Gute Vorsätze und offene Rechnungen

Obwohl ich weiß, wie gut mir das Radfahren tut, das in der Natur sein, hatte ich die letzten Jahre immer wieder Ausreden. Gründe, was noch erst fertig sein muss, was noch zu erledigen ist, bevor ich mich mal „nur zum Spaß“ aufs Rad gesetzt habe. Weil der Winter 2024/2025 mich mental ziemlich gefordert hat, habe ich schon zu Beginn 2025 versucht, meine Prioritäten zu ändern. Mehr einfach nur zum Spaß fahren, und nicht nur die täglichen Wege zur Arbeit und zum Einkaufen. Das habe ich dann seit dem Frühjahr auch ziemlich konsequent verfolgt und merke, wie sehr mir das gut tut. Über alle Statistiken und Sammel-Leidenschaften hinaus, die mich sicherlich motivieren, ist es einfach die Zeit in der Natur, an der frischen Luft, mit den Gedanken weit weg vom Stress des Alltags.

Dezember 2025

Nach der Yard-Nord-Erweiterung im November konnte ich dann Anfang Dezember eine erste Tour in Brühl durch die Ville fahren, bei der sich nicht nur die Summe der Squadrats erhöht hat, sondern auch mein Yard. Yeah.

Vier große Lücken bestimmen dann auch die Ziele der nächsten Touren:

Eine Tour von Herrenberg durch den Schönbuch Richtung Tübingen, und durchs Ammertal zurück. Sonnig, aber frostig.

Auch im Norden Richtung Enztal gibt es noch eine ziemlich große Lücke, die ich auf einer langen Runde mit knapp 90km und 1300HM schließen konnte. Das Wetter macht auch wieder mit, blauer Himmel und nicht zu kalte Temperaturen, und tolle Nebenstrecken ohne viel Verkehr.

Die nächsten 2 Tag geht es ins Heckengäu, die erste Tour von Ehningen ins Würmtal und dann über Dätzungen, Althengstett, Monakam und nach Weil der Stadt.

Und am zweiten Tag von Herrenberg Richtung Westen, toll die Radrennbahn in Öschelbronn live zu sehen. Bei den kurzen Tagen im Dezember geht es auch jedes mal in die Dämmerung, Sonnenuntergänge inklusive.

Mit den beiden Touren im Heckengäu habe ich auch das Übersquadrat auf 24×24 vergrößern können, was aber Mitte Dezember noch bleibt, ist ein gaaaanz kleines Loch, kurz vor Pforzheim. Die Planung steht, aber eine Erkältung vor Weihnachten verhagelt mir das Ziel, mit der Lücke auch das Übersquadrat nochmal deutlich zu erweitern.

Trotzdem kommen auf den großen Touren im Dezember nochmal über 300km und einiges an täglichen Wegen zusammen, die Bilanz 2025 fällt dadurch auch entsprechend aus: Über 9000 Jahreskilometer, das sind fast doppelt so viel wie im Schnitt der letzten Jahre (oder Jahrzehnte). Motiviert haben mich dabei einerseits das Gefühl, mir was Gutes zu tun, andererseits aber auch das Squadratsen. Und das auf zwei Ebenen, einerseits die reine Statistik, neue Squadrate zu sammeln, Yard und Yardinho zu erweitern und meine Kilometerleistung aufzustocken. Andererseits aber auch das schöne Gefühl, neue Strecken zu fahren, andere Gegenden kennen zu lernen, und aus dem Alltag auszubrechen.

Neujahr. Zeit für gute Vorsätze.

In 2025 habe ich gemerkt, wieviel Kraft ich für den Alltag aus den Touren ziehen kann. Und obwohl ich viel Zeit auf dem Rad verbringe, gehen die täglichen Aufgaben viel leichter und schneller von der Hand.

Das will ich mir auch 2026 vornehmen. Vielleicht den Fokus mehr auf die Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten unterwegs legen, das ist bei der Planung der Touren bisher nicht immer oberste Prio gewesen.

Gut, dass es in meinem Planungstool, dem Brouter, ein Plugin für Squadrats gibt, und die Möglichkeit, über vordefinierte und eigene Overpass-Abfragen zusätzliche Ebenen anzuzeigen. Neben den vordefinierten (Attraktionen, Museen, Denkmäler) habe ich mir noch eine Ebene mit historischen Elementen erzeugt. Damit bin ich dann für die nächsten Planungen besser gerüstet.

Januar 2026

Das kann ich im Januar ja dann direkt ausprobieren, eine Rechnung habe ich ja noch offen. Die Lücke kurz vor Pforzheim.

Nach Weihnachten, Neujahr und ein paar Tagen in Hamburg bei Schnee und Eis ist es dann Mitte Januar soweit, ich halte mir einen Tag frei. Schon beim Packen merke ich, dass das Hinterrad Luft verliert, zum Glück habe ich genug Zeit eingeplant und kann noch schnell flicken. Aber auf den letzten Metern zum Bahnhof merke ich, das mir (bzw. meinem Rad) schon wieder die Luft ausgeht. Im Zug prüfe ich dann, ob ich schlampig geflickt habe, finde aber ein zweites Loch an einer anderen Stelle. Pech. Ich habe zwar alles an Werkzeug dabei, aber wohl den letzten Flicken nicht ersetzt. Selbst schuld. Die Suche nach anderen Radfahrer:innen im Zug, die besser mitgedacht haben, bleibt erfolglos, so suche ich in Pforzheim erstmal einen Laden und flicke das zweite Loch. Dann geht es endlich los, aus Pforzheim heraus erstmal ordentlich bergauf. Die 6 fehlenden Squadrate zwischen Pforzheim, Neubärental und der Hofmannshöhe habe ich schon auf den ersten Kilometern eingesammelt, und dann geht es links und rechts um die A8 pendelnd (auf der Suche nach neuen Squadratrinhos) bis Leonberg. Da komme ich dann an den Rand meines Yardinhos und schnell bin ich zu Hause.

Noch vor der Dusche: die heutige Tour in Strava hochladen, und schauen wie sich die Erlebnisse von heute in Squadrats auswirken. Mein Yard ist jetzt gut 1300 Squadrate groß, und das Übersquadrat hat sich auf 28×28 erhöht. Im Ranking liege ich damit irgendwo unter ferner liefen, aber das ist nicht das Ziel. Ziel sind die Erlebnisse unterwegs.

Der Blick auf die Squadrats-Karte zeigt schön, wie sich die „bekannte Welt“ so nach und nach vergrößert, so ein bisschen fühlt man sich an wie ein Entdecker auf der Suche nach neuem Land. Und der Blick zeigt auch, wo die nächsten Touren hinführen können, vielleicht auf die Erweiterung des Yards nach Süden? 🙂

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