Archiv der Kategorie: Trekking

Gute Vorsätze und offene Rechnungen

Obwohl ich weiß, wie gut mir das Radfahren tut, das in der Natur sein, hatte ich die letzten Jahre immer wieder Ausreden. Gründe, was noch erst fertig sein muss, was noch zu erledigen ist, bevor ich mich mal „nur zum Spaß“ aufs Rad gesetzt habe. Weil der Winter 2024/2025 mich mental ziemlich gefordert hat, habe ich schon zu Beginn 2025 versucht, meine Prioritäten zu ändern. Mehr einfach nur zum Spaß fahren, und nicht nur die täglichen Wege zur Arbeit und zum Einkaufen. Das habe ich dann seit dem Frühjahr auch ziemlich konsequent verfolgt und merke, wie sehr mir das gut tut. Über alle Statistiken und Sammel-Leidenschaften hinaus, die mich sicherlich motivieren, ist es einfach die Zeit in der Natur, an der frischen Luft, mit den Gedanken weit weg vom Stress des Alltags.

Dezember 2025

Nach der Yard-Nord-Erweiterung im November konnte ich dann Anfang Dezember eine erste Tour in Brühl durch die Ville fahren, bei der sich nicht nur die Summe der Squadrats erhöht hat, sondern auch mein Yard. Yeah.

Vier große Lücken bestimmen dann auch die Ziele der nächsten Touren:

Eine Tour von Herrenberg durch den Schönbuch Richtung Tübingen, und durchs Ammertal zurück. Sonnig, aber frostig.

Auch im Norden Richtung Enztal gibt es noch eine ziemlich große Lücke, die ich auf einer langen Runde mit knapp 90km und 1300HM schließen konnte. Das Wetter macht auch wieder mit, blauer Himmel und nicht zu kalte Temperaturen, und tolle Nebenstrecken ohne viel Verkehr.

Die nächsten 2 Tag geht es ins Heckengäu, die erste Tour von Ehningen ins Würmtal und dann über Dätzungen, Althengstett, Monakam und nach Weil der Stadt.

Und am zweiten Tag von Herrenberg Richtung Westen, toll die Radrennbahn in Öschelbronn live zu sehen. Bei den kurzen Tagen im Dezember geht es auch jedes mal in die Dämmerung, Sonnenuntergänge inklusive.

Mit den beiden Touren im Heckengäu habe ich auch das Übersquadrat auf 24×24 vergrößern können. Was aber Mitte Dezember noch bleibt, ist ein gaaaanz kleines Loch, kurz vor Pforzheim. Die Planung steht, aber eine Erkältung vor Weihnachten verhagelt mir das Ziel, mit der Lücke auch das Übersquadrat nochmal deutlich zu erweitern.

Trotzdem kommen auf den großen Touren im Dezember nochmal über 300km und einiges an täglichen Wegen zusammen, die Bilanz 2025 fällt dadurch auch entsprechend aus: Über 9000 Jahreskilometer, das sind fast doppelt so viel wie im Schnitt der letzten Jahre (und auch Jahrzehnte). Motiviert haben mich dabei einerseits das Wissen, mir was Gutes zu tun, andererseits aber auch das Squadratsen. Und das auf zwei Ebenen, einerseits die reine Statistik, neue Squadrate zu sammeln, Yard und Yardinho zu erweitern und meine Kilometerleistung aufzustocken. Andererseits aber auch das schöne Gefühl, neue Strecken zu fahren, andere Gegenden kennen zu lernen, und aus dem Alltag auszubrechen, keine Verantwortung zu haben außer für mich selbst.

Neujahr. Zeit für gute Vorsätze.

In 2025 habe ich gemerkt, wieviel Kraft ich für den Alltag aus den Touren ziehen kann. Und obwohl ich viel Zeit auf dem Rad verbringe, gehen die täglichen Aufgaben viel leichter und schneller von der Hand.

Das will ich fortsetzen, und mir auch in 2026 vornehmen. Vielleicht den Fokus noch mehr auf die Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten unterwegs legen und weniger auf die reinen Kilometer, das ist bei der Planung der Touren bisher nicht immer oberste Prio gewesen.

Gut, dass es in meinem Planungstool, dem Brouter, ein Plugin für Squadrats gibt, das die schon gesammelten als Ebene anzeigt und bei Planungen auch markiert, welche neu dazu kommen. Und die Möglichkeit besitzt, über vordefinierte und eigene Overpass-Abfragen zusätzliche Ebenen mit weiteren Informationen anzuzeigen. Neben den vordefinierten (Attraktionen, Museen, Denkmäler) habe ich mir noch eine Ebene mit historischen Elementen erzeugt. Damit bin ich dann für die nächsten Planungen besser gerüstet.

Januar 2026

Das kann ich im Januar ja dann direkt ausprobieren. Eeine Rechnung habe ich ja noch offen, die Lücke kurz vor Pforzheim.

Nach Weihnachten, Neujahr und ein paar Tagen in Hamburg bei Schnee und Eis ist es dann Mitte Januar soweit, ich halte mir einen Tag frei. Schon beim Packen merke ich, dass das Hinterrad Luft verliert, zum Glück habe ich genug Zeit eingeplant und kann noch schnell flicken. Aber auf den letzten Metern zum Bahnhof fährt sich das Rad schon wieder schwammig, gerade so komme ich noch an den Bahnsteig. Im Zug prüfe ich dann, ob ich schlampig geflickt habe, finde aber ein zweites Loch an einer anderen Stelle. Pech. Ich habe zwar alles an Werkzeug dabei, aber wohl den letzten Flicken nicht ersetzt. Selbst schuld. Die Suche nach anderen Radfahrer:innen im Zug, die besser mitgedacht haben, bleibt erfolglos, so geht es in Pforzheim erstmal zur Fahrradwerkstatt, Material kaufen, und flicke das zweite Loch. Etwas verspätet geht es endlich los, aus Pforzheim heraus erstmal ordentlich bergauf. Die 6 fehlenden Squadrate zwischen Pforzheim, Neubärental und der Hofmannshöhe habe ich schon auf den ersten Kilometern eingesammelt, und pendle ich links und rechts der A8 (auf der Suche nach neuen Squadratrinhos) bis Leonberg. Da komme ich dann an den Rand meines Yardinhos und schnell bin ich zu Hause.

Noch vor der Dusche: die heutige Tour in Strava hochladen, und schauen wie sich die Erlebnisse von heute auswirken. Mein Yard ist jetzt gut 1300 Squadrate groß, und das Übersquadrat hat sich auf 28×28 erhöht. Im Ranking liege ich damit irgendwo unter ferner liefen, aber das ist nicht das Ziel. Ziel sind die Erlebnisse unterwegs.

Der Blick auf die Squadrats-Karte zeigt schön, wie sich die „bekannte Welt“ so nach und nach vergrößert, so ein bisschen fühlt man sich an wie ein Entdecker auf der Suche nach neuem Land. Und der Blick zeigt auch, wo die nächsten Touren hinführen können, vielleicht auf die Erweiterung des Yards nach Süden? 🙂

Rheintal mit Abwegen – Yard Erweiterung nach Norden

Idee

Nachdem Frank mich mit dem Squadratsen angefixt hat, habe ich schon viele schöne Touren unternommen, viele Kilometer gefahren und neue Gegenden gesehen. Der Aktionsradius erweitert sich immer mehr, für die ein oder andere Tour nutze ich dann auch die S-Bahn. Und bei Touren in Westerwald und im Rheinland, wo meine Frau und ich herstammen, gibt es dann nochmal zwei kleinere lokale Hotspots, mit Stuttgart nur verbunden durch ein paar Langstreckentouren.

Irgendwann kommt dann die Idee, die Lücken zwischen den Hotspots und den Langstrecken zu einem Yard zu schließen, der von Stuttgart bis nach Köln reicht. Eine Woche Urlaub am Stück habe ich nicht mehr, aber aufgeteilt in Teilstrecken von Brühl und Dierdorf werde ich das wohl irgendwann hinbekommen, muss ja nicht dieses Jahr sein.

Planung

Motiviert mache ich mich an die Planung, und versuche bestehende Langstrecken zu verbreitern. Die Strecke von Brühl Richtung Koblenz ist bis Bonn noch relativ einfach, das Rheintal ist einigermaßen breit und auf den Umwegen summieren sich noch nicht zu viele Höhenmeter. Im Mittelrheintal ändert sich das dann, die Lückenschlüsse zwischen den Langstrecken im Rheintal und dem Rheinsteig bringen Kilometer und Höhenmeter en masse. Erst ab Mainz wird es wieder einfacher, die Oberrheinische Tiefebene mit ihren vielen Feldern und Feldwegen erlauben mir eine einigermaßen Höhenmeterarme Strecke, Kilometer kommen trotzdem ganz ordentlich zusammen. In Heidelberg stellt sich dann die Frage, ob ich bis Bruchsal weiter im Rheintal bleibe und meine erste Langstrecke aus 2010 ergänze, oder über Sinsheim die Strecke aus 2012. Ersteres scheint sinnvoller, und so führt die letzte Teilstrecke dann von Bruchsal nach Mühlacker, wo ich dann Anschluss an den bestehenden Yard rund um Stuttgart habe. Soweit der Plan für die Route, Etappen habe ich noch nicht geplant, die werden sich dann nach und nach ergeben.

Unterwegs

15.10. Brühl – Koblenz

Im Oktober ist es dann soweit, bei einem Besuch in Brühl nehme ich mir einen Tag Zeit, und nehme die erste Teilstrecke in Angriff. Ziel für heute: Koblenz, und mit der Bahn zurück. Lässt man dem Navi freies Spiel, kommen da gut 80km und 100HM heraus, der Rheinradweg ist gut ausgebaut und erlaubt müheloses Vorankommen. Nicht mein Plan. Bornheim, Bonn, Königswinter, Bad Honnef und Remagen, das sind die Stationen,die am Rande des Rheintales noch einigermaßen in der Ebene bleiben und auf gut ausgebauten Wegen verlaufen. In Sinzig mache ich den ersten von diversen Schlenkern Richtung Westen, und schließe unsere Ahr-Radtour mit an. Runter ins Rheintal komme ich erst wieder in Andernach und sammle einiges an Höhenmetern und Kilometern ein, auf Nebenstraßen und Waldwegen. Nach 115 Kilometern und über 1000HM komme ich in Koblenz am Bahnhof an, bin froh dass ich bei der Planung keine Fehler gemacht habe und irgendwo ein Squadrats übersehen. Auch wenn der Weg bis Stuttgart noch weit ist, ein Anfang ist gemacht.

5.+6.11. Dierdorf – Boppard – Mainz

Im November ergibt sich die nächste Möglichkeit, nach einem Besuch bei meinem Vater habe ich anderthalb Tage, um die nächsten Lücken zu schließen. Damit ich Dierdorf mit im Yard drin habe, ist erstmal ein Schlenker Richtung Oberbieber geplant, bis ich das Wiedtal kreuze und westlich von Neuwied an den Rhein komme. In Bendorf quere ich den Rhein, und bei Metternich die Mosel. Es wird frisch, als ich durch den Koblenzer Stadtwald nach oben klettere, die Dämmerung setzt langsam ein. In Rhens erreiche ich den Rhein, und kann dann bei Dunkelheit und tollen Blicken auf die Marksburg dem Rheinradweg bis Boppard folgen. 75km, 700HM, für einen Nachmittag nicht schlecht.

Nach einem leckeren Essen und einer ruhigen Nacht im Hotel geht es bei Nebel und Temperaturen knapp über 0° mit der Fähre über den Rhein. Die Idee für heute: Fahren bis ich keine Lust mehr habe, Wiesbaden oder Mainz bieten sich als Endpunkt mit Bahnanschluss an. Über den Rheinradweg wären es 75km und ungefähr 150HM. Die 150 HM habe ich schon in den Beinen, als ich nach einer guten halben Stunde auf dem Dreispitz stehe und die ersten Sonnenstrahlen den Nebel durchbrechen. Ein ständiges Auf und Ab durch kleine Ortschaften, Felder und Wälder, mit tollen Blicken und wenig Menschen. In Lorch ist Zeit für eine Mittagspause, den Weg bis ganz runter an den Rhein spare ich mir und nehme Vorlieb mit der Bäckerei in einem Supermarkt am Stadtrand. Danach geht es wieder steil aufwärts, die Waldwege verlangen mir einiges an Kraft ab. Erst als ich in Östrich-Winkel wieder an den Rhein komme, wird es flach, ich folge für ein paar Kilometer dem Rheinradweg, und mache nochmal eine Pause in Hattenheim direkt am Rhein. Hier plane ich, wie es weitergeht, und nachdem die Zugverbindungen von Mainz mir sinnvoller erscheinen, nehme ich ab Eltville noch ein paar Schlenker mit, bevor es langsam dämmert. Auch wenn der Verkehr Richtung Mainz dann immer mehr zunimmt und die Feuchtigkeit in die Klamotten kriecht, nehme ich auf der rechten Rheinseite noch ein paar Squadrate mit, bevor ich dann am Mainzer Bahnhof ankomme. 110km, 1800HM. Im Zug dann der Upload auf Strava und die Kontrolle: Wieder nichts vergessen, Brühl Dierdorf und Mainz sind jetzt nach allen Regeln der Kunst Yards miteinander verbunden. Und: ich habe mich erstmals beim Frostpendeln angemeldet, gewissermaßen als Selbst-Motivator, und sammle auch da ordentlich Kilometer. Wichtiger aber: nur anderthalb Tage unterwegs, und ich konnte so richtig vom Alltag abschalten, habe neue Gegenden kennengelernt und wieder erleben können, wie schön Deutschland ist.

12.11. Mainz – Walldorf

Jetzt hat es mich gepackt, die Lücke Richtung Stuttgart wird immer überschaubarer, und nur eine Woche später verspricht der Wetterbericht einen sonnigen Tag bei kalten Temperaturen. Die Bahn bringt mich nach Mainz, und dann geht es mit vielen Umwegen und Abwegen an Darmstadt vorbei nach Pfungstadt, Seeheim, Bensheim bis nach Weinheim. Die vielen Feldwege sind feucht und von der Ernte oft schlammig, dafür halten sich die Höhenmeter in Grenzen. In Weinheim schließe ich an die Mountainbike-Touren vom August an, nächstes kleines Etappenziel. Da ich damals schon die Anbindung an Heidelberg geschafft hatte, kann es jetzt auf direkt Strecke auf Heidelberg zu gehen, keine Umwege, keine Schlenker. Beim Abendessen in einem American Diner überlege ich, wie es weitergeht, per Bahn von Heidelberg nach Stuttgart wäre Möglichkeit 1, die Alternative wäre im Dunkeln noch weiter Richtung Süden fahren. Nach der Stärkung und mit der nicht ganz so optimalen Zugverbindung von Heidelberg entscheide ich mich für letzteres, Walldorf ist kein Stunde (und höhenmeterfrei) entfernt und gut angebunden. Bald sitze ich im Zug, gut 140km in den Beinen, dafür nur moderate 400HM. Und ganz schön stolz, im November noch solche langen Strecken zu unternehmen.

18.11. Mühlacker – Walldorf

Wieder eine Woche später: Der Ehrgeiz ist da, ob ich den Plan dieses Jahr noch umsetzen kann. Auch wenn die Vorhersage frostig ist, starte ich auf die letzte Etappe, diesmal in Richtung Norden. In Mühlacker steige ich aus der Bahn, packe mich warm ein, und bei Sonnenschein und leichten Minusgraden geht es durch die Landschaft, die unter einer dicken Schicht Rauhreif bedeckt liegt. Es dauert Stunden, bis die Sonne genug Kraft hat, und der Rauhreif langsam schmilzt und in kalten Tropfen von den Bäumen regnet. In Bruchsal ist dann Pause in einem Café angesagt, und dann ist es auch nicht mehr weit bis Walldorf. Knapp 80km und 800HM und genausoviel neue Kilometer fürs Frostpendeln, so die Statistik für den heutigen Tag.

Und der Blick auf die Squadrats-Karte zeigt: mit diesem tollen Tag auf dem Rad ist die Erweiterung meines Yards nach Norden bis ins Rheinland komplett. Und für die Lücken um Pforzheim, südlich der Enz und im Westerwald wird sich auch noch eine Chance ergeben.

First Time: Graveln in Andalusien

2 Wochen Sommerurlaub in Andalusien, und davor eine Woche Zeit, mit dem Rad die Gegend um Malaga zu erkunden. Für die Forststraßen und Feldwege durch die Olivenhaine leihe ich mir ein gutes Gravelbike und habe fünf Tage Zeit, die Landschaft zu genießen. Und zu prüfen, ob Graveln was für mich ist.

Das Megamo SILK ist mit einer elektronischen Sram Schaltung ausgerüstet, was mir den Einstieg in die Drop Bar Welt einfach macht. Vollcarbon Chassis und leichte Laufräder von Fulcrum mit Pirelli-Reifen drücken das Gewicht bergauf, und bergab verzögern die Sram Scheibenbremsen. Auch ein Novum für mich: Das Rad darf mit in die Wohnung 🙂

22. September, Casarola Umrundung

Die erste Tour geht nach Norden ins Hinterland von Malaga, im Tal des Rio Guadalmedina aufwärts. Zu dieser Jahreszeit in der Stadt ein Rinnsaal, dienen die Stauseen der Wasserversorgung der Stadt. 400HM geht es auf Asphalt bergauf bis auf den Kamm, ich genieße das leichte Rad, den steifen Rahmen und die leicht rollenden Reifen. Dann geht es weiter Richtung Westen, und auf einem breiten Schotterweg steil abwärts, teils mit über 20% Gefälle. Die tief ausgewaschenen Längsrinnen, querlaufende Wassergräben und teils grobe Steine machen die Fahrt anspruchsvoll und ich wünsche mir mein MTB. Die Griffposition an den Hoods erlaubt zwar die Betätigung der Bremsen, bei dem steilen Gelände kostet das aber zu viel Kraft, und ein Anheben des Vorderrades über die quer verlaufenden Gräben ist nicht möglich. Die Handposition im Bogen erlaubt zwar mehr Bremskraft und auch eine bessere Zugmöglichkeit, aber ist bei dem Gefälle nicht angenehm.

3 Kilometer geht es auf diesem Weg voran, bis ich wieder auf eine Straße am Embalse de Calasola treffe. Zum Glück ist nicht alles so steil, und bei leichtem Gefälle oder Steigungen komme ich gut zurecht. Einziges Problem sind die faustgroßen Steine, die sich im Staub gut tarnen und viel Aufmerksamkeit erfordern.

Bei der Umrundung des Embalse wartet noch mal eine heftige Steigung auf mich, bei über 30° und praller Sonne bin ich dann froh am unteren Ende des Stausees ein einfaches Lokal zu finden, und sitze gemütlich im Schatten, bevor ich mich auf Asphalt wieder in die Abfahrt (mit dem ein oder anderen Gegenanstieg) stürze.

Nach 4 Stunden, mit gut 50km und 1000HM in den Beinen komme ich wieder in der Unterkunft an, und wir genießen den Rest des Tages zu zweit Stadt und Strand.

23. September, Tour nach Alhaurin

Nachdem das Rad schon startbereit im Zimmer steht, komme ich heute früher raus, und nehme Kurs gen Westen. Erstmal an der gut ausgebauten Strandpromenade entlang, und am Rio Guadalhorce biege ich südlich um den Flughafen wieder ins Hinterland ab bis ich in Alhaurin el Grande bereit bin für eine Pause.

Die kurvigen Radwege entlang der Promenade machen mit dem Gravelbike viel Spaß, leicht lässt es sich beschleunigen und um die Kurven dirigieren. Im Naturschutzgebiet des Mündungsdeltas geht es für ein paar Kilometer auf festem Erdweg entlang. Auch hier ist das Megamo in seinem Element, zügig geht es voran.

Am nördlichen Fuße des Pico Mijas geht es nach der Stärkung wieder zurück, nördlich des Flughafens durch eine Furt, und immer wieder auf staubige Erdwege, bis mich die Stadt wiederhat.

5 Stunden, 70 Kilometer, 550HM, perfektes Terrain für das Gravel-Bike. Das Nachmittagsprogramm? Auf der Suche nach der besten Eisdiele Malagas durch die Stadt, und zum Abschluss in der Rooftop Bar essen.

24. September, Reina.

Heute habe ich eine Tour zur Eremitage del Cotron geplant, muss aber unterwegs meine Grenzen erkennen, ebenso wie die des Gravel Bikes, und auch die der Landbesitzer.

Bis Las Manillas geht es wieder auf der bekannten Strecke Richtung Norden, dann biege ich aber nach Osten auf den Kamm ab. Der Weg wird schnell steil, und der Asphalt verliert sich in grobem Geröll. Auch der hat schnell ein Ende, und der Weg wird zum Pfad. Entlang des Kamms gibt es tolle Blicke, aber auch die ein oder andere Stelle, bei der ich das Rad bergauf schieben muss. Traktion und der für mich ungewohnt schmale Lenker vereiteln das Fahren. Auf die Kräfte, die vielleicht auch nicht reichen würden, gehen wir mal nicht im Detail ein.

Auf fast 600 Meter Höhe hatte ich eigentlich geplant, in einer Schleife nach Westen abzubiegen, ein großer Zaun und selbst für mich als nicht spanisch Kundigen unmissverständliche Schilder zeigen: Privat-Besitz. Laut Karte gibt es einen Kilometer weiter nochmal einen Weg, der Richtung Westen abzweigt, dazwischen geht es aber nochmal über einen Hügel, der deutlich zu steil zum Fahren ist. In einer kleinen Senke geht es wirklich links ab. Wann der Weg allerdings das letzte Mal genutzt wurde, ist unklar, es sieht eher nach einer Feuerschneise aus, die in Falllinie den Hang runter verläuft. Deutlich über 30% Gefälle, kindskopfgroße Steine und eine kaum erkennbare Fahrspur, mit dem MTB kein großes Hindernis, aber mit dem Gravelbike ein zu großes Risiko. Für mich zumindest. So wird umdisponiert, und ein Schlenker Richtung Osten eingebaut. Am Mirador Francisco Vazquez Sell treffe ich auf eine Straße, und nach einem Abstecher auf den 1032m hohen Reina treffe ich noch ganz unverhofft auf eine besondere Straßenanlage: Vor Boticario macht die Straße 2 360° Schleifen, bei denen ich jeweils zuerst eine Brücke überquere, und danach drunter durch fahre.

Bei der obligatorischen Pause am Ortseingang von Malaga habe ich dann Zeit, die Tour Revue passieren zu lassen. Für mich ganz eindeutig, wenn man auf unbekanntes Terrain vorstößt, noch kein Gefühl für die Qualität der Wege und der Kartographierung hat, kann das Gravelbike an seine Grenzen stoßen. Wenn es (ungeplant) fahrtechnisch anspruchsvoll wird, ist das MTB das universellere Rad. Eigentlich nicht überraschend. So komme ich heute auch nur auf gut 40km, allerdings mit über 1100 meist sehr anspruchsvollen Höhenmetern. Die machen sich auch durch schleifende Bremsen bemerkbar, ich versuche im Appartment die Bremsen zu säubern und neu einzustellen, das gelingt ohne Iso und Bremsflüssigkeit nur bedingt gut und wird mich auch morgen noch begleiten.

25. September, Mijas

Der Plan für heute: Richtung Westen am Strand entlang bis Torremolinos und versuchen, ob ich um das Massiv des Monte Calamorro herum komme. Alhaurin läge dann wieder auf der Strecke.

Die Strecke bis ins Delta des Rio Guadalhorce kenne ich schon, dann geht es noch bis Torremolinos am Strand entlang, und dann durch den mehr oder weniger dichten Straßenverkehr aufwärts, bis ich Stadt, Hotels und Golfplätze hinter mir lasse. In Mijas, einem der kleinen weißen Dörfer, gönne ich mir eine Pause und lasse mich durch die engen Gassen treiben. Nach Blick auf Karte und Uhr entscheide ich mich für die Abfahrt Richtung Mittelmeer, statt ins Hinterland. Über kleine Nebenstrecken geht es steil abwärts, schnell verliere ich Höhe. Am Strand entlang geht es wieder Richtung Malaga, bis es mich bei Carvajal auf die Hauptstraße führt, ich komme zwar zügig voran und der Verkehr hält sich in Grenzen, im Hinterland hätte ich mehr Ruhe gehabt. Bei Torremolinos treffe ich wieder auf den Hinweg, und bin nach 72km und 720HM wieder im Appartment, besorge schnell noch ein kleines Fläschchen Bremsflüssigkeit und mache mich nochmal (mit mehr Erfolg) an die Bremsen.

26. September, Valdes

Der Plan für heute: Richtung Osten an der Küste entlang, und dann ins Hinterland nach Valdes. Auch hier habe ich wieder eine Querung des Kammes zwischen zwei Arroyos vor, und nach den Erfahrungen der ersten Touren bin ich gespannt ob das klappt.

Bis Rincon de la Victoria folge ich der Küstenstraße, die teils durch kleine Vororte führt, teils am Strand entlang, und auf der stillgelegten Trasse der Küstenbahn. In Benagalbon geht es aufwärts, die Straße ist gut in Schuss und wenig befahren. Unterhalb des Cerro Mingo biege ich scharf nach links ab, genieße den Blick zurück zur Küste und dann geht es durch Olivenhaine steil abwärts. Wieder auf MTB-Territorium , der Weg ist neu gemacht und noch nicht richtig verdichtet. Als der Weg dann nach gut 100 steilen Höhenmetern von der geplanten Route nach links abweicht und in den Oliven endet, ist guter Rat teuer. Ein paar Meter zurück finde ich auch die Stelle, wo mein Weg weitergehen sollte. Der ist allerdings durch ein Tor abgesperrt, und auf der anderen Seite kaum mehr erkennbar. 50m weiter ist dann aber der Fahrweg zu sehen, der nach Valdes führt. Kurz entschlossen hebe ich mein Rad über das Tor, klettere hinterher und stehe nach ein paar Minuten durch dichtes Gebüsch auf dem Fahrweg. Ein paar Minuten später bin ich in Valdes, genug Aufregung. Die Abfahrt auf der Straße ist wieder landschaftlich sehr schön, und es kommen auch keine neuen Überraschungen. Meine obligatorische Pause in einer kleinen Bodega wartet noch, und nach gut 50km und über 700HM bin ich wieder im Appartment.

Meine 5 Cent zum Thema Graveln

5 Tage, mit dem für mich ganz ungewohnten Gravel-Bike. 5 Touren mit sehr unterschiedlichem Charakter, von fast reinen Touren auf Asphalt, bis zu Strecken mit hohem fahrtechnischen Anspruch im Gelände.

Es hat viel Spaß gemacht, aber ich kann nicht sagen, dass mich das Konzept Gravel-Rad so restlos überzeugt hat. Für schnelle Touren, die meist auf Asphalt und nur gelegentlich mal auf Schotterwege abbiegen, eine tolle Sache. Mit dem Rennlenker bin ich ergonomisch besser zurecht gekommen, als ich dachte. Nur wenn es fahrtechnisch wurde, und steil, kommt der Lenker an seine Grenzen. Die Bremsen sitzen dann einfach nicht da, wo man sie für volle Kontrolle bräuchte. Auf den Wegen hier in Andalusien, wo mich doch die ein oder andere Überraschung eingeholt hat, hätte mir ein gerader Lenker mehr Freiheiten und mehr Sicherheit beschert, zu Lasten der Geschwindigkeit. Da würde ich zum Entdecken unbekannter Gebiete doch das MTB vorziehen.

Aber die Frage ist, wofür will man das Rad einsetzen. Wenn man wie ich gerne Trails fährt, und dann zuhause routenabhängig zwischen MTB und Gravel (oder anderen Rädern) wählen kann, ist das Gravel eine schöne Ergänzung.

Mal sehen, wo die Entwicklung hingeht, das 32″ Laufrad steht beim MTB in den Startlöchern, und macht vielleicht auch am Gravel Sinn. Vielleicht dann mit geradem Lenker, langen Inner Barends und starrer Gabel? Bin gespannt.

Aber jetzt: Urlaub zu zweit!

Ich entstaube das Rad noch etwas, und dann steht Bikestardo für die Abholung vor der Tür. Wir diskutieren noch etwas über die korrekte Art der Rückstellung der Bremsen (da sind wir uns nicht ganz einig), und dann verladen wir das Rad. Waren 5 sehr tolle Tage mit dem Rad!

Eine Viertelstunde später steht Gina in der Tür, mit dem frischen Spanisch-Zertifikat im Rucksack. Jetzt geht der Urlaub zu zweit so richtig los, noch 2 Tage in Malaga, dann steht Ronda auf dem Plan. Danach haben wir noch nichts gebucht, wollen auf jeden Fall nach Sevilla. Dort starten wir mit einer geführten Sightseeing Tour per Bike, eine Tolle Art, einen ersten Eindruck einer Stadt zu bekommen.

Sevilla zieht uns mit den kleinen Gassen, Sehenswürdigkeiten und Lokalen in seinen Bann. Unser Appartment liegt etwas außerhalb der Altstadt, so sind wir viel mit dem städtischen Verleih-Rad, dem Sevici, unterwegs. Vollgummireifen und Kopfsteinpflaster sind zwar eine sehr schweißtreibende Kombination, aber schneller als zu Fuß sind wir allemal.

Nach dem Trubel der Stadt sehen wir uns wieder nach etwas mehr Ruhe, und weil es uns in Ronda so gut gefallen hat, buchen wir uns nochmal ein Hotel und erkunden die Gegend. Die berühmte Brücke von Ronda und der Klettersteig bei den alten Mühlen, der Ort Setenil unter den überhängenden Felsen und der Bahntrassenradweg Via Verde de la Sierra geben uns genügend Input und Bewegung

Als Gina einen Ausritt hoch zu Pferde plant, leihe ich mir nochmal für einen Tag ein Rad, diesmal ein MTB ;-). Auf der Runde über das Cuava del Gato über Grazalema zurück nach Ronda kämpfe ich wieder mit Schotterwegen, die nach und nach enger werden und dann fast verschwinden, die Erleichterung dass der Weg dann bald weitergeht währt nur kurz: Ich bin irgendwie von hinten auf ein privates Anwesen gekommen, 5 Meter vor mir die Straße, und dazwischen ein elektrisches Tor. Links und rechts davon zwei angekettete Wachhunde. Ich versuche mich irgendwie bemerkbar zu machen, es scheint aber niemand da zu sein, oder es ist gerade Siesta. So findet das Rad wiedereinmal seinen Weg über das Tor, und ich hinterher. Zum Glück haben die Ketten der Hunde eine Lücke in der Mitte gelassen. In Grazalema habe ich mir erstmal eine Pause verdient, und der Rückweg über die Embalse de Zahara verläuft ohne größere Überraschungen. Wenn man von der Straßensperrung auf meiner Nebenstrecke absieht, aber auch das war dann machbar. 75km und 1600HM stehen auf dem Tacho, als ich im Hotel ankomme. Und viele tolle Eindrücke.

Drei Wochen sind dann schnell um, und ich glaube, Andalusien wird uns nochmal wieder sehen.

Reservoir Loop Cargobikepacking – Manchmal ist der Wurm drin.

Biketour 2025, aber wohin?

Jedes Jahr die gleiche Frage: Wohin auf die jährliche Mehrtagestour. Einfach zu viele Optionen. Schon über die grundsätzliche Frage, ob es mit dem MTB ins Gelände geht, oder wieder zum Bikepacken mit dem Lastenrad, kann mich eine Weile beschäftigen. Doch dieses Jahr inspiriert mich zufällig ein Reddit-Beitrag zu einer Bikepacking Tour in der Eifel und dem belgischen Hohen Venn, und als dann noch ein Bericht in einer Zeitschrift die gleiche Region beschreibt, ist klar: Es geht 5 Tage mit dem Omnium ShorTi auf den Reservoir Loop. Samstags soll es nach der Arbeit noch mit dem Auto in die Eifel gehen, und dann abends die ersten Kilometer bis zum Nachtlager. Die Route ist klar, die Etappen werden sich ergeben.

Erwartung und Realität, Euphorie und Abbruch.

Reservoir Loop. Das klingt nach Sommer, gechillten Pausen am Wasser und Biwaks mit Seeblick. Wenn man die Streckenbeschreibung liest, auch nach toller Landschaft und abwechslungsreichen Gravel-Strecken. Und ordentlich Höhenmetern.

Sommer und tolle Landschaft bekomme ich auch,  hier werden  Streckenführung und Temperaturen in den 30ern allen Erwartungen gerecht. Was meine schnelle und oberflächliche Recherche nicht verrät: Die Strecke sucht ganz bewusst die Einsamkeit. Orte, Sehenswürdigkeiten (und auch die namensgebenden Reservoirs) werden eher gemieden, und die Höhenmeter addieren sich schneller als mir lieb ist. Das ein oder andere Mal auch als Abzweig aus dem Tal auf anstrengenden Wegen mit eher dürftiger Qualität, nur um wenige 100m weiter wieder unten im Tal zu landen, mit ein paar Kilometern mehr in den Beinen.

Auch die Suche nach Verpflegung gestaltet sich nicht so einfach. Eifel und hohes Venn sind dünn besiedelt, was mir eigentlich entgegenkommt. Aber wenn man nicht auf die Jagd gehen will oder Beeren sammelt, wäre hin und wieder eine Einkaufsmöglichkeit nicht schlecht.

Mein Fazit am zweiten Fahrtag: Für ein Selfsupported Gravel-Rennen eine ziemlich ausgeknobelte Strecke, um sich ordentlich zu schinden. Nach langen Wochen im Job, die mich psychisch ziemlich herausgefordert und ausgelaugt  haben, hatte ich mir eine zwar anstrengende, aber etwas weniger belastende Strecke vorgestellt. Vielleicht hat auch die als Rundkurs angelegte Strecke ihren Teil dazu beigetragen, 5 Tage Schinderei, und man kommt doch am gleichen Punkt wieder raus, das klingt zu sehr nach Stillstand und Energieverschwendung.

So werde ich nicht so richtig warm mit der Strecke, und weil der Kopf auch nicht vom Alltag abschalten kann, bleibt der Spaß auf der Strecke. Ich motiviere mich von einem Zwischenziel zum nächsten: Der leckere Bäcker an Tag 2 zum Frühstück nach anderthalb Stunden Fahrt, das Stadtfest in Stavelat, das legendäre Radfahrer Café Le Coffee Ride. Und als Tagesabschluss ein Zeltplatz an der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Als einziger Radfahrer unter lauter Motorsport-Verrückten.

Das setzt sich auch an Tag 3 so fort, trotz der Hitze immer wieder Schlammlöcher (in einem von ihnen landet man dann, wenn man nicht so richtig mit dem Kopf dabei ist), dann mit Gras überwucherte und kaum erkennbare Wege, als Highlight ein schmaler Trail mit Unmengen an freigelegten Wurzeln, die schon das Laufen ohne Rad schwierig machen. So trage ich Rad und Gepäck separat, um die paar Hundert Meter zu überbrücken.

Zwei vorab geplante Telefon-Calls reißen mich aus dem „Urlaubs“-Modus wieder zurück in den Alltag, und alles in mir sehnt sich nach Ruhe und Entspannung. Das ist auf der Strecke aber wohl nicht zu erwarten, und so freunde ich mich immer mehr mit dem Gedanken an einen Abbruch an.

Bis ich dann einen sinnvollen Ausstieg aus der Strecke finde, der mich wieder in Richtung Start bringt, vergeht noch ein bisschen. Der fast ebene Vennbahn-Radweg führt dann aber ohne größere Steigungen Richtung Süden, am späten Nachmittag bin ich wieder am Auto und starte nachdenklich auf die Fahrt nach Hause.

Aufgeben. Eigentlich nicht das, was meinem eigenen Anspruch genügt. Aber trotz allem Anspruch und Suche nach etwas Abenteuer sollen die Touren auch ein Abschalten vom Alltag sein. Wenn aber Kopf und Beine  nicht miteinander arbeiten, funktioniert das nicht. Daher hadere ich zwar noch etwas mit dem Abbruch (in der Rückschau verklärt sich ja vieles), bin aber letztlich froh über die Entscheidung, und meine Grenzen respektiert zu haben.

Tagebuch

Samstag, 28. Juni 2025

Einigermassen pünktlich aus der Firma, das Fahrrad ist schon auf dem Dach. Richtung Norden in die Eifel, unterwegs Abendessen in einer Burgerbraterei.

Ankunft am Parkplatz in Watzerath, umziehen, und aufs Rad. 20:45 geht es  los, erstmal gemütlich an der Prüm entlang, dann steil Straße. Erste Umwege aus und ins Tal des Alfbaches.

Nach 10km Lager am Sportplatz bei Habscheid.

Sonntag, 29. Juni 2025

5:30 raus, alles ist nass vom Tau. Sonne kommt langsam durch den Dunst. Packen, 6:25 los.

Nach 50m purer Luxus: Die Toilette am Sportplatz ist nagelneu und offen. Wolken ziehen auf, es geht durch Felder, an Windkraftanlagen vorbei. Auf und ab, wechselnder Untergrund inklusive einer Furt-Querung.

Und wieder kräftezehrende Umwege🙃, Erholung auf der Vennbahntrasse. Erst um 8: 00 Frühstück beim Bäcker in Burg Rauland.

Sonne kommt raus, Strecke umgeht fast alle Orte. Untergrund wechselt, viel Natur. Trotz Hitzeperiode viele Pfützen auf den Wegen, anspruchsvolle Wege, Wiesen, zugewachsene Pfade.

Gedanken sind in Firma, Entspannung kommt nicht auf. Eine lange Pause in Stavelat beim Stadtfest kommt gerade recht.

Danach wieder steil aufwärts und an Drachenflughang auf Trail abwärts, Pause im legendären le Coffee Ride, Treffpunkt der Rad-Szene.

Weiter auf Asphalt, Schotter und zerfahrene Waldwege. Wieder Pfützen, vor Spa lande ich dann auch mal drin.

Nach knapp 100km und 1800hm reicht es mir. Lager auf dem sich langsam leerenden Zeltplatz vom 24h Rennen. Lecker Pasta zum Abendessen, Bremsbeläge wechseln, und dann noch ein Spaziergang durch das Örtchen Spa-Francorchamps, das seine besten Tage schon lange hinter sich hat.

Montag, 30. Juni 2025

Nacht etwas unruhig, Generator lief durch. 6:15 auf dem Rad. Sonne. Aufwärts auf Straße und Asphalt. Hinter Ferme Libert schmaler Weg, Wurzeln, unfahrbar. Trage Rad und Gepäck einzeln. Und alles ohne Frühstück.

In Xhoffraix hoffe ich auf Bäcker, der existiert aber nicht mehr, also trocken Brot. Abfahrt zur Warche an der Benoit Servais, überlege abzubrechen. Ab hier keine sinnvolle Strecke, muss erstmal weiter. Bei Longfaye zwei geplante Telefonate, nichts für die Stimmung, Motivation sinkt weiter. Entscheidung: Abbruch.

Biege ab Richtung Osten, treffe bei Noirthier auf die Vennbahn. In praller Hitze geht es Südwärts.

Nach 30km noch eine Pause in Sankt Vith, und noch weitere 30 zum Auto.

Nachdenklich geht es auf die Heimfahrt. Nach gut zwei Tagen bin ich wieder daheim, geplant waren 5. Die nächsten Tage heißt es dann zu Hause: Abschalten. Tut gut.

Herbsttour in den Schwarzwald – Enz und Nagold

Wer Sonnen-Garantie will, plant im Oktober keine Radtour im Schwarzwald, Wetter-Überraschungen gehören da zum Programm. Auch landschaftlich  super abwechslungsreich war die 3-Tagestour in den Schwarzwald gemeinsam mit meinem Onkel Uwe. Und für mich an vielen Stellen ein Deja Vu mit Orten, an denen ich schon die ein oder andere Tour zu Fuß oder auf dem Rad gemacht habe.

Montag, 21.10.2024

Ruhiges Herbstwetter. Enztal und Schwarzwaldhöhen

Der Blick auf die Wetter-Vorhersage die Tage vorher hilft nicht beim Packen, täglich wechselt die Prognose. Also müssen Klamotten für jedes Wetter mit. Aber mit herbstlich milden Temperaturen am ersten Tag geht es gut los. Vom Pforzheimer Bahnhof sind es nur ein paar Minuten bis runter an die Enz, und der Enzradweg leitet uns erstmal mitten durch die Außengastro eines Cafés direkt am Fluß. Dann  begleiten uns noch eine Weile Wohngebiete und Industrie am Stadtrand, doch bald hat das ein Ende, mal im Wald, dann wieder kurze Stücke entlang der Straße , durch kleine Orte und an der Trasse der Enztalbahn geht es langsam entlang  des Flusses aufwärts bis Bad Wildbad.

Nach einem kleinen Schlenker durch den Kurpark und an den pompösen Bädern vorbei  (ein Besuch des Palais Thermal ist mit seiner Maurischen Architektur lohnenswert und der Sauna- und Badebereich eine Erholung für müde Radfahrende, aber dafür haben wir noch nicht genug geschafft heute) suchen wir uns einen Bäcker und sitzen bald im T-Shirt in der Sonne. Auch hier ist die Außengastro wieder spannend, sind es nicht die Radfahrer die hier zwischen den Tischen durchgeleitet werden, sondern die Enztalbahn, die in Griffweite an uns vorbei fährt. Wer hier seinen Kaffee trinkt tut gut daran, die Beine unter dem Tisch zu lassen.

Die Sommerbergbahn bringt uns schnell und ohne Anstrengung auf die Schwarzwaldhöhen, nach einem Blick hinunter auf Bad Wildbad tauchen wir ein in den Schwarzwald. Anfangs sind wir noch unter den Ausflüglern, die den Baumwipfelpfad und Kinderspielplatz erkunden, bald sind wir aber allein. Am Moor in Kaltenbronn schieben wir die Räder über den (als Radweg beschilderten) Holzbohlenpfad bis zum Wildsee und genießen bei blauem Himmel die Ruhe mit Blick auf den kleinen See.

Am Wildsee

Auf dem Holzweg 🙂

Ganz so dunkel, wie man dem Schwarzwald nachsagt, war er bisher nicht. Stürme und Abholzungen haben den Wald etwas verjüngt, und zwischen den dunklen Nadelbäumen gibt es doch viel Licht und auch den ein oder anderen Laubbaum. Nach einer Pause am Hohlohturm fährt uns der Schreck in die Glieder: Beim Blick aufs Navi zieht es Uwes Rad in Richtung Straßengraben, sein Schwerpunkt hat andere Pläne. Außer geprellten Rippen und einem Riesen Schreck zum Glück keine größeren Schäden, so sind wir froh, bald unser Etappenziel in Besenfeld, direkt um die Ecke der Nagoldquelle, zu erreichen. Für den Badeteich ist es uns zu kalt, und statt der Blockhaus-Sauna gibt es erstmal eine verspätete Mittagspause auf den Schreck. Nach einem leckeren Abendessen, einer ruhigen Nacht und dem gemütlichen Frühstück sieht die Welt schon anders aus.

Dienstag, 22.10.2024

Regen und trüb. Dunkles Tal, 20km Straße und Nagold-Schleifen

Leider auch grau, es regnet. Mit Blick auf die Wetter-App starten wir erst nach einem verlängerten Frühstück und einer zweiten Tasse Kaffee, ziehen aber nach ein paar Metern direkt schon die Regenklamotten an. In das enge Tal der jungen Nagold fällt sowieso schon wenig Licht, und bei dem Regenwetter ist es noch dunkler. Am Stausee weitet sich das Tal und die nächsten 20km verläuft der Radweg direkt auf der Straße. Nachdem sich das Wetter nicht an das Regen-Radar hält, bei Dauerregen, so halten sich die Besichtigungspausen in Grenzen.Zum Glück sind die Temperaturenbei erträglich, und auf den vielen Nagold-Schleifen bis zur Mittagspause in Nagold trocknen sogar die Regenklamotten einigermaßen ab. Der Nachmittag bleibt trocken, aber trüb, und so gibt es den ein oder anderen Sightseeing-Abstecher.

Kloster Reuthin in Wildberg

Am Ziel in der Hesse-Stadt Calw genießen wir das trockene Wetter und einen kurzen Stadt-Spaziergang vor dem (leckeren) Abendessen.

Hermann Hesse, und Uwe.

Mittwoch, 23.10.2024

Nebel und Sonne. Mystische Ruinen, ruhige Flusslandschaften, Weinberge und Streuobstwiesen

Am Morgen: Nebel. Und kalt. Frühstück gibt es beim Bäcker um die Ecke, als wir dann um 9:00 starten, hat die Sonne noch keine Chance. Aber die Stimmung ist mystisch, als wir in den Ruinen des Klosters Hirsau stehen.

Kloster Hirsau

Kloster Hirsau

Auch auf dem Nagoldradweg bilden Nebel und Herbstlaub eine tolle Kulisse. Mit Rücksicht auf die Nachwirkungen des Sturzes vom ersten Tag und die vielen Höhenmeter auf der geplanten Strecke über Weil der Stadt direkt nach Stuttgart, ändern wir spontan unsere Route und bleiben bis Pforzheim im Nagoldtal, und dann weiter Enzabwärts.

Bei Unterreichenbach

Vorsichtige Sonnenstrahlen

Nach und nach lichtet sich der Nebel und die Sonne setzt sich durch, bis wir dann in Pforzheim von der Nagold an die Enz wechseln und erstmal einen Kaffee in der Sonne trinken. Das Enztal ist weit und wir freuen uns über die vielen Sonnenstrahlen. Kleine Ortschaften, Felder, Weinberge und Streuobstwiesen wechseln sich ab, bis wir unser Ziel in Vaihingen Enz erreichen.

Bei Mühlhausen

Fallobst als Stärkung

Kurze Wartezeit an der Bahn, und bald sind wir in Stuttgart. Nachdem wir bisher noch kein Mittagessen hatten,  steuern wir erstmal eine Pizzeria an, und dann geht es zwar noch sonnig, aber schon deutlich kühler, auf die letzten Höhenmeter nach Hause.

Rückblick

Es ist immer wieder faszinierend, wie viel man mit dem Rad in so kurzer Zeit erleben kann. So unterschiedliche Landschaften, Wetter, Stimmungen, Menschen, das funktioniert nur per Rad. Lieben Danke Uwe, dass wir das gemeinsam erleben können!

 

Rennsteig Cargobikepacking

Der Rennsteig, prämierter Weitwanderweg durch den Thüringer Wald, ist nicht nur unter Wanderern beliebt, sondern übt auch auf Mountain- und Gravelbiker eine große Faszination aus. Seitdem meine Tochter in der Nähe von Eisenach wohnt, steht er auch bei mir auf der Bucket List. Als sich im Anschluss an einen Wochenend-Besuch bei Ihr ein Zeitfenster von 10 Tagen auftut, steht der Plan: Per Rad über den Rennsteig, und dann irgendwie weiter nach Stuttgart. Mit Frankenweg, Teilen der Rockstar Bikepacking Franconia, und einer automatisch von Brouter als Trekkingrad-Route geplanten Strecke ergibt sich eine 700km lange Route durch die 3 Bundesländer Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.

Impressionen

Die 3 Streckencharakter

3-geteilt ist auch die Strecke: Die Wanderwege Rennsteig und Frankenweg verlangen eigentlich nach Federung und groben Stollenreifen, die Bikepacking Franconia nach einem Gravelbike, und ab Nürnberg wäre ein Rennrad nicht verkehrt. Mein Kompromiss: mein Omnium ShorTi Lastenrad. Ob das funktioniert?

Teil 1: Wild

Der Original Rennsteig Wanderweg startet zwar entspannt mit einem langen Anstieg auf Schotter, entpuppt sich allen Recherchen zum Trotz aber im weiteren Verlauf als fahrtechnisch ganz schön heftig.  Zumindest, wenn man mit einem Lastenrad und Outdoor-Equipment unterwegs ist. Kilometerlange Pfade gespickt mit Fichten-Wurzeln, dann wieder schmale Hohlwege die eher an ein steiniges Bachbett erinnern. Nicht alles ist mit dem Lastenrad für mich fahrend machbar, auch wenn der lange Radstand und die Lenkübersetzung auf den groben Anstiegen für einen erstaunlich guten Geradeauslauf und gute Steigfähigkeit sorgen. Der Rennsteig-Radweg würde die heftigsten Stellen zwar umfahren, umgeht aber auch einige Gipfel und so ziehe ich die Wander-Route durch, manchmal schiebend, fluchend und wider besseres Wissen. Aber irgendwann dominiert der Ehrgeiz, das „Original“ bis zum Ende des Rennsteigs zu fahren (zugegeben, bis auf ein paar wenige Tragepassagen, für die ich eine Umfahrung finde). Und so sitze ich dann am dritten Tag zum Mittagessen im Rennsteighaus in Blankenstein, und lasse stolz die letzten zweieinhalb Tage und 170km Rennsteig Revue passieren.
Die nächsten 50km auf dem Frankenweg sind eine Unbekannte, für die kurze „Transfer-Etappe“  hatte ich nicht groß recherchiert. Sie entpuppen sich aber ähnlich anspruchsvoll wie der Rennsteig, und ähneln sich auch vom Untergrund und der Wegebeschaffenheit. Hier kommt als zusätzliche Herausforderung hinzu, dass dem Frankenweg der „Muss ich machen“ Faktor fehlt und viel weniger Leute unterwegs sind. Daher ist der Zustand der Wege noch etwas „ursprünglicher“, der Schwabe in mir würde sagen „ungepflegt“, was dem Flow nicht gerade gut tut. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit  im mittleren einstelligen Bereich ist Hinweis genug auf den Anspruch der Strecke. So fiebere ich Reichenbach entgegen, wo ich auf die Route des Rockstar Bikepacking Franconia wechsle.

Teil2: Zügig

Auf der Route des Selbstversorger Gravel-Events erhoffe ich mir zügigeres Vorankommen abseits des Verkehrs, und weniger Schiebepassagen. Die 750km lange Route führt kreuz und quer durch Franken, eine der vielen Schleifen führt mich von Reichenbach über 210km grob Richtung Süden bis nach Nürnberg. Und die Hoffnung bestätigt sich, es geht zwar weiterhin ganz ordentlich bergauf und bergab, aber der Untergrund wird zahmer, viele Schotterstrecken und gelegentliche Asphalt-Passagen machen das Vorankommen einfacher, die Tagesetappen werden länger, das Durchschnittstempo steigt.  Hier fühlt sich auch das Omnium mehr zu Hause, als auf den verblockten Trails von Rennsteig und Frankenweg. Die 1×12 Übersetzung ist an den steilsten Anstiegen  mit dem beladenen Rad zwar manchmal grenzwertig, aber mal ein paar Meter Schieben ist auch nicht schlecht zum Entlasten des Sitzfleisches.

Teil3: Zahm

Die Strecke von Nürnberg nach Hause habe ich ja schon mehrfach  auf unterschiedlichen Routen gefahren, diesmal vertraue ich auf eine automatisch in Brouter geplante Route in der Trekkingrad-Variante. Asphaltierte Radwege, teils auf schönen Radwander-Routen abseits vom Verkehr, teils entlang von Straßen, sind jetzt dominierend. Gelegentliche Abschnitte auf Schotter bringen etwas Abwechslung, dramatische Steigungen bleiben aus. Die großen Radwanderwege Altmühl, Jagst und Kocher kreuze ich nur, bis es hinter Aalen dann auf den Remstal-Radweg geht. Nach der Übernachtung am Altmühlsee bin ich nach 90km schon mittags in Aalen, und weil es gerade so gut läuft, lege ich Kilometer um Kilometer zurück, irgendwann lohnt eine weitere Übernachtung dann auch nicht mehr. So komme ich nach 180 Tageskilometern abends schon in Stuttgart an. 7 Tage, 700km, und um viele Erlebnisse reicher.

Und die Bestätigung, dass das Omnium für solche Unternehmen nicht immer perfekt, aber extrem vielseitig ist.

Verpflegung auf dem Rennsteig

Womit ich nicht gerechnet habe: Die Herausforderung, Essen oder Wasservorräte zu bekommen. Der Rennsteig umgeht sehr konsequent jede Ansiedlung und sucht die einsamen Stellen im Thüringer Wald. Und die Infrastruktur am Wegesrand ist für einen Premium-Wanderweg unerwartet dürftig. Cafés, Wanderheime? Mangelware. Selbst Friedhöfe, sonst Garant für die Wasserversorgung, werden umfahren. Am ersten Tag  komme ich nach 35km an die Hohe Sonne und hoffe auf ein Stück Kuchen. Die muss ich aber begraben, Montags ist Ruhetag. Das bekomme ich erst nach 50km (und einem kleinen Umweg) im Waldhotel Rennsteighof. Eigentlich noch viel zu früh, aber nach weiteren 10km heizt der Imbiss auf dem großen Inselsberg für mich nochmal die Glut an, ich bekomme eine Thüringer Rostbratwurst und gekühlte Getränke. Die Wurst muss dann auch als Abendessen herhalten,  weil bis zur Übernachtung  an der Schutzhütte Wachsenrasen nach 75km gibt es nichts mehr.

Auch am nächsten Morgen ist schmale Kost angesagt. Ich spekuliere auf die Thüringer Hütte beim Wintersportzentrum Oberhof. Aber ich bin eine Stunde vor Öffnung schon da und fahre weiter, nächste Chance: Die Schmücke, aber auch hier bleibe ich hungrig, Essen gibt es erst eine Stunde später. Zumindest einen Kaffee bekomme ich, und eine Cola gibt Energie für die nächsten Kilometer.  13:00 wird es dann, bis ich in Neustadt, einem der wenigen Orte auf dem Rennsteig, ein Hotel finde. Und nach einem Kuchen ist die Welt wieder in Ordnung. Zumal ich im Supermarkt noch Getränke und ein paar Brötchen als Notration bekomme. Die brauche ich erstmal aber nicht,  abends gibt es in Neuhaus einen lecker Döner. Vollgefr… und mit etwas unrundem Tritt geht es dann noch weiter, bis ich um 19:00 eine tolle Übernachtung an der Laubeshütte finde.

Die Brötchen gibt es dann als Frühstück am dritten Tag, die Aussicht vom Frankenblick ersetzt den Aufstrich. Als ich dann nach gut 15km in Steinbach an einem Bäcker vorbei fahre, locken Kuchen und ein Kaffee zum zweiten Frühstück. Wer weiß, wann ich wieder was finde. Doch die Durststrecke scheint zu Ende als ich gegen Mittag schon in Blankenstein am Ende des Rennsteigs angekommen bin. Ich gönne mir im Rennsteighaus ein Mittagessen, und bin damit für die ersten Kilometer auf dem  Frankenweg erstmal versorgt. Und abends sitze ich wegen Gewitterwarnung in Schwarzenstein im Hotel am Tisch und lasse es mir schmecken.

Fazit:

Wer also wie ich nicht die kompletten Koch-Utensilien mitnehmen will, und auf lokale Angebote setzt, tut gut daran mit einem Vorrat an Riegeln oder anderen Energielieferanten längere Durststrecken zu überbrücken. Und eine gewisse Flexibilität hinsichtlich Zeitpunkt der Mahlzeit (Frühstück gegen Mittag), Ort (der ein oder andere Umweg gibt mehr Möglichkeiten) oder Qualität (Trockene Brötchen vom Vortag) hilft auch.

Foto-Tagebuch

2024-08-05, Montag

Gerstungen – Hörschel (Rennsteigbeginn) – Hohe Sonne – Wachsenrasen (Schutzhütte)
79,7km, 8h40 unterwegs, 6,87km/h Durchschnitt, 1840HM

2024-08-06, Dienstag

Wachsenrasen – Wintersportzentrum Oberhof – Schmücke – Frauenwald – Neustadt am Rennsteig – Masserberg – Neuhaus am Rennsteig – Laubeshütte (Schutzhütte)
71,1km, 7h55 unterwegs, 6,48km/h Durchschnitt, 1290HM

2024-08-07, Mittwoch

Laubeshütte – Spechtsbrunn – Steinbach am Wald – Brennersgrün – Schlegel bei Lobenstein – Blankenstein (Rennsteigende) – Marxgrün – Naila – Schwarzenbach – Schwarzenstein (Hotel)
76,3km, 6h30 unterwegs, 11,78km/h Durchschnitt, 1020HM

2024-08-08, Donnerstag

Schwarzenstein – Schwarzenbach – Reichenbach (Start Franconia DIY) – Premeusel – Stadtsteinach – Marktleugast – Marienweiher – Wirsberg – Neuenmarkt – Waldau – Igelsreuth (Wildcamp)
100km, 8h05 unterwegs, 12,34km/h Durchschnitt, 1640HM

2024-08-09, Freitag

Igelsreuth – Langenstadt – Thurnau – Schirradorf – Wonnsees – Schönfeld – Truppach – Neubürg – Nankendorf – Waischenfeld – Behringersmühle – Ebermannstadt – Hetzelsdorf (Wildcamp)
97,3km, 8h00 unterwegs, 12,18km/h Durchschnitt, 1590HM

2024-08-10, Samstag

Hetzelsdorf – Igensdorf – Neunhof – Nürnberg – Schwabach – Untereschenbach – Altmühlsee (Camping)
110,3km, 7h00 unterwegs, 15,4km/h Durchschnitt, 875HM

2024-08-11, Sonntag

Altmühlsee – Ehingen – Wilburgstetten – Mönchsroth – Pfahlheim – Röhlingen – Bucher Stausee – Aalen – Schwäbisch Gmünd – Schorndorf – Fellbach – Stuttgart (eigenes Bett)
176,8km, 9h40 unterwegs, 18,29km/h Durchschnitt, 1230HM

Kleine Fluchten

Urlaubsreif, aber keine Urlaubstage über? Probiert doch mal einen Overnighter, direkt von der Arbeit ins Wochenende starten. Es ist erstaunlich, wie erholsam eine knapp anderthalb-tägige Radtour sein kann, und wie schnell man Abstand vom Alltag bekommt.

So holt mich Gina am Samstag direkt von der Arbeit im Stuttgarter Osten ab, und wir folgen dem Neckar-Radweg entlang des Max-Eyth-Sees abwärts bis nach Remseck. Direkt am Zusammenfluss von Neckar und Rems gibt es eine späte Kaffeepause, und dann geht es weiter bis nach Marbach. Unser Hotel liegt oben auf der Schillerhöhe, und so ist der Weg für ein kurzes Sightseeing durch die Altstadt und zum leckeren Abendessen nicht weit.

Pause am Max-Eyth-See

Die Zugwiesen bei Poppenweiler

Der Sonntag beginnt mit einem leckeren Frühstück, und dann geht es noch ein paar Meter entspannt den Neckar abwärts. Entlang von Murr, Bottwar, und Söhlbach geht es an immer kleiner werdenden Gewässern langsam ansteigend bis Beilstein. Ein paar Kilometer über die Felder, und dann dürfen wir wieder abwärts rollen, kurz vor Ilsfeld treffen wir auf die Schozach und folgen ihr bis Talheim und dann an den Neckar.  Wir wenden uns südwärts Richtung Heimat, die Altstadt von Lauffen und Besigheim laden ein zum Bummeln (und Eis essen),  und über Freiberg geht es zur S-Bahn in Ludwigsburg und nach Hause.

Beilstein

Tauchsteinsee

Besigheim

Abends schlafen wir im eigenen Bett ein, und am Montag fühlen sich die anderthalb Tage nach einem richtig langen Urlaub an.

 

 

 

Radeln auf Rügen

Schon zum zweiten Mal machen wir Urlaub auf Rügen, das Yoga Programm lässt aber noch genügend Zeit für die ein oder andere Radtour.

Die Tour im Biosphärengebiet Südost-Rügen zwischen Baabe, Binz und Puttbus ist landschaftlich wunderschön und schafft es deshalb in meine Tourensammlung in Outdooractive.

Ein paar Tage später packt es mich: Keine Bock auf Yoga, aber dafür Lust mich zu verausgaben. Ich nehme Kurs gen Norden, das Kap Arkona ist mein Ziel, positive Erinnerung an meine Bikepacking Transgermany von 2019 wieder aufleben lassen. 120km später die Erkenntnis: Funktioniert. 🙂

Um und durch den Schwarzwald

4 Tage gemeinsame Rauszeit mit meiner Tochter Joana.
Nach gefühlt wochenlangem Regen starten wir bei strahlendem Sonnenschein in Pforzheim auf den Enztal-Radweg, und dann auf die Naturpark-Runde um den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Eine total schöne und abwechslungsreiche Runde!
Los geht es gemütlich aufwärts durch das Enztal, noch gemütlicher per Seilbahn in Bad Wildbad auf den Sommerberg, dann zum Wildseemoor bei Kaltenbronn und immer einsamer zum Hohlohturm. Und als weiteres Highlight: Chillen am Naturteich unseres Hotels in Besenfeld.Wehr im Enztal

Wehr im Enztal

Abstecher ins Wildseemoor
Abstecher ins Wildseemoor
Wildseemoor
Wildseemoor
Hohlohturm
Hohlohturm
Blick vom Hohlohturm
Blick vom Hohlohturm
Verdiente Pause
Verdiente Pause

Zu den Highlights am zweiten Tag zählt bestimmt das zufällige Wiedersehen mit einem jungen radelnden Pärchen auf dem größten Marktplatz Deutschlands in Freudenstadt. Gestern schon haben wir uns immer wieder getroffen, und dabei ihr schaltungsloses Hollandrad bewundert. Eigentlich weniger das Rad, als das Tempo, mit dem sie auf den Steigungen der Schotterwege unterwegs war. Respekt 👍. Hinter Loßburg erreichen wir den Kinzigtal-Radweg, erst weit oberhalb der Kinzig an den steilen Hängen entlang, und ab Alpirsbach dann im engen Kinzigtal. Wunderschöne kleine Orte mit Fachwerkhäusern laden ein zu Pause und Fußbad.

Auf Schotter durch den Schwarzwald
Auf Schotter durch den Schwarzwald
Lecker Kuchen in Freudenstadt
Lecker Kuchen in Freudenstadt
Respekt!
Respekt!
Im Kinzigtal
Im Kinzigtal
Schiltach
Schiltach
Kneippen in der Schiltach
Kneippen in der Schiltach

Tag drei: Langsam wird das Kinzigtal breiter, die Schwarzwaldhöhen kleiner. Ohne große Steigungen geht es über lange Strecken auf dem Kinzigdamm voran, bis wir in Offenburg das Tal verlassen und durch die Ausläufer des Schwarzwaldes in die Ortenau fahren und langsam ins Rheintal abbiegen. Rechts von uns der Schwarzwald, links in der Ferne die Vogesen zu erahnen, und wir mittendrin, umgeben von Obstbäumen und Maisfeldern. So kommen die für heute versprochenen (oder angedrohten) Höhenmeter doch noch zusammen. Abends sitzen wir noch im Biergarten unseres Gasthauses und freuen uns an der Männertruppe, die mit den Kreidler-Mopeds aus ihrer Jugend auf Tour ist und wieder zu Jungs werden.

Obstbäume im Kinzigtal
Obstbäume im Kinzigtal
Erntearbeiten
Erntearbeiten

Idyllisches Fachwerk in Gengenbach
Idyllisches Fachwerk in Gengenbach
Oberachern
Oberachern
Abends im Biergarten
Abends im Biergarten

Das leichte auf und ab bleibt uns auch am letzten Tag erhalten, zu Äpfeln und Mais kommt jetzt auch andere Landwirtschaft. Teilstrecken verlaufen nun parallel mit dem Rheintal-Radweg, auch wenn wir immer noch mehrere Kilometer Luftlinie von Vater Rhein entfernt sind und keinen Blick auf ihn werfen können. Kleine Orte häufen sich, bis wir in Kuppenheim die Route der Naturpark-Runde verlassen und für den Rückweg per Bahn Karlsruhe ansteuern. Trotz Bahnstreik finden wir eine Linie, die uns nach Stuttgart bringt, und treffen uns noch gemütlich am Marienplatz mit Gina.
Frühstück in der Sonne

Frühstück in der Sonne

War eine wirklich schöne, und sehr abwechslungsreiche Tour durch ganz unterschiedliche Landschaften. Und vor allem eine schöne Zeit, mit viel Raum für Tochter – Vater Gespräche 😀👍

Kaltental radelt schon 3 Jahre

Kaltental radelt

Seit drei Jahren sind wir in den Sommermonaten gemeinsam unterwegs, wir Kaltentaler. Meist auf Feierabend-Radtouren, aber auch ein paar längere Ausfahrten sind dabei.

So ist mit ein paar weiteren Tourenvorschlägen mittlerweile eine ganz ordentliche Sammlung an Beschreibungen entstanden, die ich in Outdooractive veröffentlicht habe. Karten, Details zu Route und Sehenswürdigkeiten, Länge und Anspruch, GPX-Tracks zum Download und einiges mehr sind bei Outdooractive kostenlos verfügbar. Auch unterwegs per Smartphone-App. Alle Touren sind in einer Liste „Kaltental radelt“ gesammelt und über den Link einfach zu finden.

Und während das Wetter kalt und nass und die Tage kurz sind: die nächsten Touren für 2016 sind auch schon geplant!

Kaltental radelt wieder … zum Frauenkopf

Den „Nei’gschmeckten“ die schönen Ecken Stuttgarts per Rad zu zeigen, ist nicht sooo schwer. Aber wenn auch die Alteingesessenen auf der Tour sagen „Klasse, das kannte ich ja noch gar nicht“, dann macht es mir um so mehr Spaß.

Eine Besonderheit, die niemand im Stuttgart Stadtgebiet vermuten würde, ist das Sträßlein vom Ortsteil Frauenkopf runter nach Rohracker. Steil bergab mitten durch die Weinberge, einspurig, alle paar hundert Meter eine Ausweichstelle. Und dann der Blick: Zuerst auf Stuttgarts Wälder, dann die Weinberge, und dann taucht immer mehr das Neckartal und die gegenüberliegenden Orte am Kamm auf. Viel zu schnell ist man unten…

Abfahrt von Frauenkopf
Abfahrt von Frauenkopf

Die Tour ist mit Beschreibung und GPS-Daten wie immer auf www.outdooractive.com zu finden, Suchbegriff „Kaltental radelt“. In diesem Fall nicht die Originalstrecke, sondern leicht abgewandelt: Zum Waldfriedhof über die Schwälblesklinge, den kurzen Abstecher zum Fernmeldeturm am Frauenkopf, und die Rückfahrt auf Halbhöhenlage an der Karlshöhe vorbei.

Kaltental radelt wieder!

Am Vorabend des 1. Mai zur Radtour einladen, und dann den ganzen Tag immer wieder Regen. Um 17:00 noch mit einem heftigen Hagelschauer. Da war ich mir sicher, ich stehe alleine um 18:00 am Treffpunkt.

Doch nichts da, zu zehnt sind wir unterwegs und werden durch frisches, aber trockenes Wetter belohnt. Auf der Römerstraße nach Böblingen, übers Musberger Sträßle zurück und dann zur Einkehr nach Oberaichen. Schönen Dank für’s Mitfahren, hat mir wieder viel Spaß gemacht und ich freue mich auf die nächste Tour im Juni!

Am Standort-Übungsplatz
Am Standort-Übungsplatz

 

Tourenbeschreibung wie immer in Outdooractive.

 

Kaltental radelt 2013/03

Mit vielen Freunden rund um Kaltental unterwegs, einmal im Monat brechen wir zu einer Feierabend-Runde auf.

Tourenbeschreibungen auf Outdooractive.com

Unvergesslich auf der dritten Ausfahrt: Die Erlebnisgastronomie. Fast werden wir der Tür verwiesen, für so viele Besucher gäbe es nicht mehr genug. Es dauert zwar eine Weile (naja, eine Ewigkeit), aber wir werden alle satt. Und lecker ist es auch noch.

CIMG3887

Geschrieben: 2014-02-17

Südfrankreich 1991: Provence und Alpes-Maritimes

Tagebuch

Vom 28.3.1991-13.4.1991

Seit 1989 in Stuttgart, werden meine Touren länger, häufiger und schwerer. Und so entfliehe ich Ende März 1989 mit Studienfreund Joachim dem nasskalten Wetter in Deutschland und wir nehmen Kurs auf Südfrankreich. Für mich die erste Camping-Radtour und gleichzeitig  Jungfernfahrt für mein neues Hercules.

Das Auto bleibt auf dem Campingplatz in Apt stehen, wir steuern den Gorges du Verdon an. Doch schon am ersten Tag rächt sich meine billige Tourenausstattung: Beim Kontakt der Packtasche mit den Speichen zieht erstere den Kürzeren, in der Folge verteile ich ein halbes Kilo Spaghetti auf der Straße. Im Miederwarengeschäft (nein, nicht Dessous) bekommen wir trotz unserer kaum vorhandenen Französischkenntnisse Nadel und Faden und ich sitze nach dem Abendessen da und flicke meine Tasche. Ein Ast dient als Abstandshalter, nicht schön aber funktioniert für den Rest der Tour.

Am zweiten Tag erreichen wir den Lac de Ste. Croix, der Blick in die Verdon-Schlucht ist beeindruckend, genau wie der Anstieg zur Südseite der Schlucht. 2 km nach der Passhöhe schlagen wir uns seitlich in die Büsche und unser Zelt auf. Wer braucht schon eine Dusche?

Am Lac de Castillon vorbei und über den Col de Toutes Aures erreichen  wir den Gorges du Daluis, der rote Sandstein türmt sich neben uns auf, mit dem Rad können wir an Stellen halten und den Ausblick genießen, an denen wir mit dem Auto vorbeifahren müssten. Gigantisch.

Bei der Auffahrt zum Col de Valberg hoffen wir, wieder eine wilde Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Doch die einzigen horizontalen Stellen auf der ganzen Auffahrt sind die Schotterbankette in den Kehren. Wenig attraktiv, und so stehen wir dann am späten Nachmittag auf der Passhöhe. Schneereste und entsprechende Temperaturen motivieren auch nicht gerade das Zelt aufzubauen. So liefern wir uns mit ein paar Autos ein Rennen den Gorges de Cian hinab und landen mit dem letztem Licht auf einem Campingplatz direkt am rauschenden Fluss Var.

In Carces erleben wir, wieviel Spaß ein Tag Dauerregen in einer Hundehütte macht. Sind froh, dass am nächsten Tag die Sonne scheint. Dafür gibt es dann scharfen Gegenwind auf der Straße, die kilometerlang schnurgerade nach Aix en Provence führt. Den Hausberg, den Montagne St. Victoire, nehmen wir in einer Tagestour ohne Gepäck unter die Stollen, schließen die Räder unterhalb des Gipfels ab und klettern den verblockten Wanderweg nach oben. Ein toller Blick!

Am 11. Tag unserer Biketour sind wir wieder in Apt. Vier Tage haben wir noch für Tagestouren in der Umgebung. Die Ockerfelsen von Roussillon, die Fontaine de la Vaucluse, der Besuch im Vasarely Museum in Gordes und der lange zähe Aufstieg zum Mont Ventoux faszinieren jeder auf eigene Weise. Am letzten Tag suchen wir noch ein paar Wanderwege im Luberon und testen unsere Fahrtechnik, bevor wir die Zelte abbrechen und uns am Morgen auf den langen Weg nach Hause machen. Mit einem letzten Rest Sprit im Tank und leeren Geldbeuteln kommen wir wieder in Stuttgart an, um einige tolle Eindrücke reicher.

Geschrieben: 2014-01-27