{"id":671,"date":"2002-07-10T18:35:01","date_gmt":"2002-07-10T17:35:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.vielevisels.de\/?p=671"},"modified":"2023-07-26T12:33:00","modified_gmt":"2023-07-26T11:33:00","slug":"westweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vielevisels.de\/?p=671","title":{"rendered":"Westweg per Bike 2002"},"content":{"rendered":"<p>Der Westweg. Von Pforzheim bis nach Basel mitten durch den Schwarzwald.<br \/>\n1. Versuch, 1996, Alleingang:<br \/>\nWider besseres Wissen fahre ich mit Grippe los, und breche schon am ersten Tag ab, liege darauf fast zwei Wochen im Bett.<br \/>\n2. Versuch, 2000, Dauerregen:<br \/>\nDie Wettervorhersage f\u00fcr den Schwarzwald verhei\u00dft eine zweite Sintflut. Flucht in die Vogesen (<a href=\"http:\/\/blog.vielevisels.de\/?p=630\">http:\/\/blog.vielevisels.de\/?p=630<\/a>).<br \/>\n3. Versuch, 2002, Teilerfolg:<br \/>\nMit Frank starte ich in Forbach, in sieben Tagen wollen wir \u00fcber die Westroute bis nach Rheinfelden, dann \u00fcber die Ostroute und den Schauinsland bis nach Freiburg. Ich komme zwar an, doch ab dem vierten Tag bin ich allein, Frank mu\u00df wegen massiven Knieschmerzen per Bahn zur\u00fcck.<br \/>\nAlso auch beim dritten Anlauf nur ein Teilerfolg.<\/p>\n<h2><b>Impressionen<\/b><\/h2>\n<p><b>Faszination Singletrail.<\/b> Hier spielt sich das ab, was das Mountainbiken so interessant macht: Das Gef\u00fchl,\u00a0 auf schmalen Pfaden mit dem Bike zusammenzuwachsen, wenn schon der Anblick der n\u00e4chsten Kurve gen\u00fcgt, das Bike in die richtige Richtung zu dr\u00fccken; das Gef\u00fchl, eins zu sein mit dem Weg, einem Weg, der nicht durch schweres Ger\u00e4t in die Landschaft gefr\u00e4st wurde, sondern sich der Topologie angepa\u00dft durch die Natur schl\u00e4ngelt; wo jeder Meter Dich herausfordern kann, Deine Grenzen etwas weiter zu schieben, aber Dir auch das Gef\u00fchl geben kann, zu schweben.<br \/>\nUnd wo gibt es mehr Singletrails, als in Wandergebieten? Die N\u00e4he zur Natur und die Abwechslung zieht auch die Wanderer auf die schmalen Pfade. So reizt mich auch seit Jahren der eigentlich f\u00fcr Wanderer ausgeschilderte Westweg durch den Schwarzwald und nicht der Schwarzwaldradweg. Letzterer eignet sich zwar zum H\u00f6henmeter sammeln in toller Landschaft, aber mangels fahrtechnischer Anforderungen nicht zum Mountainbiken.<br \/>\nAuf dem Westweg hat der\u00a0 Schwarzwaldverein dankenswerterweise einen gro\u00dfen Teil der Tourenplanung schon f\u00fcr uns\u00a0 \u00fcbernommen, was bleibt ist die Anpassung der Tagesetappen an unsere etwas gesteigerte Reichweite\u00a0 und eine erste Absch\u00e4tzung der Fahrbarkeit anhand der H\u00f6henlinien. Die Reichweite planen wir nach unseren Erfahrungen in den Vogesen und im Jura: bei fahrtechnisch\u00a0 anspruchsvollen Strecken auf Singletrails im Mittelgebirge kann man mit Gep\u00e4ck nicht mit viel mehr\u00a0 als 7km\/h Schnitt rechnen, ohne Pausen wohlgemerkt. 10 Stunden unterwegs, abz\u00fcglich 3 Stunden f\u00fcr\u00a0 Pausen, Fotografieren, Karte schauen, Reparaturen und so weiter macht 7 Stunden reine Fahrzeit oder 50km pro Tag.<br \/>\nDer Kompass-Wanderf\u00fchrer, den wir f\u00fcr die Planung benutzt haben, geht im Schnitt von 20-30km pro\u00a0 Tag aus, macht dann f\u00fcr uns Biker etwa 2 Wanderetappen an einem Tag. Wichtiger als die Kilometer\u00a0 sind aber die H\u00f6henmeter, die im Kompass F\u00fchrer leider recht ungenau (nur die l\u00e4ngeren Anstiege)\u00a0 verzeichnet sind. Die ganzen kleinen Auf und Ab&#8217;s addieren sich aber schnell zu mehreren hundert\u00a0 H\u00f6henmetern. So kommt es auch, da\u00df wir am dritten Tag von Hausach in nur 15 Kilometern weit mehr als 1000HM machen.<\/p>\n<p>Nur 15 Kilometer, das meiste davon auf Singletrails, vieles extrem steil, aber irrsinnig griffig. So gehen wir an unsere Grenzen, der Puls schl\u00e4gt oberhalb der anaeroben Schwelle, die Beine brennen. Doch wir m\u00fcssen uns dem\u00a0 Berg geschlagen geben und zum Schlu\u00df doch noch schieben. Leider hat dieser Kraftakt f\u00fcr Frank b\u00f6se Folgen: schon am Nachmittag sp\u00fcrt er <b>Schmerzen im Knie<\/b>, anscheinend war die heutige Tortur zu viel f\u00fcr seinen Trainingszustand. Am n\u00e4chsten Morgen sind die Schmerzen so stark, da\u00df wir in Titisee-Neustadt zum Arzt gehen. So sitzt Frank zwei Stunden sp\u00e4ter alleine im Zug nach Stuttgart, und ich bin alleine unterwegs und folge der roten Raute Richtung Feldberg.<\/p>\n<p>Ausgeschilderte Wege lassen sich zwar leicht nachfahren, haben meist aber auch den Nachteil, da\u00df ziemlich viel los ist. Auf den \u00fcber 300km des Westweges verteilen sich aber die Wanderer recht gut, nur in einigen wenigen Touristenbrennpunkten (allen voran den Naturschutzgebieten Feldberg und Hornisgrinde) sind mehr Spazierg\u00e4nger anzutreffen. So hei\u00dft es, diese Gebiete an Wochenenden oder Feiertagen zu meiden.<br \/>\nVor allem auch, weil <b>in den Naturschutzgebieten das Radfahren per Beschilderung verboten<\/b> ist. Doch wenn man die Hundertschaften an Ausfl\u00fcglern betrachtet, die per Bus und PkW in die Naturschutzgebiete einfallen, hat dieses Radfahrverbot wohl wenig mit Naturschutz zu tun. Denn: Bei vern\u00fcnftiger Fahrweise sind die Sch\u00e4den durch Biker nicht gr\u00f6\u00dfer als die, die auch Wanderer verursachen. Wenn Wegesperrungen trotzdem oft durch Umweltsch\u00e4den begr\u00fcndet werden, liegt der Verdacht nahe, da\u00df die Fu\u00dfg\u00e4nger einfach ihre Ruhe haben wollen. Tun wir Ihnen den Gefallen, es gibt interessantere Wege als den Feldberg.<\/p>\n<p>Und am Feldberg h\u00e4lt selbst das Wetter die Touris nicht ab: Auch bei <b>Nebel und schlechter Sicht<\/b> fahren die gebuchten Busse bis zum Feldberger Hof. Nur wenige Besucher wandern hoch auf den Feldberg, die meisten verlassen die Busse nur kurz, um m\u00f6glichst schnell wieder ins Trockene zu kommen.<br \/>\nAuf unserer Tour w\u00e4ren wir mit dieser Einstellung nicht weit gekommen, an f\u00fcnf von sieben Tagen ist das Wetter wie jetzt auf dem Feldberg. So gilt der alte Spruch &#8222;Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung&#8220;. Was die Moral hochh\u00e4lt: Jeden Morgen beim Start ist es trocken. Erst im Laufe des Tages beginnt der Regen, mal fr\u00fcher, mal sp\u00e4ter.<br \/>\nAuch am Material geht das es nicht spurlos vor\u00fcber. Trotz einem paar Ersatzbremsbel\u00e4ge im Gep\u00e4ck kaufe ich mir in Hausach ein weiteres Paar, auch Franks Bremsen brauchen dringend eine \u00dcberholung. Gleiches gilt f\u00fcr die Kette, die auf dem kleinen Kettenblatt dauernd h\u00e4ngenbleibt. Mit neuem Ritzel und frisch geschmierter Kette l\u00e4uft es dann wieder.<br \/>\nGenauso verblasst auch die Erinnerung an das Wetter, was bleibt ist die Erinnerung an eine Woche Westweg.<\/p>\n<h2><b>Tagebuch<\/b><\/h2>\n<p><b>Mittwoch, 10. Juli 2002<\/b><br \/>\n1. Etappe Forbach &#8211; Darmst\u00e4dter H\u00fctte<br \/>\n34,65km, 7,41km\/h Durchschnitt<br \/>\n4h40 reine Fahrtzeit, 10:20 bis 16:45 Uhr<br \/>\n1390HM rauf, 760HM runter<\/p>\n<p>Fr\u00fch aufstehen ist angesagt, die Bahn f\u00e4hrt um kurz nach 8:00Uhr. Entgegen der Wettervorhersage ist es zwar bew\u00f6lkt, aber noch trocken. Auch um 10:00Uhr, als wir in Forbach ankommen, sieht es noch gut aus. Gut gelaunt machen wir uns fahrfertig und sitzen wenig sp\u00e4ter auf den R\u00e4dern. \u00dcber eine \u00fcberdachte Holzbr\u00fccke \u00fcberqueren wir die Murg, und schon bald geht es steil bergauf. 5 Minuten sp\u00e4ter lassen wir die letzten H\u00e4user hinter uns und tauchen in den Wald ein.<br \/>\nAnfangs auf breiten Wegen, die zwar steil aber gut fahrbar sind, geht es aufw\u00e4rts. Kurz vor dem Wegscheid eine Schiebestrecke, danach machen wir einen kleinen Abstecher zum Schwarzenbachstausee. Zum Herrenwieser See f\u00fchrt eine tolle Auffahrt, die im oberen Teil aber sehr steil und f\u00fcr uns nicht mehr fahrbar ist. W\u00e4hrend einer kurzen M\u00fcsliriegelpause bei der Umfahrung des idyllisch gelegenen Sees beginnt es leicht zu nieseln. Beim Aufstieg zum Seekopf st\u00f6rt uns weniger der Regen, als die l\u00e4ngeren Schiebestrecken. Der Regen wird st\u00e4rker, am Bussemer Denkmal ziehen wir uns warm an. \u00dcber Badener H\u00f6he und Sand geht aus auf breiten Schotterwegen bis nach Hundseck.<br \/>\nDoch ab da wird der Weg richtig interessant: Ein Weg aus grob verlegten Steinplatten f\u00fchrt auf den Hochkopf, knapp einen halben Meter breit und mit diversen L\u00f6chern und Stufen m\u00fcssen wir gut aufpassen, nicht unfreiwillig abzusteigen. Das erste St\u00fcck der Abfahrt sieht genauso aus, danach folgt ein steiler Trail mit tiefen Wasserrinnen. Bis zum Ochsenstall l\u00e4\u00dft uns der Weg fast den Regen vergessen.<br \/>\nAb dort f\u00fchrt ein breiter, aber sehr steiler und verblockter Weg auf die Hornisgrinde, teilweise m\u00fcssen wir schieben. Leider bleibt uns die Aussicht versagt, die Sicht ist miserabel. Auf der Abfahrt verpassen wir einen Abzweig und fahren ein St\u00fcck Trail direkt am Mummelsee entlang. Abschreckend: Der Touristennepp mit Andenkenverkauf am Hotel. Busse von Touris in Plastikklamotten schauen sich die Postkarten von Mummelsee und Hornisgrinde unter blauem Himmel an um schnell wieder in den trocken Bus zu steigen. Schnell weg hier!<br \/>\nDoch bald haben wir wieder unsere Ruhe und fahren auf breiten Wegen bei Dauerregen durch kahle H\u00e4nge. Bei gutem Wetter h\u00e4tten wir dank der St\u00fcrme Lothar und Wiebke zumindest eine tolle Aussicht, bei dem Mistwetter sind die Baumst\u00fcmpfe und zersplitterten Baumst\u00e4mme aber ein eher trostloser Anblick. So sind wir froh, um kurz vor f\u00fcnf an der Darmst\u00e4dter H\u00fctte anzukommen, und nach heftigem Klingeln und Klopfen geht nach l\u00e4ngerer Wartezeit auch die T\u00fcr auf. Trotz dieses etwas ungastlichen Empfangs geht es uns hier richtig gut, w\u00e4hrend wir zum Aufw\u00e4rmen eine halbe Stunde unter der Dusche stehen, steckt die Wirtin sogar unsere Klamotten in Waschmaschine und Trockner. Nach einem \u00fcppigen Abendessen geht es fr\u00fch ins Bett, mit der Hoffnung auf trockenes Wetter f\u00fcr den Donnerstag!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_03a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-676\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_03a.jpg\" alt=\"\" width=\"579\" height=\"859\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_08a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-677\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_08a.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"856\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_11a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-675\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_11a.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"857\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-679\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a.jpg\" alt=\"\" width=\"852\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a.jpg 852w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Donnerstag, 11. Juli 2002<\/b><br \/>\n2. Etappe Darmst\u00e4dter H\u00fctte &#8211; Hausach<br \/>\n59,5km, 11,23km\/h Durchschnitt<br \/>\n5h20 reine Fahrtzeit, 9:30 bis 19:00 Uhr<br \/>\n1100HM rauf, 1880HM runter<\/p>\n<p>Morgens ist es noch verhangen, aber immerhin trocken! Da macht es noch mehr Spa\u00df, in die frisch gewaschenen Radklamotten zu steigen. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck noch kurz die Kette geschmiert und die Bremse nachgestellt, dann geht es los. Auf breiten Wegen \u00fcber den Wildseeblick bis zum Ruhestein, dort geht es zur Sprungschanze steil bergauf. Oben kommt uns eine Schulklasse auf Bikes entgegen, die ersten motiviert und gut ausger\u00fcstet, die letzten mit unpassenden Klamotten und schon ziemlich am Ende. Bis zum Schliffkopf geht es auf einem schmalen, aber technisch einfachen Wanderweg voran. Bis Zuflucht mit sch\u00f6nen Ausblicken auf breiten Wegen, erst zwischen Lettst\u00e4dter H\u00f6he und Seeebene wird der Weg wieder fahrtechnisch interessant.<br \/>\nNach der Mittagspause im Harkhof teilt sich der Westweg vor dem Brandenkopf und nachdem wir gestern die Aussicht vermi\u00dft haben, machen wir den Abstecher \u00fcber den Brandenkopf und steigen dort auf den Aussichtsturm. Da mittlerweile auch das Wetter richtig gut ist, k\u00f6nnen wir endlich auch etwas sehen. Nach der fahrtechnisch nicht besonders ergiebigen Strecke \u00fcber den Brandenkopf treffen sich am Hirzwasen die beiden Westweg-Varianten wieder, und ab hier wird es interessant: Auf absolut genialen Trails, die sowohl bergauf als auch bergab fahrtechnisch alles verlangen, geht es Richtung Hausach. Schmale Wege, kurvig, verblockt und steil, und trotzdem gerade noch fahrbar, da schl\u00e4gt das Herz jedes Bikers h\u00f6her.<br \/>\nIn Hausach finden wir noch einen Bikeshop, wo ich mir noch ein paar Bremskl\u00f6tze und vor allem ein kleines Kettenblatt kaufen kann, bei dem Regen gestern hatte ich einige Chainsucks und konnte zum Schlu\u00df das kleine Blatt fast nicht mehr nutzen. Nach etwas Suchen quartieren wir uns in einer noblen Pizzeria ein und sitzen bald direkt an der Kinzig auf der Terasse und lassen es uns schmecken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-679\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a.jpg\" alt=\"\" width=\"852\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a.jpg 852w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_23a-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_25a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-678\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_25a.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"856\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_26a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-680\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_26a.jpg\" alt=\"\" width=\"852\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_26a.jpg 852w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_26a-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_28a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-681\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_28a.jpg\" alt=\"\" width=\"852\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_28a.jpg 852w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_28a-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_35a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-682\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_130_35a.jpg\" alt=\"\" width=\"843\" height=\"592\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Freitag, 12. Juli 2002<\/b><br \/>\n3. Etappe Hausach &#8211; Hohlengraben<br \/>\n52,5km, 8,36km\/h Durchschnitt<br \/>\n6h16 reine Fahrtzeit, 8:40 bis 19:00 Uhr<br \/>\n1800HM rauf, 990HM runter<\/p>\n<p>Statt den \u00fcblichen Gummib\u00e4rchen auf dem Kopfkissen hatten wir gestern eine ganze Schale mit S\u00fc\u00dfem im Zimmer, die Duplos und Mars packen wir f\u00fcr die Pausen mit ein, der Tag geht gut los. Das gilt aber auch f\u00fcr die Steigungen, nach ein paar Hundert Metern Warmfahren im Ort geht es steil bergauf. Die Treppen zur Burgruine Husen umfahren wir, danach geht es bis zum Farrenkopf auf vielen, teilweise extrem steilen Singletrails voran. Noch haben wir den Ehrgeiz auch m\u00f6glichst viel zu fahren und treiben den Puls bis ans Maximum. Mit zwei Wanderern liefern wir uns quasi ein Rennen, an den steilen Anstiegen und durch eine erste kurze Rast an der Prechtaler Schanze holen sie uns immer wieder ein. Erst nach unserer Mittagspause in der Sch\u00f6nen Aussicht h\u00e4ngen wir sie endg\u00fcltig ab. Bis dahin haben wir schon \u00fcber 1000HM auf nur 15km angesammelt!<br \/>\nBis zum Silberberg bleiben wir in st\u00e4ndigem leichten Auf und Ab auf Singletrails, danach geht es bis auf die Auf- und Abfahrt zum und vom Brend meist auf breiten Wegen voran. Fast erholsam ist die Strecke bis zum Anstieg auf die Heubacher H\u00f6he, gut f\u00fcr Franks Knie, das bei starker Anstrengung etwas schmerzt. Zur Heubacher H\u00f6he geht es dann aber richtig steil aufw\u00e4rts und danach auf sch\u00f6nen Singletrails immer in der N\u00e4he der Stra\u00dfe bis zum\u00a0 heutigen Etappenziel am Hohlengraben.<br \/>\nNach dem Abendessen ist dann noch etwas Bikepflege angesagt, Frank stellt die Bremsen nach, ich wechsele schnell das Kettenblatt. Nachdem Frank sein Knie eingerieben hat, geht es in die Koje, der Tag heute war ziemlich deftig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_XA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-694\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_XA.jpg\" alt=\"\" width=\"566\" height=\"859\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_00.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-683\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_00.jpg\" alt=\"\" width=\"566\" height=\"859\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-684\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_02.jpg\" alt=\"\" width=\"566\" height=\"859\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-685\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_06.jpg\" alt=\"\" width=\"854\" height=\"573\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_06.jpg 854w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_06-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-686\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_08.jpg\" alt=\"\" width=\"854\" height=\"573\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_08.jpg 854w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_08-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-687\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_12.jpg\" alt=\"\" width=\"854\" height=\"555\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-688\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_16.jpg\" alt=\"\" width=\"846\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_16.jpg 846w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_16-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 846px) 100vw, 846px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-689\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_17.jpg\" alt=\"\" width=\"846\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_17.jpg 846w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_17-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 846px) 100vw, 846px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Samstag, 13. Juli 2002<\/b><br \/>\n4. Etappe Hohlengraben &#8211; Wiedener Eck<br \/>\n63,4km, 11,67km\/h Durchschnitt<br \/>\n5h25 reine Fahrtzeit, 9:30 bis 19:00 Uhr<br \/>\n1260HM rauf, 1220HM runter<\/p>\n<p>Der Blick aus dem Fenster motiviert nicht gerade: Nieselregen und schlechte Sicht. Zudem verfahren wir uns auf den ersten Kilometern und machen einen Abstecher \u00fcber Thurner. Breite Wege, Wiesen und Waldpfade wechseln sich ab. Frank hat wieder Probleme mit dem Knie, schon bei leichteren Steigungen schmerzt es. In Titisee entscheiden wir uns, das Knie beim Arzt untersuchen zu lassen und fahren nach Neustadt. Der Arzt diagnostiziert einen Meniskus-Anri\u00df, an Weiterfahren ist trotz Bandage und Salben nicht zu denken. Schweren Herzens entschlie\u00dft sich Frank, per Bahn zur\u00fcck nach Stuttgart zu fahren. Mit etwas schlechtem Gewissen mache ich mich wieder auf den Weg, eigentlich will ich Frank nicht alleine fahren lassen, will aber auch selber nicht den dritten Anlauf zum Westweg abbrechen. Ob ich das Wiedener Eck heute noch erreiche, ist ungewi\u00df, der Arztbesuch hat uns doch einige Stunden gekostet.<br \/>\nAm See vorbei geht es auf breiten Wegen aufw\u00e4rts bis zum Zweiseenblick, es regnet schon wieder kr\u00e4ftig. Dazu kommen vereinzelte Donnerschl\u00e4ge. Wenn es sich zum richtigen Gewitter ausw\u00e4chst, mu\u00df ich am Feldbergerhof mein Quartier suchen. Doch das Gewitter zieht vorbei, der Regen wird zumindest nicht st\u00e4rker. Trotz des Wetters sind viele Leute am Feldberger Hof. So fahre ich weiter, bleibe aber auf dem Fahrweg unterhalb Seebuck und Feldberggipfel, bis zur Todtnauer H\u00fctte. Ab da geht es auf einem fahrtechnisch einfachen, aber sehr sch\u00f6nen Wanderweg hinauf bis zum St\u00fcbenwasen. Der Regen h\u00f6rt langsam auf, und auf der Abfahrt blinzelt sogar die Sonne vereinzelt durch die Wolken, die Erde dampft. Der Wanderweg f\u00fchrt schnurgerade bergab, alle 50m unterbrochen von tiefen Wasserablaufrinnen, die sich hervorragend als Sprungschanzen eignen. So vergehen die Minuten bis zum Restaurant St\u00fcbenwasen quasi wie im Flug.<br \/>\nMotiviert durch die tolle Abfahrt entschlie\u00dfe ich mich, auf jeden Fall noch bis zur n\u00e4chsten \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit, dem Notschrei,\u00a0 weiterzufahren. Breite Wege wechseln mit schmalen Pfaden, ich komme gut voran und bin bald am Notschrei. Noch immer ist genug Zeit, bis zum Wiedener Eck zu kommen. So genie\u00dfe ich noch die Singletrails zwischen den Viehweiden hindurch und bin gegen 19:00Uhr am Wiedener Eck.<br \/>\nNach den schon nichts ganz billigen \u00dcbernachtungen der beiden letzten Tage ist mir das Hotel dann doch eine Kategorie zu nobel und ich fahre noch den Kilometer zur Jugendherberge und beziehe dort mein Zimmer. Doch da ich zum Abendessen zu sp\u00e4t bin, mache ich noch einen kleinen Abendspaziergang und speise ganz vornehm im Hotel. So ist&#8217;s richtig: Billig schlafen und nobel essen. W\u00e4hrend ich gerade am Nachtisch bin, f\u00e4ngt es an, wie aus K\u00fcbeln zu giessen. Man kann die direkt vor dem Hotel parkenden Autos nicht mehr sehen. Als der Regen etwas nachl\u00e4\u00dft, leihe ich mir einen Schirm und &#8222;schwimme&#8220; hoch zur JuHe. Binnen Sekunden sind die Schuhe und Hosenbeine durchweicht, hoffentlich trocknen die Sachen \u00fcber Nacht!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-690\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_21.jpg\" alt=\"\" width=\"846\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_21.jpg 846w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_21-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 846px) 100vw, 846px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-692\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_25.jpg\" alt=\"\" width=\"854\" height=\"579\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_25.jpg 854w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_25-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_27.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-691\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_27.jpg\" alt=\"\" width=\"566\" height=\"859\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Sonntag, 14. Juli 2002<\/b><br \/>\n5. Etappe Wiedener Eck &#8211; Rheinfelden<br \/>\n70,35km, 10,69km\/h Durchschnitt<br \/>\n6h35 reine Fahrtzeit, 8:20 bis 18:00 Uhr<br \/>\n1460HM rauf, 2250HM runter<\/p>\n<p>Der erste Morgen allein. Doch in der Jugendherberge ist genug Trubel, das auszugleichen. Nachdem ich den Schirm wieder im Hotel vorbeigebracht habe, geht es meist auf Singletrails Richtung Belchen. Einige sind sehr steil und verblockt, so da\u00df ich hier l\u00e4ngere Schiebepassagen habe, an einigen Stellen mu\u00df das Rad auch auf den Buckel. Diese Passagen tun meinem Sprunggelenk nicht so gut, es schmerzt etwas. Bekomme ich jetzt auch noch Probleme?<br \/>\nDas anfangs noch trockene Wetter verschlechtert sich zusehens, es wird k\u00e4lter, regnerisch, bei einer Sicht von 20m stehe ich auf dem Belchen und &#8222;genie\u00dfe&#8220; die Aussicht. Also schnell wieder runter, im Schutze der W\u00e4lder zieht der Wind nicht so durch die Klamotten. Um den Hohkelch genie\u00dfe ich eine sch\u00f6ne Abfahrt, die mit einigen Tragest\u00fccken teilweise recht ausgesetzt am Steilhang entlangf\u00fchrt. Genauso interessant bleibt die Strecke bis zum Haldenhof. Doch danach verfahre ich mich bei der Auffahrt zum Weiherfelsen gr\u00fcndlich und stehe orientierungslos im Nebel auf dem Weiherkopf. Wo ich bin, wei\u00df ich recht schnell, doch zehn Minuten brauche ich um herauszufinden, wie ich wieder auf den richtigen Weg komme. Mein Kn\u00f6chel bedankt sich f\u00fcr die zus\u00e4tzlichen 100HM.<br \/>\nDoch die n\u00e4chsten Kilometer entsch\u00e4digen v\u00f6llig f\u00fcr die umsonst gefahrenen Meter: Ab dem Parkplatz Kreuzweg beginnt ein fast endloser Singletrail, der sich bis auf einige kleine Zwischenanstiege leicht abw\u00e4rts zwischen B\u00e4umen und Felsen durchwindet. So geht es viel zu schnell zum M\u00fcllheimer Egerten, von wo mich die Auffahrt zum Blauen erwartet. Auch hier bleiben mir ein paar Tragest\u00fccke nicht erspart. Auf dem Gipfel leider ein \u00e4hnliches Bild wie auf dem Belchen: Schlechte Sicht und kalt. Also mache ich auch hier nur eine kurze Verschnaufspause, und st\u00fcrze mich zu Tal. Das ist durchaus w\u00f6rtlich zu nehmen, das erste St\u00fcck der Abfahrt ist ein extrem steiler, ausgewaschener und verblockter Weg mit Massen an losen Steinen, der direkt in der Falllinie den Berg hinunter f\u00fchrt. Den Rest der m\u00fchsam erarbeiteten H\u00f6henmeter bis Vogelbach vernichte ich auf Forststra\u00dfen.<br \/>\nAn der Ruine Sausenburg mache ich eine kurze Pause, dann geht es weiter bergab nach Kandern, und da mittlerweile sogar die Sonne scheint genehmige ich mir auf dem Marktplatz ein sp\u00e4tes Mittagessen. \u00dcber breite Wege geht es dann recht geruhsam bis zur Burg R\u00f6tteln, von wo der Westweg \u00fcber L\u00f6rrach bis nach Basel f\u00fchrt. Ich verlasse jedoch bis morgen fr\u00fch den Westweg und steuere Rheinfelden an. \u00dcber den Interregio Wanderweg bis nach Brombach, dann auf der Stra\u00dfe \u00fcber H\u00f6llstein, H\u00fcsingen, Adelhausen und Eichsel nach Rheinfelden. Dort telefoniere ich nochmals mit Roli, mit dem ich mich bei Betty und J\u00fcrgen, Freunden von Roli, verabredet habe. Kaum bin ich bei den beiden aus der Dusche, ist auch Roli aus Winterthur da. Nach einem ausgiebigen Abendessen quasseln wir noch ziemlich lange, die Nacht ist viel zu kurz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_33.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-693\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_33.jpg\" alt=\"\" width=\"854\" height=\"579\" srcset=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_33.jpg 854w, https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_131_33-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Montag, 15. Juli 2002<\/b><br \/>\n6. Etappe Rheinfelden &#8211; Bernau<br \/>\n54,5km, 9,67km\/h Durchschnitt<br \/>\n5h38 reine Fahrtzeit, 9:00 bis 17:30 Uhr<br \/>\n1700HM rauf, 1060HM runter<\/p>\n<p>Es regnet. Doch bis wir gefr\u00fchst\u00fcckt haben und loskommen hat sich der Regen verzogen und es ist trocken. Heute leistet mir Roli Gesellschaft, wir wollen einen Teil der Strecke gemeinsam fahren. Wo wir uns trennen wollen, haben wir noch nicht genau festgelegt, Roli wird dann wieder zur\u00fcck nach Rheinfelden fahren, ich will noch ein paar Kilometer bis zur n\u00e4chsten \u00dcbernachtung machen.<br \/>\nLos geht es durch Rheinfelden und auf der B34 bis nach Riedmatt. Dort nehmen wir den Interregiowanderweg bis nach Nordschwaben, wo wir auf die Ostroute des Westweges treffen. Ich sp\u00fcre die Anstrengung der letzten Tage, habe Kopfweh und bin an den Steigungen ziemlich schnell im kleinen Gang. Auch mein Sitzfleisch macht nicht mit, die Folgen des alten und v\u00f6llig zerfetzten Sitzleders zeigen sich jetzt. An vielen Steigungen lege ich Schiebestrecken ein, die meinen Beinen und meinem Hintern Erleichterung bringen sollen. Aber zumindest mein Kn\u00f6chel macht keine Probleme mehr.<br \/>\nDas erste St\u00fcck Westweg verl\u00e4uft \u00fcber breite Feldwege und kleinere Stra\u00dfen bis nach Hasel, ab da erwarten uns einige Singletracks bis auf die Hohe M\u00f6hr. Durch ein paar Kehren geht es auf toller Strecke bergab. Das bisher trockene, aber diesige Wetter verschlechtert sich, auf dem Anstieg zum H\u00f6rnle f\u00e4ngt es an zu regnen. So entschlie\u00dfen wir uns zur Pause im Naturfreundehaus, das etwas abseits des Westweges liegt. So entkommen wir einem kr\u00e4ftigen Regengu\u00df und sind eine Dreiviertelstunde sp\u00e4ter gest\u00e4rkt wieder unterwegs Richtung Hochkopfhaus. Nachdem meine Kondition nicht so richtig mitmacht, will ich dort \u00fcbernachten, obwohl es noch relativ fr\u00fch am Tag ist. Doch nach einigen etwas geruhsameren Kilometern am Hochkopfhaus angekommen stehen wir vor verschlossenen T\u00fcren: Ruhetag. Da ich mich mit der Mittagspause und den letzten Kilometern etwas erholen konnte, f\u00e4llt mir die Weiterfahrt nicht schwer. Roli jedoch mu\u00df langsam an den R\u00fcckweg denken, damit er nicht in der Dunkelheit in Rheinfelden ankommt. Einen Teil der Strecke f\u00e4hrt er jetzt in umgekehrter Richtung, um dann \u00fcber Stra\u00dfe nach Rheinfelden zu kommen.<br \/>\nNach einem herzlichen Abschied geht es f\u00fcr mich langsam ansteigend auf schmalen Pfaden am Hochkopf vorbei. Auf der H\u00f6he beginnt es kr\u00e4ftig zu regnen, es sieht auch nicht so aus, als ob es demn\u00e4chst besser w\u00fcrde. So entschlie\u00dfe ich mich am Pr\u00e4ger Eck, direkt nach Bernau abzufahren und den Bl\u00f6\u00dfling morgen anzugehen. Das spart mir heute noch 200HM und so kommme ich um 17:30 v\u00f6llig durchn\u00e4\u00dft in Bernau an. Beim Essen plane ich die Strecke f\u00fcr morgen, rechne nochmals die H\u00f6henlinien nach, doch letztlich mache ich die &#8222;Besteigung&#8220; des Bl\u00f6\u00dfling vom Wetter abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_132_0A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-695\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_132_0A.jpg\" alt=\"\" width=\"579\" height=\"852\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Dienstag, 16. Juli 2002<\/b><br \/>\n7. Etappe Bernau &#8211; Freiburg<br \/>\n46km, 9,94km\/h Durchschnitt<br \/>\n4h35 reine Fahrtzeit, 8:50 bis 14:45 Uhr<br \/>\n1150HM rauf, 1800HM runter<\/p>\n<p>Wie gehabt: Beim Aufstehen Regen, doch bis ich gefr\u00fchst\u00fcckt und gepackt habe, ist es von oben trocken. Trotzdem macht mich das Wetter nicht so arg an und entschlie\u00dfe mich, den Bl\u00f6\u00dfling \u00fcber Hofeck zu umfahren. Insgesamt spare ich mir so 350HM, von denen nach Aussage des Wirtes wahrscheinlich aufw\u00e4rts einige nicht fahrbar sind. Vor dem Herzogenhorn f\u00e4ngt es wieder an zu regnen, auf breiten Schotterwegen fahre ich bis zum Feldbergerhof. Ab da nehme ich die bekannte Strecke \u00fcber den St\u00fcbenwasen bis zum Notschrei, auch heute macht die Auffahrt zum Feldberggipfel bei minimaler Sicht wenig Sinn. Ab jetzt habe ich dann wieder unbekannte Wege vor mir.<br \/>\nAm Notschrei verlasse ich den Westweg und folge der blauen Raute bis auf den Schauinslandgipfel. Der Regen will und will nicht aufh\u00f6ren. Doch auf der folgenden Abfahrt vergesse ich das Wetter: 1000 Meter H\u00f6hendifferenz vom Schauinsland bis nach Freiburg, ein kurzer Zwischenanstieg vor dem Kybfelsen, und alles auf tollen Singletrails! Teilweise fl\u00fcssig und leicht zu fahren, teilweise anspruchsvoll geht es fast bis ins Stadtzentrum hinunter. Ein toller Abschlu\u00df f\u00fcr eine tolle Tour! In Freiburg erwische ich gerade noch die n\u00e4chste Verbindung nach Stuttgart, ohne Wartezeit sitze ich 5 Minuten nach der Ankunft am Bahnhof im Zug.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_132_4a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-696\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_132_4a.jpg\" alt=\"\" width=\"579\" height=\"852\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_132_5a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-697\" src=\"https:\/\/vielevisels.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/westweg2002_132_5a.jpg\" alt=\"\" width=\"579\" height=\"846\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aller guten Dinge sind drei: Auf den dritten Versuch habe ich es geschafft, leider auch diesesmal nicht ganz wie geplant, da Frank unterwegs auf der Strecke geblieben ist: 7 Tage, 380km, knapp 10.000HM mit dem Mountain Bike auf dem Westweg unterwegs.<\/p>\n<h2><b>Hot Spots<\/b><\/h2>\n<p>Die besten Trails gibt es in unseren Breiten immer in den Gebieten, in denen durch und f\u00fcr Wanderer viele interessante Wanderwege angelegt wurden. So ein Weg ist auch der Westweg, ausget\u00fcftelt im letzten Jahrhundert durch Philipp Bussemer, einem der Gr\u00fcnder des Schwarzwaldvereines. Am Seekopf wurde ihm daf\u00fcr ein Denkmal gesetzt, und auch wir Mountain Biker k\u00f6nnen ihm und dem Schwarzwaldverein dankbar sein.<br \/>\nEin Highlight auf unserer ersten Etappe ist der <b>Plattenweg von Hundseck bis zum Hochkopf<\/b> und wieder hinab. Ein handtuchschmaler Weg aus grob behauenen Steinplatten erfordert viel Konzentration, so da\u00df viel zu wenig Zeit bleibt, die tolle Landschaft zu genie\u00dfen. Auch auf der Abfahrt ist der erste Teil &#8222;gepflastert&#8220;, danach kommt ein steiler Singletrail, dessen tiefe Wasserablaufrinnen am besten durch einen beherzten Bunnyhop bezwungen werden.<br \/>\nAm zweiten Tag haben wir einen tollen Wurzeltrail durch das Naturschutzgebiet zwischen Lettst\u00e4dter H\u00f6he und Seeebene, noch toller jedoch ist der Weg zwischen <b>Hirzwasen und Hausach<\/b>. Zwischen steilen, verblockten Passagen und fl\u00fcssigen, schnellen Abschnitten ist alles dabei, was Mountainbiken so faszinierend macht. Als Abschlu\u00df dann noch 350HM abw\u00e4rts ins Kinzigtal ist der richtige Ausklang f\u00fcr eine Tour.<br \/>\nDoch nachdem wir in Hausach am &#8222;Tiefpunkt&#8220; angelangt sind, geht es am dritten Tag kr\u00e4ftig zur Sache. 1000HM auf den ersten 15km von <b>Hausach bis zum Karlstein<\/b>, viele davon auf fahrtechnisch nicht zu schweren, daf\u00fcr aber irrsinnig steilen Trails stacheln so richtig unseren Ehrgeiz an, trotzdem liegt unser Schnitt bis dahin bei knappen 5km\/h. Wer lieber bergab f\u00e4hrt als bergauf, l\u00e4\u00dft lieber die Finger von diesem Teil und sucht sich eine Umfahrung!<br \/>\nTag vier, die <b>Abfahrt vom St\u00fcbenwasen<\/b>: 2 Meter breit und geschottert, aber etwa 20 bis 30cm hohe und bis zu einem Meter breite Wasserablaufrinnen eignen sich hervorragend als Sprungschanze, mit jeder Rinne wird man mutiger, die Spr\u00fcnge weiter und h\u00f6her. Nur der schwere Rucksack auf dem R\u00fccken verhindert das Abheben.<br \/>\nNach diesem kurzen Intermezzo erwartet mich zwischen Belchen und Blauen, genauer vom <b>Parkplatz Kreuzweg bis zum M\u00fcllheimer Egerten<\/b> ein langer Singletrail, der schnell und fl\u00fcssig zu fahren ist, und in mal engeren mal weiteren Kurven leicht abw\u00e4rts zwischen den B\u00e4umen hindurch f\u00fchrt. Fahrtechnisch bis auf ein paar Abs\u00e4tze recht einfach, ist dieser Weg ein Genu\u00df und toll zum Abspannen.<br \/>\nDoch der absolute Hit kommt zum Schlu\u00df: Die <b>Abfahrt vom Schauinsland \u00fcber den Kybfelsen bis nach Freiburg<\/b>. \u00dcber 1000HM Downhill, das meiste auf Singletrails. Auf den 1000HM findet sich so ziemlich alles zwischen Highspeed Passagen und Tragest\u00fccken, Biker was willst Du mehr?<\/p>\n<h2>Infos<\/h2>\n<p><b>Planungsmaterial:<\/b> Wanderkarten 1:50.000 des Landesvermessungsamtes Baden-W\u00fcrttemberg (Karte des Schwarzwaldvereines): Blatt 2, Baden-Baden Hornisgrinde Blatt 5, Freudenstadt Schramberg Blatt 7, Triberg Donaueschingen Blatt 8, Belchen Wiesental<br \/>\nKompass Wanderf\u00fchrer Schwarzwald-H\u00f6henwege 1 (ISBN 3-8134-0343-2) Schwarzw\u00e4lder Bergvesperstuben (ISBN 3-9802840-3-4)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Westweg. Von Pforzheim bis nach Basel mitten durch den Schwarzwald. 1. Versuch, 1996, Alleingang: Wider besseres Wissen fahre ich mit Grippe los, und breche schon am ersten Tag ab, liege darauf fast zwei Wochen im Bett. 2. Versuch, 2000, Dauerregen: Die Wettervorhersage f\u00fcr den Schwarzwald verhei\u00dft eine zweite Sintflut. Flucht in die Vogesen (http:\/\/blog.vielevisels.de\/?p=630). &hellip; <a href=\"https:\/\/vielevisels.de\/?p=671\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Westweg per Bike 2002<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5,3],"tags":[17],"class_list":["post-671","post","type-post","status-publish","format-image","hentry","category-mtb-trips","category-trips","tag-mehrtagestour","post_format-post-format-image"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=671"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4548,"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/671\/revisions\/4548"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vielevisels.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}