Altmühltal

Der Radweg im Altmühltal, Prototyp und Vorbild vieler Flussradwege. Gut ausgebaut, schöne Landschaft, gute Infrastruktur. Toll mit der Familie und dem Tourenrad. Aber per Bike?

Da muss man schon den Kopf ein wenig aus dem Tal strecken, und dem Altmühl-Panoramaweg folgen, der mal links, mal rechts das Tal verlässt und sich an den Hängen entlang zieht. Wanderweg heißt in dem Fall aber auch, dass es steil wird. Bergab wie bergauf. Und so gibt es dann doch ein paar Stellen, an denen der Wanderweg der ursprünglichen Bedeutung des Wortes „Wandern“ gerecht wird, und das Rad schiebenderweise zum Ballast wird.

Und so treffe ich mich für ein Bike-Wochenende mit Frank in Treuchtlingen, 2 Tage lang wollen wir dem Panorama-Weg folgen. Für mich auch Einweihung des neuen Liteville, Frank bleibt seinem bewährten Material treu.

Die erhofften Trails wechseln mit gemütlichen Strecken entlang der Altmühl und über die Hochebenen, so bekommen wir bis zur Übernachtung in Eichstätt  ordentlich Höhenmeter und abwechlsungsreiche Strecken. Die Anstiege sind zwar nicht ewig lang, durch den Wechsel der Flussseite addieren sie sich aber auch am zweiten Tag ganz ordentlich, bis wir nach der Mittagspause in Böhming den Rückweg entlang des Flussradweges antreten. Bis Eichstätt per Bike, zeitlich wird es noch richtig knapp als uns Google Maps auf der Direttissima durch den Wald zum Bahnhof in die Irre leitet und wir ein paar Sekunden vor Abfahrt die Bahn von Eichstätt Stadt zum „Fernbahnhof“ entern, so bleibt noch Zeit für ein Eis in Treuchtlingen.

Treffpunkt in Treuchtlingen

Treffpunkt in Treuchtlingen

Trockenwiesen

Trockenwiesen

Felsformation

Felsformation

Kerle nach rechts

Kerle nach rechts

Pilze im Wald

Pilze im Wald

Rieshofen

Rieshofen

Oberhalb Arnsberg

Oberhalb Arnsberg

Rückweg auf dem Altmühl-Radweg

Rückweg auf dem Altmühl-Radweg

Schön wars! Danke 🙂

PS: An ein paar Stellen im Naturpark ist das Biken explizit verboten, und überall ist Rücksicht auf die Wanderer selbstverständlich.

Zuwachs im Fuhrpark

12 Jahre voller Erlebnisse und Erinnerungen. Genauso lange fahre ich mein Liteville 301 schon. Und trotz mancher Ersatzteile und Aktualisierungen merkt man schon einen gewissen Retro-Charme. Nicht dass es mit 26″x2,25, 115mm Federweg und 3-fach Kettenblatt unfahrbar wäre, weit gefehlt. Aber irgendwie übt das Neue schon einen gewissen Reiz aus und so waren eigentlich über die dunkle, kalte Jahreszeit intensive Recherchen geplant, stundenlanges Kataloge-Wälzen, Probefahren, um letztlich in seitenlangen Excel-Tabellen das gefühlt optimale Bike zu finden.

Und die Vielzahl an Technologien macht es nicht gerade einfacher. Drei Räder-Größen, 1-, 2-, 3-fach, Federwege, Carbon, und und und. Manches mehr Marketing als wirklich technisch notwendig geschweige denn sinnvoll. So war ich um Roli’s Angebot froh, auf unserer Pfalz-Tour sein „altes“ 301 Mk. 10 auszuprobieren. 160mm mit ordentlich breiter 26″/27,5″-Mischbereifung, 2-fach, Dropper-Post, flachem Lenkwinkel und breitem Lenker ist es immer noch relativ nah an aktuellen Standards und Lichtjahre von meinem Mk. 1 entfernt. Auch was das Gewicht betrifft, vor allem Gabel und Laufräder bringen stattliche 2kg Mehrgewicht gegenüber meinem Bike mit.

Umso überraschter war ich, wie gut das Mk.10 in der Pfalz auf verblockten Trails bergauf geht. Je wilder, desto besser. Gut, auf langen Anstiegen ziehen die 14,5kg ins Tal, aber mehr mental als wirklich relevant. Schließlich fahre ich kein Rennen. Bergab dann das erwartete, die breiten Reifen, Federweg und die absenkbare Sattelstütze geben viel Sicherheit in ruppigem Gelände. Nichts, was ich nicht auch mit dem alten Rad hätte fahren können, aber einfach mit mehr Gelassenheit und Spaß. Und schneller.

Und so wechselt Roli’s 301 den Besitzer und Fuhrpark, vermeidet Standplatten und bekommt einen zweiten Frühling in Stuttgarts Wäldern. 🙂 Und ich kann statt mir den Hintern beim Recherchieren platt zu sitzen lieber biken gehen…

301 Mk1 vs. 301 Mk10

301 Mk1 vs. 301 Mk10 (Anklicken für Animation)

Der moderne Entdecker: OSM Tagging

Die Openstreetmap-Karten haben mittlerweile in vielen Gebieten eine Qualität erreicht, die mindestens so gut ist wie die käuflichen Karten.

Und mit dem richtigen Rendering werden in vielen Gebieten sogar die Bewertung nach der Singletrailskala grafisch dargestellt. Das bieten zum Beispiel openmtbmap.org oder openandromaps.org (letzteres mit dem MTB-Theme), mit den entsprechenden Apps (z.B. Oruxmap auf Android oder Cartograph2 auf iPhone) auf dem Handy eine tolle Alternative zu GPS-Geräten.

Zum MTB-Tagging gibt es aber durchaus in einigen Gebieten noch Luft nach oben. Wer sich ein bisschen wie Amerigo Vespucci fühlen will, kann da nachhelfen und die Wege mit den entsprechenden MTB-spezifischen Tags versehen. Das geht einfach mit dem Offline-Editor JOSM in Verbindung mit meinem MTB-Tagger, der die wichtigsten Tags übersichtlich darstellt.

Das Ergebnis meiner letzten Touren im Sommerurlaub im Ahrntal im Vorher/Nachher-Vergleich (Juni – September) zeigt eine deutlich bessere Detaillierung und viele neu kartographierte Wege, stellt aber aber auch zusätzlich bei vielen Pfaden, die im Juni noch als einfache braune Linie dargestellt waren,  die Schwierigkeitsgrade nach Singletrailskala an. Und erlaubt so dem nächsten eine Einschätzung, ob noch fahrbar oder eher nicht.

Have Fun!

OSM Luttach Juni - September 2018

OSM Luttach Juni – September 2018: (Kartenausschnitt anklicken für Animation

Legende openandromap MTB

Legende openandromap MTB