MOTIVate 6 – in 20 Jahren wirst du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast.

image

Schon wieder hänge ich vor dem Rechner, die nächste mehrtägige Tour zu planen. Verliere mich in Hunderten von Webseiten, recherchiere in Zeitschriften und Büchern und übersehe dabei,  dass draußen die Sonne scheint und mir vielleicht auf der Suche nach DER Route gerade eine tolle Tour entgeht.
Oder ich zermartere mir das Hirn zu einer neuen Idee, und im Planen und Abwägen der Für und Wider komme ich mir vor wie der Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungert. Kann mich nicht entscheiden, und irgendwann trifft jemand anders die Entscheidung für mich. Und wenn es nur die Zeit ist, die abgelaufen ist.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine ToDo-Liste hinten immer länger wird und vorne nicht kürzer, solltest du weniger Zeit darauf verwenden, was du noch alles tun könntest, sondern einfach was tun!

MOTIVate 5 – die Tretkurbel des Fahrrades ist wie der Nachspannhebel für eine analoge Kamera…

…man muss treten damit sich der Film weiter dreht.

image

Der Berg will nicht enden, die Wolken ziehen immer weiter zu, bis schließlich der Wind dir den Regen horizontal ins Gesicht bläst. Spaß sieht anders aus.

Doch eines ist auch sicher: der Berg ist irgendwo zu Ende,  und auf Regen folgt Sonnenschein. Und mit jeder Kurbelumdrehung kommst du dem Gipfel näher und mit jeder Minute der Sonne (oder vielleicht auch einem gut geheizten Restaurant).

Passiv in der Situation zu verharren, wird nichts ändern. Wenn du dich nicht wohl fühlst,  musst du selbst aktiv werden. Die Chance,  dass jemand anders das für dich tut, ist gering.

  • Im Job läuft eine Besprechung nicht: einschreiten und in deinem Sinne steuern. 
  • Nach einem harten Tag hängst du abends in den Seilen und hast keine Lust mehr auf gar nichts: raff dich auf, krieg den Arsch hoch und mach was.

Die Befriedigung,  nicht einfach nur abgewartet zu haben, ist alleine schon die Anstrengung wert. 

Bikepacking, oder Kai zu Kayh vom Grafenberg

Samstag, 2015-06-13

Die Taschen sind fertig, Zeit für eine Probe-Tour. Freitag Nacht Regen und Gewitter angesagt, Samstag habe ich tagsüber noch einiges zu tun, also Start erst nach dem gemeinsamen Abendessen um 18:55.

Packed and ready to go

Packed and ready to go

Das Ziel? Der Grafenberg oberhalb von Kayh, also die klassische Herrenberg-Tour. Bei tollen Wetter Richtung Böblingen, um dann ab Ehningen auf den bekannten Trails Richtung Naturfreundehaus Herrenberg zu fahren. In Mauren tolles Licht und Kunst in der Natur.

Kunst in der Natur

Kunst in der Natur

Die Trails sind nach den letzten Regenfällen noch mit Pfützen übersäht, mal sehen was die Taschen können ;-) Zumindest die Stechmücken halten sie ab, was meine Haut nicht schafft. Pause machen ist also nicht drin.
Zweieinhalb Stunden später stehe ich auf dem Grafenberg.

Kayh vom Grafenberg aus

Kayh vom Grafenberg aus

Die Bank ist besetzt, und im Naturschutzgebiet zelten sowieso verboten. Also fahre ich noch ein Stück weiter und schlage mich “out of sight” in die Büsche. Zelt aufstellen (Premiere, funktioniert schnell und einfach), Katzenwäsche und dann liege ich im Bett.

Mein Camp für die Nacht

Mein Camp für die Nacht

Der Wind rauscht leise in den Blättern, im Laub raschelt es gelegentlich. Aber noch keine Siebenschläfer…
Gute Nacht!

Samstag, 2015-06-13

Gut geschlafen?

Ich weiß jetzt, dass der Wind gegen Mitternacht vollständig einschläft, das einschläfernde Rauschen der Blätter in den Bäumen aufhört und dann die Geräusche der Kleintiere am  Boden in den Vordergrund treten.

Und dass gegen zwei Uhr die größeren, nachtaktiven Tiere unterwegs sind. Bedrohlich klingt es noch nicht (die Wildschweine haben gerade Nachwuchs), aber es ist zu laut und zu nah  um einfach so in Ruhe einschlafen zu können.

Und dass um vier Uhr die Vögel anfangen zu zwitschern. Und dass das Zelt als Lärmschutz nichts taugt.

Halb sechs wache ich dann aus dem Halbschlaf auf, packe in zwanzig Minuten Zelt und Krimskrams ein und bin spurlos verschwunden.

Spurlos verschwunden

Spurlos verschwunden

Kurz vor sechs sitze ich auf dem Rad zurück zum Grafenberg,  meiner Pflicht als Graf Kai nachzukommen und den Kayhern den Morgengruß zu entbieten. ;-)=

Kai zu Kayh zum Grafenberg

Kai zu Kayh zum Grafenberg

Frühstücks-Hunger! Im Naturschutzgebiet will ich kein Feuer machen, ein paar Kilometer weiter finde ich eine Bank. Löslicher Kaffee (von meinem Konservendosen-Holz-Kocher), Brötchen von gestern und Stäbchen-Nutella (die Kinderschokolade von da wo’s aldi guten Sachen gibt) schmecken unter freien Himmel wunderbar.

Frühstücks-Stilleben

Frühstücks-Stilleben

Und dann geht es wieder auf die Trails, der Heimat entgegen. Ein paar Kilometer folge ich dem Randweg, dann geht es hinunter mitten hinein in den Schönbuch und mit ein paar letzten Trails und einem Abstecher beim Bäcker vorbei nach Hause. Kurz danach tauchen meine Damen vom joggen auf, genau passend zum gemeinsamen Frühstück auf dem Balkon.

Zugegebenermaßen sind die Brötchen frischer, der Kaffee besser, und die Stühle bequemer. Aber der Geschmack nach Abenteuer fehlt, und von dem werde ich nach der erfolgreichen Generalprobe während der Planung einer Mehrtagestour im Sommer zehren…

Bikepacking Basteleien

Die Sattelstützentasche hat die ersten Probefahrten hinter sich, fehlt noch das vordere Pendant. Und nachdem das Wetter jetzt in der 30°C Liga spielt, wird es höchste Eisenbahn!

Die Idee: Eine flache Tasche mit Rollverschluss übers Oberrrohr hängen und mit Gurten fixieren. Damit soll der Lenker unbelastet und der Blick aufs Vorderrad frei bleiben. Und gleichzeitig wird die Gewichtsverlagerung der hinteren Tasche wieder nach vorne orientiert.

TopTube-Bag

TopTube-Bag

Eine ältere flache Ortlieb-Tasche, etwas LKW-Plane, ein paar Gurte und Schnallen, und die Tasche ist bereit für eine Probefahrt.

TopTube-Bag

TopTube-Bag

Der Sack sitzt sauber und wackelt auch in Rüttelpassagen nicht. Aber im Wiegetritt an Steilpassagen kollidieren die Knie, die Tasche ist zu breit. Ein bekanntes Problem des Rollverschlusses: Beim Schließen wird die Luft komprimiert und die Tasche bläst sich auf. Verstärkt wird der Effekt durch das Abknicken übers Oberrohr. Also klebe ich das Presta-Ventil aus einem alten Schlauch auf die Tasche und sorge für eine Entlüftungsmöglichkeit.

Probefahrt

Probefahrt