Entdeckungstouren auf Krk

Vielleicht ist es eine genetische Veranlagung aus der Steinzeit, dass ich mich im Urlaubsdomizil erst richtig wohlfühle, wenn ich die Umgebung per Rad erkundet habe. Damit die gemeinsame Urlaubszeit nicht darunter leidet, bevorzuge ich Uhrzeiten, in denen der Rest der Familie noch schläft. Und ähnlich wie der Steinzeitmann bringe ich von den Orientierungstouren das Frühstück mit.

So auch auf der kroatischen Insel Krk, Ziel unseres diesjährigen Familienurlaubes. Mindestens jeden zweiten Tag sitze ich kurz nach 7 auf dem Rad, und bin zum Frühstück mit frischen Brötchen wieder da. Gelegentlich begleitet mich Alina und wir erkunden gemeinsam die Gegend. Auch für zwei längere Touren klinke ich mich nachmittags aus, wenn meine Damen ein bisschen Zeit am Strand brauchen.

Krk ist eigentlich ein Ziel für Badeurlauber und Sonnenanbeter, doch es gibt erste ausgeschilderte Radtouren und einen Radweg entlang der Inselhauptstraße. Mich locken eher die im Nichts endenden Wege auf meinem Navi, die in den Wanderkarten noch weitergehen.  Oder Wege, die laut OpenMTBMap bergauf einfacher zu fahren sind als bergab, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Oder auch nur der Weg in den nächsten Ort, zu einem tollen Ausblickspunkt oder zum Einkaufen. Für letzteres ist mein Tourenrad ideal, für die Touren auf den Wanderwegen hätte ich besser mein Liteville mitgenommen. Der karstige Untergrund fordert auf dem ungefederten 26-Zöller trotz 2″ Schlappen eine aktive Fahrtechnik und einen Luftdruck hart an der Grenze zum Plattfuß. Zwischen den teilweise mit Gras überwuchterten Felsen einen Reifen flicken, wäre angesichts der auf Krk heimischen Hornotter nicht ganz so prickelnd. Giftig und faul (die einzige Giftschlange, die bei Gefahr nicht flieht), aber zumindest bei Bissen in die Gliedmaßen nicht direkt tödlich. Deshalb wechselt mein Blick auch konzentriert zwischen dem Weg selbst und den Bäumen über dem Weg, auch da könnte sie anzutreffen sein. So sind die Ausflüge auf die wenig begangeneren Pfade auch nicht ganz so entspannend und ich bin froh, wenn die Trockensteinmauern etwas vom Weg zurückweichen und die Bäume weit genug vom Weg entfernt stehen.

Trotzdem stehen am Ende der 2 Wochen 170km “so nebenher” auf dem Tacho, und meinem Drang nach Erkundung der Umgebung konnte ich auch ausgiebig frönen. Nach einer solchen Tour schmecken die selbst erlegten Frühstücks-Brötchen noch leckerer.

Auf dem Oliven-Wanderweg. Hier endet der Schotterweg, der Trail ist heftig, zu heftig.

Auf dem Oliven-Wanderweg. Hier endet der Schotterweg, der Trail ist heftig, zu heftig.

Blick aufs Festland, Nähe Vrbnik

Blick aufs Festland, Nähe Vrbnik

Das Glagolitische A mit Blick nach Baska

Das Glagolitische A mit Blick nach Baska

Dunkle Wolken auf der Rückfahrt von Krk

Dunkle Wolken auf der Rückfahrt von Krk

Blick auf die Hochebene des M. Hlam

Blick auf die Hochebene des M. Hlam, von kurz unterhalb des Veli Vrh

Bei Nieselregen am 45. Breitengrad

Bei Nieselregen am 45. Breitengrad

Informationsflut

Informationsflut

Informationsflut

Münchweiler, kurze Pause auf unserer Pfalz-Tour. An unserer Cola nuckelnd fällt der Blick auf den Schilderwald vor uns. Und wir kommen ins philosophieren:

  • In Münchweiler gibt es Radwege zum Parkplatz. Merkwürdig.
  • In diesem Fall scheint der Radweg gesperrt zu sein. Egal, es sind ja nur 4 Meter, die kann man schieben.
  • Oder meint die Sperrrung den Radweg nach Dahn und Hinterweidenthal?
  • Das erklärt aber auch nur zum Teil, wieso der Lilafarbene Pirminius-Radweg in beide Richtungen führt, die Radfahrer auf der Grünen Pfälzerwald-Tour aber anscheinend hier vom Himmel fallen.

Ohne Antworten auf unsere Fragen steigen wir nachdenklich aufs Rad uns sind froh, mit dem MTB unabhängig von der Radwegeverkehrsplanung unterwegs zu sein.
;-)=