. Orte und Aktivitäten, ganz konkret oder noch ziemlich vage, jeder klebt die Postkarten-großen Traumziele an die Karte. Nach und nach kommen neue Fernweh-Ideen hinzu.

Und für den nächsten Urlaub? Können wir abstimmen, losen oder Dart-Pfeile werfen.       ;-)=

Traumziele

Traumziele

Bastelsession

Der Plan für heute: Mit Alina und David 2 “Alträder” auf Vordermann bringen. Davids Rad braucht neue Bremsen, Schalthebel und Licht tun auch nicht. Alinas haben wir vor dem Altmetallhändler gerettet und wollen es als Stadt- und S-Bahn-Rad herrichten. Und nachdem wir schon am Zerlegen sind, bekommt der verkratzte grüne Rahmen einen neuen schwarzen Lack. Von 11:00 bis 17:00 sind wir gemeinsam am Schrauben, morgen geht es weiter. ;-)=

Bastelsession

Bastelsession

Kaltental radelt … nächstes Jahr wieder!

Die letzte Tour für 2014 führt uns über den Bärensee ins Krummbachtal. Nachdem wir im Sommer ja schon ein paar Touren wegen Regen schieben oder absagen mussten, fängt es pünktlich um kurz vor 6 an zu regnen. Trotzdem sind 8 Kaltentaler mit am Start, Respekt!

Der Regen wird zum Glück nicht zu schlimm, belohnt uns dafür mit einem Regenbogen und tollen Lichtstimmungen im Wald.

Ich bedanke mich bei allen, dass ihr mich auf den Touren begleitet, bis nächstes Jahr!

Kaltental radelt … in den Biergarten

Nach dem etwas, naja, “durchwachsenen” Sommer treffen wir es bei unserer ersten Tour nach den Sommerferien super an: Tolles Sommerwetter, und wir können nach der Tour sogar noch draußen sitzen! Auch wenn wir nach Sonnenuntergang die Heizpilze genießen, Mitte September wird es dann doch recht schnell frisch.  Zumal die Tour Richtung Magstadt und Hölzer See auch noch ein paar Höhenmeter mit- und uns zum Schwitzen bringt. Egal ob per reiner Muskelkraft oder mit ein bisschen elektrischem Rückenwind.

Tourenbeschreibung wie immer auf  www.outdooractive.com/

Perspektiv-Wechsel am Schrofenpass

1994 und 2004 war ich am Schrofenpass mit dem Bike unterwegs, da wäre es 2014 eigentlich wieder Zeit. Doch dieses Jahr aus ganz anderer Perspektive: Zu Fuß. Nicht dass ich vor 10 und 20 Jahren viel gefahren wäre, aber dieses Jahr habe ich das Bike ganz zu Hause gelassen und dafür die Wanderstöcke eingepackt.

Fertig gepackt.

Fertig gepackt.

Die Idee entsteht, als mein Onkel Uwe begeistert von seiner Wanderung auf dem E5 erzählt, zu Fuß von Oberstdorf nach Meran. Spontan fassen wir eine gemeinsame Mehrtages-Wanderung ins Auge. Aus der ersten Idee entsteht ein konkreter Plan: Von Oberstdorf 4 Tage durch die Allgäuer Alpen, als Highlight den Heilbronner Weg den Uwe schon länger ins Auge gefasst hat.

Je näher der Termin kommt, desto unruhiger werde ich. So lange Strecken bin ich noch nie gelaufen, machen Füße und Gelenke mit? Auch der Rucksack lastet beim Laufen deutlich schwerer auf den Schultern, als beim Biken. Und die größte Sorge: Macht mir das Wandern Spaß, oder vermisse ich bei jedem fahrbaren Meter mein Rad? Egal, da hilft nur ausprobieren.

So treffen wir uns Samstag um 12 in Oberstdorf, geraten mitten hinein in den Trubel des Viehscheids. Der Bus bringt uns nach Birgsau und kurz vor eins geht es los. Knapp 500HM geht es mehr oder weniger in der Fallinie hinauf, weitere 700HM erwarten uns dann auf dem Panoramaweg zur Mindelheimer Hütte. Nebel und ein bisschen Nieselregen begleiten uns, aber immer wieder gibt es Sonnenstrahlen. Wir sind froh, dass der Regen der letzten Tage nur den Boden aufgeweicht hat, und nicht uns.

Die Nacht im Lager wird erwartungsgemäß unruhig, trotz der Höhenmeter stellt sich Schlaf nicht so richtig ein. Und dann fällt auch noch ein Schwede vom Dachboden (und muss morgens per Hubschrauber ins Tal). Am Morgen: Sonne. Der Abstieg ins Rappenalptal ist schlammig und rutschig, wir sind froh den Anstieg zum Schrofenpass zu erreichen, ohne dass sich einer von uns in den Dreck gesetzt hat. Ohne Rad auf dem Rücken erreichen wir die Passhöhe mit deutlich weniger Anstrengung. Biker sehen wir keine, während wir auf der Strecke unterwegs sind. Vielleicht gut so, vielleicht hätte es mich doch gejuckt ;-)=

Zu Fuß auf der Leiter am Schrofenpass

Zu Fuß auf der Leiter am Schrofenpass

Auf der folgenden Etappe um den Grüner und vor allem auf dem steilen Abstieg in den Mutzentobel bin ich aber froh, ohne zweirädrigen Ballast unterwegs zu sein. Da wir schon vor halb drei am Etappenziel sind, steigen wir trotz bedecktem Himmel noch auf den Rappenseekopf. Der Anstieg ist teilweise ganz schön heftig, mehr als einmal nehmen wir die Hände zu Hilfe und das Wandern wird zum Klettern. Durch die dichte Wolkendecke kommen immer wieder Sonnenstrahlen, die zwar nicht den Gipfel, aber die umliegenden Berge in tolles Licht tauchen. Fantastisch. Halb sechs sind wir wieder unten an der Rappenseehütte, der Nebel hat mittlerweile alles verschlungen.

Der Abstieg vom Rappenseekopf, die Rappenseehütte taucht im Nebel auf.

Der Abstieg vom Rappenseekopf, die Rappenseehütte taucht im Nebel auf.

Am runden Tisch beim Abendessen haben wir nette Gesellschaft, tauschen die Erfahrungen und Geschichten aus und liegen zur Hüttenruhe in den Betten. Für den Luxus eines Vierbettzimmers haben wir ein paar Euro mehr gezahlt. Ein “Schnarcher-freies” Zimmer war leider nicht im Preis enthalten.

Trotz der zweiten Nacht mit wenig Schlaf sind wir um 20 nach sieben unterwegs, Richtung Heilbronner Weg.  Noch ist es kühl, die Sonne kommt noch nicht über den Kamm. Erst auf dem Weg zum Hohen Licht erreichen uns erste Sonnenstrahlen, und auf dem Gipfel haben wir sogar Sonne.

Blick vom Hohen Licht, Oberstdorf im Nebel.

Blick vom Hohen Licht, Oberstdorf im Nebel.

Nach der Gipfelbesteigung geht es auf den Heilbronner Weg. Viel begangen, nicht ohne Grund: Anspruchsvoll, aber auch nicht zu extrem, durch einige Seilsicherungen und Leitern sehr abwechslungsreich, windet er sich links und rechts des Kammes mit immer wechselnden Ausblicken Richtung Norden. Am Schwarzmilzferner geht es zum Schluss noch über einen Gletscher-Rest mit ein paar Zentimetern Neuschnee obenauf.

Die Leiter auf dem Heilbronner Weg.

Die Leiter auf dem Heilbronner Weg.

Dann der Anstieg auf die Mädelegabel, den zweiten am Heilbronner Weg liegenden Gipfel. Die Rücksäcke lassen wir am Einstieg liegen, dann geht es auf allen vieren bergauf. Sabine, die Gipfelstürmerin vom Vorabend, kommt uns auch hier (wie am Hohen Licht) entgegen, als wir den Aufstieg beginnen. Es zieht zu, trotzdem haben wir auf dem Gipfel noch einigermaßen Fernsicht.

Die Mädelegabel, 2te Gipfelbesteigung vom Heilbronner Weg.

Die Mädelegabel, 2te Gipfelbesteigung vom Heilbronner Weg.

Auf dem Weg hinab kommt uns eine der beiden Aachenerinnen vom letzten Abendessen entgegen, will auch noch auf den Gipfel. Auf dem Weg hinab fallen erste Regentropfen, so sputen wir uns und nehmen die letzten Kilometer zur Kemptner Hütte in Angriff. Auf dem Weg: Steinböcke. Die lassen sich nicht stören, selbst als wir 10 Meter von ihnen entfernt vom Weg abbiegen. Ob das an den bestimmt 80 Zentimeter langen Hörnern liegt oder am Wissen “ich stehe unter Naturschutz”, sei dahingestellt. Imposant. Angekommen auf der Kemptner Hütte gibt es erst Kaffee und Kuchen, dann ein 4er-Zimmer. Und zum Abendessen findet sich die gleiche Gruppe wieder, wie schon am vergangenen Abend.

Gemeinsam planen wir. Für uns der letzte Tag mit Abstieg nach Oberstdorf. Einige Varianten bieten sich an, doch der Anstieg auf den Großen Krottenkopf, mit 2657m höchster Gipfel der Allgäuer Alpen, hat es uns angetan. Nicht nur uns, auch Sabine entschließt sich zur Gipfelbesteigung. Doch während wir “nur” 1100 Meter Anstieg vor uns haben (und dann 2000 Meter hinab), will sie noch bis zur Prinz Luitpold-Hütte. Allein das sind von der Kemptner Hütte schon deutlich über 1000 Meter Anstieg. So liegen wir alle schon lange vor der Hüttenruhe in den Betten (diesmal ohne Schnarcher), um mit dem ersten Licht loszulaufen.

Noch vor 6 Uhr klingelt der Wecker, als Frühstück gibt es die Reste unseres Reiseproviants und einen Liter Tee für Uwe. Deutlich vor sieben Uhr sind wir unterwegs, noch dämmert es. Weit vor uns sehen wir Sabine, die ohne größeres Frühstück aufgebrochen ist. Auf dem Sattel unterhalb des Gipfels lassen wir die Rucksäcke liegen, nehmen die letzten Höhenmeter kletternd in Angriff. Auf halbem Weg zum Gipfel kommt uns Sabine wieder entgegen, wir wünschen viel Glück für ihre Mammut-Tour und steigen auf den Gipfel. Mit leider etwas verhangenen Himmel blicken wir zurück auf den kompletten Heilbronner Weg, ein toller Anblick. Dann geht es hinab, auf gleichem Weg wieder zur Kemptner Hütte (ja, auch da hätten wir die Rucksäcke stehen lassen können), wo wir das Rätsel der Parkuhr klären können.

Die Parkuhr an der Kemptner Hütte. Für den Rettungshubschrauber.

Die Parkuhr an der Kemptner Hütte. Für den Rettungshubschrauber.

Nach der Stärkung mit Kaffee und Nachtisch geht es ins Tal. Am Anfang felsig, dann weitet sich das enge Tal etwas, erste Büsche wachsen, dann Bäume, und zum Schluss geht es durch den Wald ins Tal. Die letzten Meter auf Asphalt, bis zum Bergsteiger-Bus in Spielmannsau. 5 Minuten vor Abfahrt des Busses sind wir da, geschafft aber glücklich strecken wir die Beine von uns. Nach einem Picknick und Kaffee auf dem Oberstdorfer Marktplatz stehen wir pünktlich am Bahnsteig, der Zug lässt jedoch auf sich warten. Schienenersatzverkehr, schon wieder.

Gut 5000HM und fast 60km legen wir in den vier Tagen zurück. Für mich als “Rookie” ganz ordentlich, und ohne größere Probleme. Meine Bedenken bezüglich Kondition und Konstitution haben sich zum Glück nicht bewahrheitet, und die Streckenwahl war perfekt: Mein Bike habe ich nie (naja, fast nie) vermisst. Zu anspruchsvoll und abwechslungsreich war die Strecke. Die Faszination ist eine ähnliche wie beim Biken. Das Naturerlebnis ist noch intensiver, du bist viel langsamer unterwegs und kannst jederzeit anhalten, um Fauna und Flora zu genießen. Und während das Biken meist auf der Passhöhe endet, kommst Du zu  Fuß auf die Gipfel, bis ganz hoch hinaus. Und im schwerem Gelände hat das Wandern auch nichts mehr mit dem “spazieren gehen” zu tun, hier muss jeder Tritt und Griff sitzen, sonst geht es schief. Auch hier Parallelen zum Biken. Und mit dieser Erfahrung wird es bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass ich zu Fuß unterwegs bin.

Vielleicht hat es Dir auch Lust gemacht, das Rad gegen die Wanderstöcke zu tauschen. Probier es einfach mal aus!

Entdeckungstouren auf Krk

Vielleicht ist es eine genetische Veranlagung aus der Steinzeit, dass ich mich im Urlaubsdomizil erst richtig wohlfühle, wenn ich die Umgebung per Rad erkundet habe. Damit die gemeinsame Urlaubszeit nicht darunter leidet, bevorzuge ich Uhrzeiten, in denen der Rest der Familie noch schläft. Und ähnlich wie der Steinzeitmann bringe ich von den Orientierungstouren das Frühstück mit.

So auch auf der kroatischen Insel Krk, Ziel unseres diesjährigen Familienurlaubes. Mindestens jeden zweiten Tag sitze ich kurz nach 7 auf dem Rad, und bin zum Frühstück mit frischen Brötchen wieder da. Gelegentlich begleitet mich Alina und wir erkunden gemeinsam die Gegend. Auch für zwei längere Touren klinke ich mich nachmittags aus, wenn meine Damen ein bisschen Zeit am Strand brauchen.

Krk ist eigentlich ein Ziel für Badeurlauber und Sonnenanbeter, doch es gibt erste ausgeschilderte Radtouren und einen Radweg entlang der Inselhauptstraße. Mich locken eher die im Nichts endenden Wege auf meinem Navi, die in den Wanderkarten noch weitergehen.  Oder Wege, die laut OpenMTBMap bergauf einfacher zu fahren sind als bergab, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Oder auch nur der Weg in den nächsten Ort, zu einem tollen Ausblickspunkt oder zum Einkaufen. Für letzteres ist mein Tourenrad ideal, für die Touren auf den Wanderwegen hätte ich besser mein Liteville mitgenommen. Der karstige Untergrund fordert auf dem ungefederten 26-Zöller trotz 2″ Schlappen eine aktive Fahrtechnik und einen Luftdruck hart an der Grenze zum Plattfuß. Zwischen den teilweise mit Gras überwuchterten Felsen einen Reifen flicken, wäre angesichts der auf Krk heimischen Hornotter nicht ganz so prickelnd. Giftig und faul (die einzige Giftschlange, die bei Gefahr nicht flieht), aber zumindest bei Bissen in die Gliedmaßen nicht direkt tödlich. Deshalb wechselt mein Blick auch konzentriert zwischen dem Weg selbst und den Bäumen über dem Weg, auch da könnte sie anzutreffen sein. So sind die Ausflüge auf die wenig begangeneren Pfade auch nicht ganz so entspannend und ich bin froh, wenn die Trockensteinmauern etwas vom Weg zurückweichen und die Bäume weit genug vom Weg entfernt stehen.

Trotzdem stehen am Ende der 2 Wochen 170km “so nebenher” auf dem Tacho, und meinem Drang nach Erkundung der Umgebung konnte ich auch ausgiebig frönen. Nach einer solchen Tour schmecken die selbst erlegten Frühstücks-Brötchen noch leckerer.

Auf dem Oliven-Wanderweg. Hier endet der Schotterweg, der Trail ist heftig, zu heftig.

Auf dem Oliven-Wanderweg. Hier endet der Schotterweg, der Trail ist heftig, zu heftig.

Blick aufs Festland, Nähe Vrbnik

Blick aufs Festland, Nähe Vrbnik

Das Glagolitische A mit Blick nach Baska

Das Glagolitische A mit Blick nach Baska

Dunkle Wolken auf der Rückfahrt von Krk

Dunkle Wolken auf der Rückfahrt von Krk

Blick auf die Hochebene des M. Hlam

Blick auf die Hochebene des M. Hlam, von kurz unterhalb des Veli Vrh

Bei Nieselregen am 45. Breitengrad

Bei Nieselregen am 45. Breitengrad

Planung Alpentour 2014

Axel und ich haben aus dem letzten Jahr ja noch eine Rechnung offen. Wetter- und Gesundheitsbedingt konnten wir das Eisjoch nicht wie geplant fahren. Damit steht ein Eckpunkt für unsere Tour fest. Große Frage: weiter nach Osten, Richtung Schneebergscharte? Oder doch gen Westen, Axel kennt den Goldseetrail noch nicht? Passend dazu in der Lektüre, die mir Axel mitgebracht hat (Tour 3/2014, “Top 50, man müsste mal…”): Das Stilfser Joch. Auf dem Rennrad bestimmt geil (wenn man oben ist), im ersten Neuschnee aber gut zu sehen: Der Goldseetrail…

Stilfser Joch und Goldseetrail

Stilfser Joch und Goldseetrail

Spendenaktion bei der Fahrradbörse

Bei den Fahrradbörsen im Frühjahr sammelt der Verein Fahrräder für Afrika Räder und Teile, um sie aufzubereiten und so die Menschen in Afrika  zu unterstützen.

Fahrräder für Afrika

Fahrräder für Afrika

Jedes Jahr werden es mehr, die nicht verkaufte Räder und Teile, aber auch extra für diesen Zweck vorbeigebrachtes, dem Verein spenden.

Ich konnte mich ein bisschen bei der Standbetreuung nützlich machen, vor allem aber beim Transport der Räder zu den Wagenhallen.

Wagenhallen

Wagenhallen

Dankeschön allen Spendern! Und wer noch unbenutzte Teile im Keller hat: Der Verein ist froh über alle Spenden!

 

Fahrräder für Afrika

Tauche gerade völlig verstaubt und mit Kettenschmiere an den Fingern wieder aus dem Keller auf. Habe meine Alt-Teile-Kisten durchgewühlt, erstaunlich was sich so mit der Zeit ansammelt.

Das, was noch brauchbar ist, will ich die nächsten Tage zu Fahrräder für Afrika bringen. Die Organisation sammelt Fahrräder und Teile, bereitet sie auf und verschifft sie nach Ghana, Togo und anderen Staaten. In den ländlichen Gebieten ohne öffentliche Transportmittel ermöglichen es die Räder, die oftmals langen Distanzen zur Arbeit oder Kunden, zur Schule oder Ausbildung, viel schneller zurückzulegen.

Alt-Teile-Kiste

Alt-Teile-Kiste

Bericht in der BIKE: Aostatal

Vor drei Tagen habe ich den Bericht von unserer Bike-Tour ins Aostatal vor 22 Jahren eingestellt: http://blog.vielevisels.de/?p=388

Heute liegt die neue Bike im Briefkasten, mit Tourenberichten aus der gleichen Gegend. Die Ort Gimilan und Cogne, der Mont Blanc und Gran Paradiso wecken tolle Erinnerungen. Auch wenn die Fotos deutliche Unterschiede zeigen: Unsere ungefederten Stahl-Räder mit Cantibremsen schränkten die Routenauswahl gegenüber den All Mountains von heute doch etwas ein. Und dazu noch Touren in einem für deutsche Biker damals völlig unbekannten Gebiet. Niemand, der die Fahrbarkeit der Trails einschätzen und uns Tips geben kann. Trotzdem: Den Übergang über den Col de Chavannes sind wir damals schon gefahren! Auch wenn wir bergab vermutlich deutlich mehr geschoben haben…

Bike-Bericht Aostatal

Bike-Bericht Aostatal

Generalüberholung Liteville

Die Gabel läuft nicht mehr wie neu, der Hinterbau bockt wie ein Rodeo-Pferd. Die Schaltung führt ein Eigenleben oder stellt sich scheintot. 8 Jahre, zigtausend Kilometer und wenig Pflege fordern ihren Tribut.

Und nachdem sich in den 8 Jahren technisch viel getan hat, keimt der Gedanke an ein neues Bike. Leichter, stabiler, komfortabler, einfach besser.

Aber was? Wieviel Federweg? Alu, oder das Konto für Carbon plündern? 3 Laufradgrößen konkurrieren. Vernunftkauf oder doch was fürs Herz?

Ausschlaggebend für die Antwort ist die Frage nach dem Raddurchmesser: Spike-Laufradsatz und Ersatzteile in die Tonne treten und mit 27,5″ das Risiko eingehen, auf eine “vorübergehende Erscheinung” zu setzen? Oder mit 26″ ein totes Pferd reiten? Beides kann passieren, und so fällt die Entscheidung: Bike-Kauf wird auf unbestimmt verschoben und das Liteville bekommt eine Generalüberholung.

Generalüberholung

Generalüberholung

Mit Gabelservice, neuen Hinterbau-Lagern und bis in die letzte Schraube gereinigter Schaltung und Bremsen wird es mich dann hoffentlich noch eine Weile zuverlässig begleiten.

Eine vernünftige Entscheidung. Für Unvernunft ist dann beim nächsten Kauf immer noch Zeit.

Das Rohloff-Experiment

Bei Roli’s Garage Sale kann ich nicht widerstehen: Mein Stadtrad wird mit einer gebrauchten Rohloff gepimpt. Endlich Ruhe mit Schaltproblemen und Verschleiß!

Doch ich komme mit der Bedienung nicht zurecht. Eine kurze Entlastung beim Schaltvorgang reicht nicht aus (vollständiger Stillstand der Kurbeln ist die einzig sichere Methode), und die extrem unterschiedlichen Schaltkräfte machen zusätzlich jeden Schaltvorgang zur Qual. Ein Service bei Rohloff bringt kaum Besserung, und so geht es nach nur einem halben Jahr 1,2,3…  zum nächsten Besitzer. Den finanziellen Verlust kann ich unter “Lehrgeld” verbuchen…

Rohloff

Rohloff

Geschrieben: 2014-02-17

Mein Fuhrpark: reCYCLE III

Eigentlich leistet mein reCYCLE I als Stadtrad gute Dienste. Doch schon auf der Fahrt in die Stadtmitte komme ich mit der 1×8 Schaltung an Grenzen. Bergab fehlt mir die 150er Trittfrequenz, und bergauf die Kraft. So bleibt das Serotta im Einsatz, doch mit seinem Ableben und dem Müsing als Ersatz wird mir das Risiko, das neue Müsing in der Stadt “zu verlieren” zu groß.

Viele Teile habe ich ja, und auf Ebay finde ich einen günstigen Rahmen als Basis eines langstreckentauglichen Stadtrades = reCYCLE III.  Mit Dreifach-Kurbel und Gepäckträger wird es sogar tourentauglich. Und später mit einer Magura HS11 (und kurzzeitig einer Rohloff Nabe) sogar richtig wertvoll. Und der altgediente Flite schreckt eventuelle Langfinger ab.

reCYCLE III

reCYCLE III

Altgedient

Altgedient

Geschrieben: 2014-01-23, genaues Aufbau-Datum nicht mehr nachvollziehbar.

openMTBmap

MTB-Tourenplanung – einfach – genial: OpenMTBmap
Das Problem:

  • Bist Du auch immer auf der Suche nach der idealen Route für Deine Bike-Touren?
  • Und wie viel Stunden hast Du dafür schon in Foren, Tourenberichten, GPS-Portalen und Bike-Guides recherchiert?
  • Und trotz aller Bemühungen kaum objektive Infos gefunden?
  • Und auf der Tour dann feststellen müssen, dass die angepriesene „nette Abfahrt“ nach grobem Gerät verlangt, Dein CrossCountry Bike aber etwas überfordert?
  • Oder der „anspruchsvolle Downhill“ sich als Schotterpiste mit angsteinflößenden 20% Gefälle entpuppt, die Du freihändig und mit geschlossenen Augen fährst?

Die Lösung:

  • openMTBmap bietet
  • Karten mit Bike-spezifischen Informationen zu Wegen weltweit, zusammengestellt durch aktive Mountainbiker wie Dich
  • Die Möglichkeit, Dein Trail-Knowhow zu teilen und von anderen zu profitieren
  • Autorouting speziell für MTBikes und (soweit vorhanden) auf Singletrails :-)

Neugierig?

  • Hier habe ich einen ersten Überblick zusammengestellt, wie es funktioniert, was es kann und wo Du helfen kannst!

Wie funktioniert es: Openmtbmap rendert (also zeichnet) MTB-spezifische Karten auf Basis der Karten von openSTREETmap (openSTREETmap a.k.a. OSM ist eine wikibasierte, kostenlose Alternative zu den teuren Karten von Garmin & Co). Diese sind ergänzt um die Eigenschaften, die für uns Biker am wichtigsten sind: Oberfläche, Steigung, Schwierigkeit (nach der Singletrailskala), Breite und ein paar andere. Diese Infos können in OSM zu jedem Weg eingegeben werden. Das kann jeder registrierte Benutzer tun, und zwar wie in jedem Wiki eingeben, ergänzen und verbessern. So entstehen Karten, die ähnlich wie die Swiss Singletrail Maps speziell auf uns Biker zugeschnitten sind. Anbei mal ein Beispiel, wie das vor meiner Haustür aussieht (dargestellt am PC mit Mapsource):

 

openmtbmap

Die Symbole neben den Wegen bedeuten Schwierigkeitgrad (hier 0,1 und 2), schwarz heißt bergab, rot bergauf. Grd gibt die Qualität eines Waldweges an. Zusätzlich werden diese Informationen auch für’s Autorouting bei der Wegeauswahl berücksichtigt. Auf Wunsch leitet Dich das Autorouting dann bevorzugt auf S2-Trails durch die Landschaft.

autoroute_cycle autoroute_mtb

Bedenken? Mit Freunden habe ich auch schon diskutiert, ob uns dann nicht Wegesperrungen drohen, wenn Sie so „öffentlich“ werden? Ich glaube, dass sich die Gefahr für unsere normalen Wege nicht stellt. Die Lokals kennen sie sowieso, und Massen anziehen wird der Eintrag in OSM sicher auch nicht. Viel größer ist die Gefahr bei Veröffentlichungen in den einschlägigen Magazinen. Aber auch diese Infos nimmt jeder gern mit. Und in gleichem Maße, wie jeder selbst an den Informationen teilhaben will, sollte auch die Bereitschaft da sein, seine Erfahrung zu teilen. Und ob Du die selbstgebuddelten Drops und Gaps auf Deinem Haustrail auch so detailliert angeben willst, musst Du selbst entscheiden. Das Autorouting lässt so was auf jeden Fall außen vor, weil von Normalbikern sowieso nicht mehr fahrbar.
Mitmachen! Das Ganze lebt vom Mitmachen. Manche Gebiete sind schon gut für Biker beschrieben, bei einigen fehlen einfach nur noch die MTB-Eigenschaften der Wege (es gibt aber auch noch Gebiete, wo das Wegenetz noch lückenhaft ist). Je mehr Leute mitmachen, desto schneller geht es voran! Und: Du kannst mitgestalten; eigene Ideen, Vorstellungen und Anforderungen mit einbringen und selbst umsetzen.
Ausprobieren! Wenn Dir die Idee genauso gut gefällt wie mir, dann probier es mal aus:

  • Karten downloaden auf openMTBmap
  • MapSource installieren (Infos ebenfalls auf openMTBmap)
  • Abschließend Installation der Karte in MapSource

Und dann schau einfach mal vor Deiner Haustür, ob da schon andere Biker aktiv waren und Eigenschaften eingetragen haben! Wenn Du selbst was eintragen willst:

Beim Durchschauen der Karte fallen Dir bestimmt einige Wege auf, die Du schon ewig nicht mehr gefahren bist. Ein Grund, die mal wieder unter die Stollen zu nehmen und die entsprechenden tags in OSM einzutragen!
Was hast Du davon? Mit openMTBmap brauchst Du weniger Zeit für die Planung und verbringst mehr Zeit auf besseren Trails.

Also, mach mit! Und motiviere Deine Bike-Kumpels, ebenfalls aktiv zu werden. Gemeinsame Trailerkundung macht doppelt Spaß! Aber Achtung, kann süchtig machen!

Mein Fuhrpark: reCYCLE II

Nachdem ich mein altes Stadtrad nach Diebstahl durch reCYCLE I ersetzt habe, bekommt mein Bruder ein mit gleicher Methode aufgebautes Rad zum Geburtstag, nachdem ihm SEIN Stadtrad gestohlen wurde. Man beachte die Kurbeln in British Racing Green mit Kettenschutz (da ist sogar noch Platz für 52er Kettenblätter!) und das Einkaufskörbchen am Lenker!

reCYCLE II

reCYCLE II

Geschrieben: 2014-01-23

Mein Fuhrpark: Roadbike Müsing OffRoad X-Lite

Mit dem Ausmustern meines Serotta fehlt mir ein zuverlässiges Rad für Touren, als Zweitrad oder die Straße. Trekkingbike? Rennrad? Randonneur? Oder ein Crosser? Letztlich entscheide ich mich, wieder ein Mountainbike mit schmalen Reifen und entsprechender Ausstattung aufzubauen, das im Falle eines Falles (Rahmenbruch z.B.) auch mal mit Stollenreifen ins Gelände kann. Wäre ja nicht das erste Mal.

Mit dem Müsing OffRoad X-Lite finde ich einen schön gemachten, leichten und bezahlbaren Rahmen (dessen Vertrieb zudem noch wenige Kilometer vom Ort sitzt, in dem ich aufgewachsen bin). Alt-Teile und einiges an neuen leichten Komponenten finden den Weg ans Bike. Nach und nach ersetze ich die alten Teile (die an mein Stadtrad wandern) durch leichtere: von Axel bekomme ich eine starre Ritchey Carbon-Gabel als Ersatz für die doppelt so schwere Kinesis), ein 1500g LRS mit SAPIM Messerspeichen ersetzt den alten Hügi LRS, dazu diverser Kleinkram. Der Leichtbau-Wahn endet erst, als ich mit deutlich unter 7kg in Rennradbereiche vorstoße. Und das wird dann mit der Zeit auch der Haupt-Einsatzzweck des Müsing, nachdem mein Stadtrad parallel in Qualitätsbereiche vorstößt, dass ich es auch bedenkenlos also Tourenrad einsetzen kann und nicht auf die Nähe zu Bahnstationen angewiesen bin um den Heimweg sicherzustellen.

Müsing

Müsing

Geschrieben: 2014-01-23

 

Mein Fuhrpark: MTB #5 Liteville 301 Mk1

Rahmenbrüche sind doof. Nicht nur, weil das Rad nicht mehr tut. Sondern weil sie dich unter unter Zeitdruck setzen, ein Neues zu besorgen! So ziehe ich nach dem Kollaps meines Hot Chili Stollenreifen auf mein Serotta und fahre wieder ungefedert durch Stuttgarts Wälder, wie in den Anfangstagen. Und zwar so lange, bis ich mich entschieden habe.

Deswegen wälze ich Kataloge, fahre Probe, erstelle Excel-Listen mit Kosten, Gewicht und Bewertungen, schlafe schlecht und wenig, bis die Entscheidung da ist. ;-)=

Das Liteville 301 hat es mir nach positiven Tests, Berichten von Freunden und einer Probefahrt angetan. Cleane und unspektakuläre Optik, leicht und steif, tolle Federung und für die Maschinenbauer sauber konstruiert und verarbeitet. Geradlinige Kraftflüsse, breite Lagerabstützung, große Rohrdurchmesser, Heli-Coils, einfach alles gut durchdacht. Komplettiert mit einer RS Revelation, Magura Louise FR und DT-Laufradsatz von Whizz-Wheels solide Technik, die mich die nächsten Jahre hoffentlich problemlos begleitet.

Werkstatt im Rohbau, Liteville fertig.

Werkstatt im Rohbau, Liteville fertig.

Geschrieben: 2014-01-23

Mein Fuhrpark: Handbike

Radfahren ist ja eine etwas einseitige Sportart. Manche gehen als Ausgleich in die Muckibude. Bei meiner Abneigung gegen Sporthallen (ein Überbleibsel aus der Schulzeit) keine Alternative. So entstehen aber auch manchmal merkwürdige Ideen: Ein Handbike als Trainingsgerät für den Oberkörper. Draußen sein, sich bewegen (nicht nur den Körper, sondern auch vom Fleck), so war der Gedanke.

Ein gebrauchtes Handbike vom holländischen Liegeradspezialisten M5 (unkonventionell: 2 Räder mit Achsschenkellenkung vorne, ein angetriebenes Rad hinten) kommt ins Haus, erfährt ein paar kleinere Modifikationen, wird aber letztlich so selten bewegt, dass ich es ein paar Jahre später wieder verkaufe. Und nach dem Ausgleichssport suche ich noch immer…

M5 Handbike

M5 Handbike

Geschrieben: 2014-01-29

 

Mein Fuhrpark: reCYCLE I

Nach dem Diebstahl meines als Stadtrad degradierten Hercules (2002 oder 2003?) fehlt mir eigentlich ein Rad, dass ich in Stuttgart auch mal stehen lassen kann, ohne größeren finanziellen Schaden bei Entwendung befürchten zu müssen. Und Sperrmüll sei Dank, stolpere ich über Reste eines Rades, Rahmen und Gabel sehen gut aus, die arg ramponierte Lackierung in den amerikanischen Farben inkl. Sterne wird per Spraydose überlackiert. komplettiert mit alten Teilen ist es ein spottbilliger fahrbarer Untersatz für den Weg zum Bäcker und zum Einkaufen, dank 1-fach Kettenblatt aber in Stuttgart denkbar ungeeignet für mehr. reCYCLE I ist geboren, und meine Alt-Teile-Kiste etwas leerer.

reCYCLE I

reCYCLE I

Geschrieben: 2014-01-23

Notreparatur

Man liest es immer wieder: Einen defekten Freilauf mit Kabelbindern an den Speichen festbinden. Wer es mal probiert hat, merkt schnell, dass das nicht gutgehen kann. Aber was macht man nicht alles, um nicht laufen zu müssen. Gut, wenn man jemand dabei hat der einen Schieben kann!

Notreparatur

Notreparatur

Geschrieben: 2014-02-01

Unser Fuhrpark: Tandem KHS Tandemania AL

An die erste gemeinsame Radtour mit Gina erinnere ich mich nur ungern, fast hätte Sie unsere junge Beziehung beendet. Doch zum Glück ist Radfahren nicht alles, und so gingen wir radfahrmäßig noch eine Weile getrennter Wege. Um auch auf dem Rad gemeinsam Zeit verbringen zu können, gab es zur Hochzeit nur einen Wunsch: Ein Tandem. Bis die Kinder auf eigenen Rädern unterwegs waren, haben wir damit einige Ein- und Mehrtagestouren unternommen und waren mit den Kindern im Hänger unterwegs. Seit die Kinder selbst fahren und Gina ein “vernünftiges” Rad hat, kommt das Tandem nicht mehr so häufig zum Einsatz, ist aber immer noch UNSER Rad.

KHS Tandem

KHS Tandem

Ein 26″ KHS mit Alu-Rahmen, wildem Mix aus XT, LX und nachgerüsteten Magura HS Bremsen in voller Tourenausstattung.

Geschrieben: 2014-01-29

Mein Fuhrpark: MTB #4 Hot Chili X-Rage

Hot Chili

Den Sinn eines Hardtails habe ich nie richtig eingesehen. Die Gabel federt weich über das Hindernis und dann haut es Dir doppelt einen ins Kreuz. Aber ein Fully? Macht Sinn. Und nach einer Probefahrt mit einem Scott war ich begeistert von der Traktion auf unebenem Untergrund bergauf. Und auch vom Speed bergab, was einer meiner Mitfahrer beim Versuch mir zu folgen mit einem gebrochenen Schlüsselbein bezahlt hat. Weitere Probefahrten folgen. Cannondale: zu breiter Hinterbau. Trek Y: tolle Optik, aber Antriebsschwinge performt nicht richtig. Und dann kommt die WM 1995 in Kirchzarten. Markus Klausmann auf Hot Chili. Wir an der Strecke. Das war es.

Anfänglich mit einer Judy DH mit Eibach-Stahlfedern, den bewährten Magura-Raceline Bremsen und Hügi-Naben aufgebaut. Nach einem Rahmenbruch kurz vor unserer Tour ins Jura 1999 (http://blog.vielevisels.de/?p=589) mit neuem Hinterbau, irgendwann auch mit neuer Marzzocchi-Gabel begleitet mich das Rad bis zu einem zweiten Rahmenbruch im April 2006 auf fast 25.000km auf vielen Touren mit unserem MTB Club. Seitdem hängt es neben dem Serotta an der Werkstatt-Decke.

Hot Chili, nicht mehr neu

Hot Chili, nicht mehr neu

 
Hot Chili Rahmenbruch
Rahmenbruch

Rahmenbruch

Geschrieben: 2014-01-23

Eurobike 1993: Der erste DIMB Stand

1992 wurde die DIMB gegründet, und schon relativ schnell waren auch wir Stuttgarter mit von der Partie. Ein besseres Miteinander zwischen Radfahrern und Wandern, ein positives Image der Biker durch entsprechendes Verhalten war uns ein Anliegen. So waren wir 1993 auf der Eurobike mit einem Stand vertreten. Improvisiert, aber engagiert. Etwas abgelegen war die Lage unseres Standes, aber wenn 10 Meter neben uns Hans Jörg Rey seine Trial Show abgezogen hat, war die Hölle los.

Aufbau

Aufbau

In Aktion

In Aktion

Geschrieben: 2014-01-27

Mein Fuhrpark: MTB #3 Serotta T-Max

Serotta T-Max

Am Hercules hatte ich nicht lange Freude, das extrem flach abfallende Oberrohr und eine Sattelstütze mit wohl zu knapper Überdeckung führte zu einem Riss im Bereich der Klemmung. Zwar habe ich den Rahmen auf Kulanz ersetzt bekommen, um aber mobil zu bleiben musste schnell ein neues Rad her. Mit weiter steigenden Ansprüchen und Kilometerleistungen habe ich zwei Tage lang sämtliche Stuttgarter Händler abgegrast, bis mich ein knallgrünes Serotta T-Max infiziert hat.

Ein Rahmen aus Columbus Max Rohren mit hochovalen Kettenstreben und tollen feinen Schweißnähten. Superwendige Geometrie, der mit 150mm 0° Vorbau ein bisschen Laufruhe und die damals notwendige sportlich liegende Sitzposition verpasst wurde. Der Custom-Aufbau wurde im Laufe der Zeit immer wieder modifiziert. Knallgelbe Magura HS Raceline als Kontrast zum grünen Rahmen (mit gelb schwarzer Beschriftung) ersetzen die XT-Cantis. Start für die Non-Shimano-Phase. Dann Sachs Quartz Schaltwerk und abschmierbare Suntour XCPro Naben. Irgendwann dann zugunsten der Bodenfreiheit (und zu Lasten des Highspeed, ab 40km/h muss es die Schwerkraft richten) ein 2-fach Kettenblatt mit 20/37 Zähnen (Tamer Triple und TA-Kettenblatt). Lange bevor die ersten Rapidfire-Hebel rauskamen, wandern die XT-Daumenschalthebel unter den Lenker (Schaltwerk mit linkem Daumen, Umwerfer mit rechtem). Der schmale Bontrager-Sattel wird irgendwann durch einen Flite Transalp ersetzt, und ist jetzt (2014) immer noch auf meinem Stadtrad unterwegs.

Bis 1996 begleitet mich das Rad auf vielen Touren, dann kommt im Mai der nächste Technologiesprung und ein neues Bike. Das Serotta fährt noch einige Jahre als Straßenrad mit Slicks, bis es 2007 mit Durchrostungen am Sitzrohr (Alustütze in Stahlrahmen plus Wasser –> Kontaktkorrosion) und insgesamt 14.000km ausgemustert wird. Jetzt hängt es in der Werkstatt unter der Decke und erinnert an viele tolle Erlebnisse.

Serotta neu

Serotta neu

 Geschrieben: 2014-01-22

 

Mein Fuhrpark: MTB #2 Hercules California Pro

Nur 5 Jahre nach meinem ersten MTB ist schon das zweite fällig. Der Bike-Boom, ausgelöst und unterstützt durch die Bike, hat einen enormen Einfluss auf die Technik. Standfeste Cantis, 21 Gänge und Rasterschaltung sind neu, aber auch eine deutlich sportlichere Geometrie. Auch meine Touren wurden länger und anspruchsvoller und das altgediente Hercules bekommt Macken:  Die Bremsen lösen nach der Überhitzung am Altissimo oft nicht mehr richtig. Auf Asphalt noch beherrschbar, im Gelände gefährlich. So wird es als Stadtrad ausgemustert (bis es irgendwann geklaut wird) und die Suche nach Ersatz geht los.

Ich bestelle ein Trek (850?) doch Lieferschwierigkeiten bringen mich in Zugzwang. Vor einer geplanten Camping-Tour mit Joachim muss es dann ganz schnell gehen. Nach einem guten Testbericht, einem Besuch beim bekannten Händler für Werkzeug und Industriebedarf, und einer positiven Probefahrt stand ein paar Tage vor Abfahrt wieder ein Hercules vor der Tür.

Hercules California Pro

Hercules California Pro

Schnell noch Gepäckträger montiert, den Lenker für die langen Straßenetappen etwas höher geschraubt, und startklar bin ich für die große Tour durch die Provence.

Geschrieben: 2014-01-20

Mein Fuhrpark: MTB #1 Hercules MTB Competition

1986. Der typische Fahrrad-Käufer in Deutschland hat so um die 200 D-Mark ausgegeben, hochwertige Technik war kaum vorhanden und nicht bezahlbar.

Mir und Schulfreund Alex hatte es das Hercules MTB Competition angetan, über 1400.- DM teuer! Viel Geld für zwei Schüler. Aber mit guten Beziehungen zum örtlichen Einzelhandel konnten wir auf genau 1200.- verhandeln, und so standen wir irgendwann vor der Chefin, dicke Bündel Scheine in der Tasche, um die bestellten Räder abzuholen.

Hercules-Competition Werbung

Hercules MTB Competition Werbung (von 1987?)

Mit Blick auf den Lieferschein kam dann die Überraschung: “Das macht dann 600 Mark für jeden.” Unser überraschtes Gesicht war dann wohl Grund, nochmal genauer nachzuschauen. Und zum Erhalt der guten elterlichen Beziehungen mussten wir dann  wohl zugeben, dass die 1200 Mark der Preis für ein Rad war, und nicht für beide. Unvorstellbar für die Chefin, dass jemand bereit war, so viel  Geld für ein Rad auszugeben.

Und los ging es ins Gelände, anfänglich noch mit dem guten Vorsatz, das Rad nach JEDER Ausfahrt zu putzen. Aber wie das so ist, gute Vorsätze halten selten lange an…

Die Technik:

  • Gemuffter Stahlrahmen, Federung durch E-Modul und schlanke Rohrdimensionen. Gut 18kg schwer.
  • Lenker-Vorbau-Einheit in Stahl, mit 1,5kg schwerer als heutige Carbonrahmen (inkl. Vorbau und Lenker).
  • 18 Gänge, Daumenschalthebel mit Reibschaltung.
  • Trommelbremsen vorne und hinten, mit Magura Motorrad-Bremshebeln betätigt. Trotzdem nicht standfest.
  • 2 Flaschenhalter mit doppelwandigen Isolierflaschen (und ungefähr dem Inhalt eines Schnapsglases), aus denen beim ersten Befüllen mit heißem Tee der Isolierschaum herausquoll.

Aber egal, wir waren stolz wie Oskar und hatten viel Spaß mit den Bikes und viele tolle Erinnerungen. Davon später mehr…

Geschrieben: 2014-01-19

Mein Fuhrpark: Die Anfänge

Ich kann mich noch gut an Radtouren mit meinen Eltern erinnern, bei denen ich wenig Verständnis dafür hatte, wenn mein Vater mal wieder abseits der Straßen auf irgendwelchen zugewucherten Feld- und Waldwege unterwegs war? Mit dem 26″ Jugendrad mit Rennlenker eine wackelige Angelegenheit. Wer hätte geahnt, dass ich mal in die gleiche Kerbe haue?

Radtour 1976

Radtour 1976

Irgendwann kam dann ein “vernünftiges” Tourenrad, und das alte 26″ Zoll Bike wurde umgebaut: 1 Gang, Lenker gedreht, Schutzbleche entsorgt und knallrot angestrichen. Ideal für die inoffiziellen Moto-Cross-Strecken im Wald. ;-)=

Geschrieben: 2014-01-19