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Bikepacking Basteleien zum Dritten

Meine beiden Eigenbau Taschen reichen mit einem kleinen Rucksack locker für einen Overnighter, für ein paar Tage mehr reicht der Platz aber nicht. Nicht zuletzt für das Zeltgestänge habe ich außer dem Rucksack noch keinen guten Platz gefunden. So geht es mal wieder in die Werkstatt, und aus einem Stück Abfluss-Rohr und zwei Kurz-Barends eines alten Ergon-Griffes aus der Restekiste entsteht eine leichte Halterung. Bei Bedarf an die Barends geschraubt, lassen sich daran mit zwei Riemen leichte, längliche Gegenstände problemlos verzurren.

Handlebar Mount

Handlebar Mount

Handlebar Mount - Detail

Handlebar Mount – Detail

Handlebar Mount - bepackt

Handlebar Mount – bepackt

Genug Platz am Lenker für Tacho und Navi ist auch noch, und keine Gefahr zu Züge abzuklemmen. Damit ist das Rad für eine Mehrtages-Bikepacking Tour nächstes Jahr gerüstet. Probefahrt folgt :-)

 

PS: Nachtrag zum Sattelstützenträger: Nach einigen kleineren Optimierungen war mir das Gewurschtel mit den einzelnen Riemen zu umständlich, und ich habe kurzerhand die Halterung IN den Packsack eingebaut, um die Form zu halten und das Wackeln zu verhindern. Sieht jetzt von außen sehr clean aus, mal sehen wie es sich bewährt…

Sattelstützen Tasche - innen

Sattelstützen Tasche – innen

 

Sattelstützen Tasche - außen

Sattelstützen Tasche – außen

B2B

B2B, also Business to Business (auf Schwäbisch: “von Gschäft zu Gschäft”) ist im Marketing ein gängiger Begriff und tägliche Praxis bei Geschäftsbeziehungen zwischen zwei Unternehmen.

Aber auch auf dem Bike lässt sich B2B erfolgreich praktizieren, angelehnt an die schwäbische Übersetzung: “vom Gschäft zom Gschäft”. Nach getanem Tagwerk (also wenn “du gnug gschafft hasch”) direkt “vom Gschäft” mit gepacktem Bike los, bis kurz vor der Dunkelheit über bekannte und weniger bekannte Trails surfen, und dann irgendwo das Zelt aufstellen und zum Abendessen den Sonnenuntergang  genießen.

Abendessen an der Stöckleshütte

Abendessen an der Stöckleshütte

Morgens mit dem ersten Sonnenstrahl wieder raus, einen Kaffee zum Aufwecken, dann Zelt einpacken und direkt “zum Gschäft” fahren.

Frühstückskaffee mit Blick in den Sonnenaufgang (hinter den Wolken)

Frühstückskaffee mit Blick in den Sonnenaufgang (hinter den Wolken)

Auch wenn es eigentlich nur ein Abend ist, fühlt sich das an wie ein langes Wochenende, ideal zum Abschalten und Kraft tanken. Einfach klasse.

 

Mit dem Fatbike durch die Wüste

Familienurlaub, diese Jahr ungewohnt groß und weit weg: Gut drei Wochen mit Geländewagen durch Namibia, vom Wild Campen im menschenleeren Kaokoveld bis hin zu komfortablen Lodges bei den touristischen Highlights ist alles dabei. Und genügend Kilometer abseits des Asphalt auch. Was fehlt: Mein Rad. Und Bewegung.

Als es dann in Swakopmund die Möglichkeit gibt, entweder per Quad mit Motor-Power in die Dünen zu gehen, oder per Muskelkraft und Fatbike, ist die Entscheidung schnell klar.

Fatbike in den Dünen

Fatbike in den Dünen

Alina kommt mit, und so sind wir in kleiner Gruppe zwei Stunden unterwegs, erfahren viel über die Wüste und haben dabei noch jede Menge Spaß.

Erstaunlich, wie sich das auf Asphalt träge und kippelige Fahrverhalten im Sand bessert und wie wenig die dicken Schlappen einsinken. Irre Steigungen braucht man zwar nicht angehen, aber es reicht um über die Dünenkämme bis ganz nach oben zu kommen. Und runter macht es dann in der Direttissima richtig Spaß, und die Dinger können sogar fliegen!

Aber es geht noch fetter: Am letzten Tag unseres Urlaubs sind wir am Lake Oanob, erholen uns von den vielen Kilometern auf vier Rädern, und da fällt mein Blick auf die Flyer: AquaCycle. In der Annahme, dass ich dabei nicht nass werde, wird schnell ein Wettrennen organisiert. Und das führt zu ganz ordentlich Muskelkater, die 50+++” Reifen laufen nicht so richtig leicht ;-)

AquaCycle

AquaCycle

 

Daytrip Vogesen

Überraschend: Donnerstag ist Feiertag! Kurzentschlossen entschließe ich mich Dienstag Abend für einen Kurztrip in die Vogesen. Die Idee: Mittwoch früh Feierabend machen, Rad und Küchenkiste ins Auto, ab Richtung Colmar und rein in die Vogesen. Vielleicht reicht es dann vor Abendessen und Übernachtung im Auto noch für eine kurze Tour. Und Donnerstag steht dann im Zeichen der französischen Trails.

Laut Staumelder bin ich nicht der einzige, der das lange Wochenende nutzt. Also lasse ich mich über den Schwarzwald lotsen, stelle gegen 17:00 bei Enzklösterle das Auto ab und nutze die leichte Abkühlung für eine Tour. Ich genieße Landschaft und ein paar nette Trails. Die paar Abschnitte, die ich auf dem Schwarzwald-Crossing unterwegs bin, reißen mich nicht vom Hocker.  Die 2m-Regel macht aus dem Schwarzwald ein Bike-Entwicklungsland. Entwicklungshelfer gäbe es direkt westlich der Grenze, so freue ich mich auf die Trails in den französischen Vogesen. Schnell noch den Kocher angeschmissen und eine Kleinigkeit zu Essen gekocht, kurz vor acht bin ich dann auf dem Weg.

Abendessen

Abendessen

Die für morgen geplante Route führt von Kaysersberg über den Lac Blanc, Lac Noir und Lac du Forlet nach Le Galtz und wieder zurück ins Tal (Bericht aus der Bike). Die Gegend um Le Galtz kenne ich von einer Wanderung im letzten Sommer und hoffe in der Nähe von Trois Epis einen abgelegenen Platz zum Übernachten zu finden. Als ich kurz vor 23  Uhr ankomme, gestaltet sich die Suche im Dunkeln schwierig. Und so stelle ich mich einfach auf den Parkplatz der Klinik in Trois Epis, absolut zentral gelegen an der einzigen Kreuzung des Ortes. Tagsüber sind hier einige Rad- und Motorradfahrer unterwegs, nachts ist Totenstille.

Nachtlager

Nachtlager

Vorteil des Platzes: Ein Bäcker in Sichtweite. Mit Pain au Chocolat und selbstgebrühtem Kaffee zum Frühstück geht der Tag gut los.

7:15 sitze ich auf dem Rad Richtung Le Galtz. Die Auffahrt kenne ich noch von der Wanderung, mit angenehmer Steigung geht es zur Christus-Statue.

Le Galtz

Le Galtz

Was dann kommt, ist ein Traum. Ein schmaler Trail windet sich mit ein paar gut fahrbaren Kehren hinab ins Tal Richtung Ammerschwihr, unterbrochen nur duch kurze Pausen zum Luftholen und für den Ausblick ins Rheintal. Weiter nach Kaysersberg geht es auf breiteren Wegen, dann warten nochmal Trails die sich oberhalb der Straße langsam und gut fahrbar das Tal hinauf ziehen. Kurz vor Hachimette wird es dann steiler, und die Trails haben Pause bis Orbey. Und da geht dann auch die harte Arbeit los: Die kommenden 600HM sind steil. Schon auf den ersten Metern auf Asphalt, da wo die Autofahrer in Kehren den Berg hochfahren, nimmt die Strecke die Direttissima. Fahrtechnisch eigentlich noch machbar, führt die nachlassende Kondition zu kleinsten Fahrfehlern, und schon steht die Fuhre. Die typischen naturbelassenen Fahrwege sind zwar breit genug, aber eine “gute” Linie gibt es selten. Kleine bis größere Sandstein-Felsen auf dem Weg, loses Geröll, Äste, Wurzeln, eine sehr nette Mischung. Zitat Bike: “Der holprige Anstieg zum Lac Blanc ist eine Herausforderung, bleibt aber fahrbar.” Respekt, wer das komplett schafft, ich habe zwischendurch mal schieben müssen.

Am Lac Blanc habe ich mir eine Pause verdient, es ist viel los. Wanderer, Motorradfahrer, und Radfahrer (die Rennradler aus eigener Kraft, die Biker meist auf dem Auto auf dem Weg zum Bike Park du Lac Blanc. Dem Ansturm ist auch die folgende Wegewahl geschuldet: Es geht meist auf breiteren Schotterwegen Richtung Lac Noir und Lac du Forlet, die viel begangenen Trails bleiben links liegen. Aber die Einstiege in die schmalen Wanderwege sind auch so verblockt, dass die Lust nicht zu groß auf einen Versuch wird. Vor dem Lac Noir probiere ich es trotzdem, ein paar französische Wanderer feuern mit einem “Bon Courage” an und raten mir noch, aufzupassen. 2 Minuten später mache ich unsanft Bekanntschaft mit dem Erdboden. Passiert halt, wenn die Differenzgeschwindigkeit zwischen meinem Schwerpunkt (ordentliches Lauftempo) und der meines Vorderrades (Stillstand) zu groß wird. So bleibe ich bis zum Lac du Forlet brav auf der vorgeschlagenen Strecke.

Lac Noir

Lac Noir

Zwischen Lac Noir und Lac du Forlet

Zwischen Lac Noir und Lac du Forlet

 

Lac du Forlet

Lac du Forlet

Unterhalb des Lac du Forlet probiere ich nochmals einen Pfad, und habe mehr Glück. Zwar auch gespickt mit Felsen jeder Größe, ist er aber breit genug um flüssig fahren zu können. Ab dem Carrefour des Hautes Huttes beginnt dann der Spaß. Zum großen Teil bergab auf flüssig zu fahrenden Pfaden unterschiedlicher Breite, selten mal verblocktere Stellen und gelegentlich einen Gegenanstieg, hört die Trailorgie bis zum Trois Epis kaum auf. Über 10km auf tollen Wegen, ein toller Abschluss zu einer tollen Tour. Und als ob das nicht schon Belohnung genug wäre: Mein Lieblings-Nachtisch in den Vogesen muss dann auch noch sein:

2 Kugeln Eis, eingerahmt durch 2 riesengroße Baiser und das ganze versteckt unter einer Sahneschicht.

Meringue Glacée Chantilly

Meringue Glacée Chantilly

Und ganz ehrlich muss ich zugeben: So wie ich am Aufstieg zum Lac Blanc am Kämpfen war, kämpfe ich mit dem Riesen Teller, bis er endlich leer ist.

Schön wars!

Eisjoch 2016 – Aller guten Dinge sind 3?

Aller guten Dinge sind drei?

2008, der erste Versuch, über das Eisjoch zu kommen. Das Wetter macht Axel, Tom und mir einen Strich durch die Rechnung, statt Stilfser Joch und Goldseetrail geht es den Umbrail hinab ins Warme.

2012, Versuch Nummer zwei. Nach Manuels Sturz auf dem Goldseetrail  rät uns der Arzt vor größerer Anstrengung ab. So rollen wir deutlich gemütlicher durchs Passeiertal nach Zwieselstein zurück.

2013, dritter Versuch, diesmal mit Axel. Eigentlich müsste es ja jetzt klappen. Aber Schnee am Madritschjoch, technische Probleme und Halsschmerzen führen zum zweiten Abbruch.

2014, aufgeben gilt nicht, aber nach heftiger Erkältung mit Antibiotika ist die Vernunft zum Glück größer, und ich fahre mit Axel für einen Kurztrip in die Pfalz.

2016, der fünfte Versuch, Tom ist wieder mit von der Partie.

Die Fahrt ins Ungewisse.

Diesmal wird die Ausdauer belohnt, Eisjoch und Schneebergscharte erweisen sich als würdige Passagen einer Mehrtagestour. Wer ausschließlich flowige Trails bergab mit möglichst wenig Anstrengung bergauf sucht, wird nicht richtig glücklich. Erobert werden wollen beide.

Ich hatte ja 8 Jahre Zeit, mich mit der Route zu beschäftigen, trotzdem war ich mir bis zum Schluss nicht klar über die ideale Richtung. Wie immer sind die Angaben in den einschlägigen Foren widersprüchlich, viele kennen nur die eine Richtung und empfehlen, vielleicht aus Selbstschutz, genau diese. Häufig ist es aber auch schwer, die Fahrbarkeit bergauf einzuschätzen, wenn man das Rad bergab über Stufen und durch enge Kehren zirkelt.Und natürlich ist die Schwierigkeit extrem subjektiv.  So entscheiden wir uns ein paar Tage vor dem Start für eine Runde im Uhrzeigersinn. Fahren somit entgegen den vielen Alpencrossern, die vom Brenner erst über Schneebergscharte und dann das Eisjoch in den Süden fahren.

Doch die Unsicherheit bleibt. War das die richtige Richtung? Ist der Meraner Höhenweg eine sinnvolle Alternative zum Schnalstal auf Asphalt? Was erwartet uns im Jaufental? Aber dieses Abenteuer gehört für mich zu einer solchen Tour dazu: den Weg nehmen wie er kommt, Pläne anpassen, mit Unvorhergesehenem klar kommen, und am Ende mit Beharrlichkeit das Ziel erreichen.

Auf dem Weg zum Eisjoch werden wir schon nachdenklich, als uns ein Bergläufer verwundert ob unserer Richtung anspricht. Aber während wir einzelne Teile der Planung noch flexibel anpassen können, die Richtung ist fix. Und eine endlose lange und endlos geile Abfahrt über 1000 Höhenmeter abwärts bis zur Lazinser Alm bestätigt uns: Informationen sammeln, sichten, das Für und Wieder bewerten und dann selbst entscheiden. Augenscheinlich haben wir richtig entschieden. Anspruch und Können haben gepasst, um auf der Abfahrt viel Spaß zu haben. Die Gegenrichtung wäre eine endlose, 1000HM lange Schinderei gewesen, wahrscheinlich nicht nur für uns, sondern für den Großteil der Biker.

Aber lest selbst…

Do 2016-08-18: Meraner Höhenweg

Zeitig in Stuttgart los, wegen Stau erst 14:15 auf dem Rad am Lift in Naturns. Sonne brennt, es ist heiß. Tom plagt der Hunger. Kurze Riegel-Pause mit Blick ins Tal, später Kuchen auf Alm. Meraner Höhenweg war Wagnis, wenig Infos. Teils flowig, aber immer wieder kurze verblockte Stellen mit Felsstufen, zu viele um in Begeisterung auszubrechen.

Einstieg in den Meraner Höhenweg

Einstieg in den Meraner Höhenweg

Brücke vor der Galmein Alm

Brücke vor der Galmein Alm

Abwechslung

Abwechslung

Aber schöner als Asphalt durchs Schnalstal. Anruf im Montferthof, 19:00 Essenszeit wird knapp. Mit Abschnitten auf dem Fahrweg reicht es gerade so. Hof total urig, sitzen mit junger Wanderin an einem der beiden Tische.

Montfert-Hof: Stehhöhe bis 185cm

Montfert-Hof: Stehhöhe bis 185cm

17,8km
2h55
6,12km/h
1300HM
14:15-18:50

Fr 2016-08-19: Eisjoch

Start am Montfert-Hof

Start am Montfert-Hof

Weiter auf dem Meraner Höhenweg, wieder Wechsel zwischen schönen Trails und Stufen. An der Straße treffen wir die Wanderin wieder, haben 20 Minuten aufgeholt. Höhenweg wird sehr steil, sieht nach 100% schieben aus. So nehmen wir die fahrbare Straße, auch schon steil genug.

Straße Richtung Vorderkaser

Straße Richtung Vorderkaser

Überraschend viele Autos, am Ende der Straße großer Parkplatz und viele Wanderer. Schotter steil bis zur Rableid-Alm, dann in weitem Tal zum Eishof.

Im Pfossental bei der Rableid-Alm

Im Pfossental bei der Rableid-Alm

Pause, sitzen Regenschauer aus. Wanderin kommt, kurz bevor wir aufbrechen. Erzählt von steilem Fußweg, war also eine gute Entscheidung. Wolkenverhangen, weiter Fahrweg bis auf 2300m. Dann schmaler Weg, , auch weiterhin immer wieder längere Strecken fahrbar. Bauarbeiten mit Mini-Bagger, Weg wird mit großen Felsplatten „gepflastert“.  Gut zu schieben, aber sausteil auf Dauer.

Pflaster-Arbeiten

Pflaster-Arbeiten

Blick hoch zum Eisjoch

Blick hoch zum Eisjoch

Bergläufer überholt uns, meint, dass wir in die falsche Richtung fahren. Aber wir haben uns in der Vorbereitung trotz teilweise widersprüchlicher Berichte für den Uhrzeigersinn entschieden, also gen Nordosten. Die meisten fahren auf Alpencross andersrum. Wir werden nachdenklich, die Spannung steigt. Das letzte Stück ist Kletterarbeit mit dem Rad auf dem Rücken, Tunnel ist seit Jahren verschüttet.

Die letzten Meter zum Eisjoch

Die letzten Meter zum Eisjoch

Blick zur Stettiner Hütte, nach einer steilen Kehre wartet ein fahrbarer Weg bis zur Einkehr. Weiter sieht man noch nicht, nach der Hütte verschwindet der Weg im Steilhang und Nebel.

Blick vom Eisjoch, sieht fahrbar aus

Blick vom Eisjoch, sieht fahrbar aus

Großes Stück Kuchen, und ein Blick aus dem Fenster in den Steilhang. Sieht vielversprechend aus, ein teils befestigter Weg zieht sich am Hang entlang, steil, aber relativ breit. Jacke anziehen und dann geht es los. Wir sind gespannt. Nach den ersten 100 Metern breites Grinsen. Anspruchsvoll, aber fahrbar, richtige Linie in den engen Kehren ist essentiell.

Abfahrt vom Eisjoch

Abfahrt vom Eisjoch

Teilweise Felsplatten senkrecht für Wasserablauf, Felsen, Geröll. Aber bis auf ganz wenige Stellen alles machbar. Gefälle teilweise dauerhaft bei 40%, Stufen fordern.

40% Gefälle am Eisjoch

40% Gefälle am Eisjoch

Umleitung aufgrund Bergrutsch ignorieren wir, Hang sieht stabil aus, neuer Weg beginnt sich schon zu bilden. Felsplatten stehen hier unten viel weiter raus, Durchschlag- und Überschlag-Gefahr.

Felsplatten am Eisjoch, oberhalb der Lazinser Alm

Felsplatten am Eisjoch, oberhalb der Lazinser Alm

Vor Pfelders Gruppe Bikes an Übernachtung, wir haben Mitleid mit den Alpencrossern. Übernachtung in Zeppichl im Mehrbettzimmer mit 4 Wanderern, zwar keine Schnarcher aber Live Musik im Restaurant über uns.
Fazit: Andersrum will ich hier nicht hoch, die 1000HM von der Lazinser Alm bis zum Joch dürften zum größten Teil nicht fahrend zu schaffen sein, größere Teile sogar tragend. Richtungswahl war bisher also die richtige Entscheidung.

27,7km
4h30
6,1km/h
1560HM
8:20-17:50

Sa 2016-08-20: Schneeberghütte

Start nach den Wanderern, auf Wanderweg (bedingt lohnend), entlang Eiskanal und dann Nebenstraße nach Moos. Dort bekannte steile Auffahrt durch Passeier Tal. Vor Seehof auf Timmelsjoch-Passstraße. Viele motorisierte Biker. Hatten am Abend die Planung geändert, nicht ab Schneebergbrücke sondern erst am Parkplatz Platterköfel rechts weg. Steiler Fahrweg zur Oberen Gostalm, da Pause. Hoffen danach auf fahrbaren Trail entlang der Höhe, hat aber selbst nach erstem steilen Aufstieg zu viele verblockte Stellen. Dafür beim Schieben über Fels ausgerutscht und Schienenbein demoliert.

Viele Wanderer, die nehmen am Seehaus die Direttissima über den Wassertonnenaufzug, wir fahren außen herum auf steilem, aber zu 50% fahrbaren Fahrweg.

Seehaus in der Ferne

Seehaus in der Ferne

Wassertonnenaufzug vom Seehaus

Wassertonnenaufzug vom Seehaus

Umfahrung der Direttissima

Umfahrung der Direttissima

Und der Blick von oben aufs Seehaus

Und der Blick von oben aufs Seehaus

Sightseeing, viele Reste des 1967 aufgegebenen Berkwerks, Schrott, Gebäude, Stollen. Zimmer in Herrenkaue, Wanderer feiern Hochzeitstag. Schauen noch Stollen und Museum an. Regen beginnt.

Reste des plötzlich aufgegebenen Bergwerks

Reste des plötzlich aufgegebenen Bergwerks

Lecker Essen in den ehemaligen Bergwerksgebäuden. Sind gespannt auf Auf- und Abfahrt, bis hierher war es gut machbar. Noch 300HM zum Pass, zur Not tragen wir die restlichen 300HM.

27,5km
3h45
7,3km/h
1430HM
8:10-14:15

So 2016-08-21: Schneeberg und Jaufental

Regen und Nebel beim Aufwachsen. Zumindest Regen lässt zum Start etwas nach. In Regenklamotten geht es los, viel fahrbar.

Wolken und Nieselregen beim Start

Wolken und Nieselregen beim Start

Auffahrt durch das Berkwerksgelände

Auffahrt durch das Berkwerksgelände

Schieben Bremsberg hoch, dann Flachstrecke. Beeindruckend, was früher zum Erztransport hier an Transportwegen gebaut wurde.

Bremsberg, uns bremst er auch

Bremsberg, uns bremst er auch

Danach direkt sehr steil, gut 200HM schieben und tragen.

Schieben zum Pass

Schieben zum Pass

Blick vom Pass vielversprechend, anfangs auch viel fahrbar.

Blick von der Passhöhe sieht nicht so schlecht aus

Blick von der Passhöhe sieht nicht so schlecht aus

Dann aber schnell loses, verblocktes Geröll, so schieben wir bergab mehr als bergauf.

Leider nicht überall so schön fahrbar wie hier

Leider nicht überall so schön fahrbar wie hier

Berghoch wären es 600HM schieben und tragen, also auch hier wieder die richtige Richtung. Wieder Reste von Stollen und Seilbahnen des Bergwerks. Pause auf der Moarer Bergalm, nasse Füße. Angedachte Varianten zur Schotterstraße sehen am Einstieg sehr verblockt aus, wegen Wetter bleiben wir auf Fahrweg. In Maiern großes Bergwerks-Museum, ab da Straße nach Gasteig. Wetter wird besser, bei Sonne ins Jaufental. Steigt gemäßigt an bis zum Ende Asphalt bei Schuppes. Einkehr im noblen Ungererhof, lecker Suppe und Meerrettich/Preiselbeer-Entré. Anschließend Schotter, wird nach 2. Kehre schon unfahrbar steil.

Jaufental, hinter dem Ungerer Hof

Jaufental, hinter dem Ungerer Hof

Weg über Wiese fast nicht sichtbar, steil, nicht fahrbar. Kurz vor Jaufenhaus völlig fertig noch ein paar Kehren zum Tragen, dann oben. Lohnt nur bei ausgeprägter Asphaltphobie, dafür kein Autoverkehr.

Über einen Wiesenpfad Richtung Jaufenpass

Über einen Wiesenpfad Richtung Jaufenpass

Jaufenhaus gebucht, hat beste Tage lang hinter sich, gefühlt irgendwann vor dem 2. Weltkrieg. Dusche nur kaltes Wasser, aber Essen ist gut. Wir hoffen die Küche ist sauberer als der Gastraum.

35,4km
4h00
8,3km/h
1370HM
8:25-16:00

Mo 2016-08-22: Jaufenpass, Panorama- und Propain-Trail

100HM auf der Straße zur Passhöhe, bei eisigen 5°C. Sonne scheint. Im Internet wenig Infos, Kartenrecherche sieht in Realität doch anders aus. Kammweg scheint wenig zielführend und mit vielen Höhenmetern zusätzlich, Weg in erster Kehre sehr verblockt, aber vor Jaufenalm rechts ab scheint gut. Steil über Wiese bergab, wenig genutzt aber gut fahrbar. Passieren Straße, weiter steil bis zu Waldboden. Wenige Meter Straße, dann rechts ab, über den Bach und runter ins Tal. Durch Walten, und auf die andere Bachseite, kurz bergauf an Radverbotsschild und teils Schotter, teils Asphalt abwärts. Kurs vor St. Leonhard nochmal richtig anspruchsvoller Trail, und dann durch Ort und auf Passeier Radweg bis Meran. Eis als Belohnung.

Blick zurück Richtung Meran

Blick zurück Richtung Meran

Auf der Via Claudia reihen wir uns zwischen E-Bikes und Radtourern ein, erstaunlich viele fahren aufwärts wie wir. Schon um 2 sind wir in Naturns, glücklich und stolz, die Runde geschafft zu haben. Eisjoch beim fünften Versuch ;-) Und keine Defekte oder Unfälle.

Aber zu früh für Feierabend, die Vinschgau Trails locken. Kartenstudium, die interessanten Sachen sind weit oben. Also mit dem Auto bis Latsch zum Lift, dort Hotelreservierung und gemütliche 1000HM Auffahrt (im Lift). Oben erstmal verdientes Mittagessen. Dann Richtung Panorama-Trail, erst mit einigen Auf und Ab auf Asphalt und Schotter, dann auf schmalem, teilweise ausgesetztem Panorama-Trail Richtung Westen.

Panorama-Trail oberhalb Latsch

Panorama-Trail oberhalb Latsch

Tom schimpft über die vielen verblockten Stufen, sein Schwerpunkt liegt einfach zu hoch. Ich find‘s absolut geil. Helfen gestürztem Biker mit Betaisodona aus, der den Trail völlig unterschätzt hat (Wird das Zeug eigentlich schlecht? Mindesthaltbarkeit ist ein bisschen ,gemessen an der Unendlichkeit, überschritten). Auch wir sind vom Anspruch überrascht.

Nur leicht ausgesetzt

Nur leicht ausgesetzt

Trail geht in Propain Trail über, naturnah geshapet für Bikes, Wanderer auf parallelem Weg „ausgelagert“.  Richtig toller Flow, Anlieger, aber nicht übertrieben .

Super Runde. Als Abschluss mitten durch die Obstgärten, irgendwie wohl einen größeren Weg verpasst. Dann Via C. zurück. Abends Pizza, Eis zum Nachtisch.

52,3km
3h20
15,85km/h
460HM
9:00-14:30

Panorama und Propain-Trail
19km
1h30
190HM
16:15-18:30

Di 2016-08-23: Holy Hansen

Noch ein halber Tag Zeit bis Heimfahrt, Uphill zu Morterer Leger. Sperre wegen Fällarbeiten. Fahren erstmal weiter, nichts zu hören. Arbeitsstelle ist verlassen. Queren rüber zum Holy Hansen. Einstieg nicht ganz einfach zu finden, aber dann geht es los. Wieder angelegter Trail, Anlieger, kleine Sprünge, teilweise mit ganz ordentlichem Anspruch.

Propain-Trail

Propain-Trail

Mittlerer Teil auf einmal schwerer bezeichnet, verblockter, steiler. Tom kämpft wieder mit Überschlag, aber die Physik lässt sich nicht überlisten. Trotzdem richtig klasse, das Vinschgau ist definitiv einen Urlaub wert. Zum Auto auf Via C., Pause an einer Jausenstation, dann auf dem Hotelparkplatz umziehen, Wasser bunkern und über Reschen und Fernpass gen Heimat.

Das Fazit: Tolle Landschaft, geile Trails, endlich Eisjoch und Schneebergscharte geschafft. Tolle Woche.

32,8km
3h30
9,3km/h
1130HM
8:55-14:00

Schlauch-Recycling

Die nächste Bike-Tour steht vor der Tür, mit Eisjoch und Schneebergscharte habe ich ja noch eine Rechnung offen. Und beim Packen für den Familienurlaub die Frage: Wie kriege ich Glasflaschen klapperfrei in der Campingküche verstaut? Die Lösung für viele Probleme: alte Schläuche. Also nicht “Alter Wein in neuen Schläuchen”, sondern “neues Öl in alten Schläuchen”.

Upcycling

Upcycling

Barends am Riser-Bar?

Es gibt Sachen, die gehen gar nicht. Sport-Socken in Sandalen, oder Nutella auf Brezeln zum Beispiel. Und doch gibt es immer wieder jemand, der sich durch ein “das macht man nicht” nicht gängeln lässt und seinen eigenen Weg geht.
Nachdem ich mich durch die leidige Laufradgrößen-Diskussion in akuter Kaufverweigerung übe, bekommt das Liteville regelmäßig Updates, diesmal in Form eines breiten Lenkers. Das Fahrverhalten auf unebenem Geläuf ist deutlich weniger nervös, und trotzdem wendig. Aber bei der ersten Probefahrt ist es schon klar: die relaxte Position an den Barends fehlt mir, nicht jede Tour besteht nur aus Single Trails. Aber Barends am Riser-Bar? Geht doch gar nicht?
Egal, form follows function. Bei der Lenkerbreite eine eher anstrengende Position, das wird schnell deutlich. Aber wo wir schon dabei sind, Konventionen zu brechen: wer sagt denn, dass die Hörnchen am Lenker Ende montiert werden müssen? Zwischen Griff und Bremshebel ist genug Platz, der Griffabstand angenehmer und die Griffmöglichkeiten noch variabler.
image

Ich werde berichten, ob sich das bewährt. Und was geht und was nicht, ist meine Sache ;-)

Langstrecke Nürnberg

Die letzte Langstreckentour liegt schon eine Weile zurück, der Sonntag nach dem Cyclehack bot sich an, mal wieder ein paar Straßenkilometer zu sammeln. Start um 7 in Nürnberg, unterwegs noch beim Bäcker vorbei, und dann immer Richtung Südwesten. Die ersten Kilometer führen über einige Schotter-Radwege, mit den 1″ Slicks kein Spaß. Das und ein falsch eingeschätzter Sprung auf den Bordstein bescheren mit schon nach 40km drei Löcher, die mit meinen zwei einzigen Flicken (Anfängerfehler) zu flicken sind.

Reifen flicken zum ersten

Reifen flicken zum ersten

Aber mangels Ersatzschlauch (Stümper) fährt die nächsten Kilometer die Angst vor dem nächsten Loch mit. Das kommt aber nicht, und so genieße ich mehr und mehr die einsamen Landstraßen auf der Ostalb, und dann während des Deutschland-Spiels die leeren Straßen im Remstal und schließlich durch den Schlosspark.

Pünktlich kurz vor dem Abpfiff komme ich nach 215km zu Hause an und habe noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen: Zu einem 4:0 hätte ich nichts beitragen können ;-)=

 

Cyclehack 2016

Angesichts Feinstaubalarm und Klimaerwärmung wird das Radfahren verkehrspolitisch immer mehr beachtet und gefördert. Das Radfahren attraktiver zu machen und mehr Leute aufs Rad zu bekommen ist auch das Ziel von CycleHack. Zum dritten Mal findet die Veranstaltung an verschiedenen Orten weltweit statt, bei der Ideen generiert werden, Barrieren gegen das Radfahren abzubauen und das Radfahren angenehmer zu machen. Ob es um das Miteinander im Verkehr geht, um technische Lösungen oder um die Infrastruktur, ganz egal. Unter dem Motto “Doing, not talking” werden Ideen generiert, mit einfachen Prototypen oder Demonstratoren in die Tat umgesetzt, und ausprobiert.

So bin ich nach frühem Feierabend per Bahn  nach Nürnberg gestartet, um “mitzuhacken”. Tolle Ideen sind dabei entstanden, manche genial einfach und umsetzbar (z.B. ein Windschutz für das Mikro des Headsets zum Telefonieren ohne störende Windgeräusche), manche (absehbar) eher theoretisch (ein legaler “Abschlepp-Service” zum Bezwingen der Nürnberger/Stuttgarter Berge) ;-)

Warten auf den Abschleppservice

Warten auf den Abschleppservice

Abschleppen in Aktion

Abschleppen in Aktion

Kontakt zu anderen Städten weltweit über Video-Chat, laufend Twitter-Nachrichten auf der Leinwand, und das gemeinsame Hirnen haben viel Spaß gemacht.

Das gilt auch für meine Unterkunft, die ich privat per Warmshowers “gebucht” habe, einem Netzwerk für private Schlaf- (und Dusch-)Gelegenheiten speziell für Radfahrer auf Reisen. Eine schöne Möglichkeit, mit Locals in Kontakt zu kommen und über das gemeinsame Hobby (und Gott und die Welt) zu quatschen.

 

#CycleHack

30 Jahre Mountain Biken

1818, Karl Drais patentiert sein Laufrad.

1867, Erfindung des Velozipeds.

1976, ein paar verrückte Amis stürzen sich mit umgebauten Clunker-Rädern den Mount Tamalpais hinunter.

1979, Gary Fisher und Charles Kelly gründen die Firma “Mountainbikes.

1985, erste Mountainbikes tauchen in der alten Welt auf.

1986,  mein erstes “richtiges” Mountain Bike steht im Keller.

30lorbeer

2016, 30 Jahre später.

Was mit kurzen Touren ins Gelände begann, hat über die Jahre ganz unterschiedliche Formen angenommen und beschränkt sich nicht nur auf das Mountainbiken selbst. Die Bewegung an der frischen Luft in der Natur, neue Orte kennenlernen, die sportliche und fahrtechnische Herausforderung und auch Spaß an der Technik ergeben einen Mix, der mich als ehemals überzeugten Sportmuffel immer noch fasziniert, auch 30 Jahre später noch.

Viele Kilometer sind zusammengekommen, manche alleine, manche mit Freunden und der Familie. Seit 1993 (da habe ich angefangen, Buch zu führen) sind es über 100.000km, zweieinhalb mal um die Erde.

Aber was viel wichtiger ist: Es sind auch viele Erinnerungen an tolle Erlebnisse geblieben, an die ich gerne zurückdenke und die ich hier für mich als Tagebuch festgehalten habe.

Und es geht weiter, in die nächsten 30 Jahre ;-)

Neulich in der Werkstatt

Eigentlich wollte ich nur schnell einen neuen Bowdenzug einbauen, weil Schalthebel und Schaltwerk nicht mehr so richtig miteinander kommunizieren. Und schauen, wieso sich ablaufende Kette und Kettenblatt beim Schalten so schlecht voneinander lösen können. Aber das Ersatzteillager ist leer, keine Chance.

Nachdem ich dann schon mal im Keller stehe, kann ich auch meinen Montageständer optimieren, der mich schon länger ärgert. Das Dreibein kippt leider immer wieder seitlich um und so wird der Spieß jetzt einfach umgedreht: das Dreibein wird demontiert und die Halteklaue klappbar an die Decke geschraubt.

Und flach an die Decke geschwenkt.

Montageständerumbau, flach an die Decke geschwenkt.

180° gedreht: Montageständer

Und in Montageposition.

Und jetzt warte ich auf die Ersatzteile, und dann kommt der praktische Test…

Waschraum Tips

Mit dem Rad zur Arbeit, kurz duschen und umziehen, dann bin ich fit und wach für den Tag.
Und die nassen Klamotten trocknen derweil in der Umkleide. Eine gute Abluft-Anlage (danke an meinen Arbeitgeber) hält die Geruchsbelästigung in Grenzen und sorgt für Luftzirkulation. Trocken werden die Klamotten aber nur, wenn sie nicht im Spind vor sich hin gammeln  und die Luft auch zirkulieren kann. Und da hat so jeder seine Ideen…

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Immer nützlich: Drahtbügel aus dem Waschsalon, in nützliche Formen gebogen. Hier als Aufhänger und Abstandshalter für weitere Bügel.

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Auch hier ein Drahtbügel, die Rundung hält das Handtuch auf Abstand zur Spindtür.

Bei ausreichender Raumhöhe (und Körpergröße): Ein Stück Reep-Schnur staffelt die Klamotten in der Höhe.

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Für die Spindrückseite, bei Nichtgebrauch zusammenklappen und flach in den Spind hängen.

Sorry für die Bildqualität, ich hoffe die Idee kommt rüber ;-)

Basteleien zum Betretungsrecht: Trail-Bell

In Baden-Württembergs Wäldern schwelt es seit Jahren zwischen Bikern und Wanderern, und zwar nicht trotz der 2m-Regel, sondern wegen. Die meisten Waldbesucher beider Fraktionen verhalten sich gut, einige wenige schaffen es aber in die Presse durch Aktionen wie riskante Überholmanöver auf der einen, und Nagelbrettern auf der anderen. Damit prägen sie das Bild in der Öffentlichkeit, das definitiv nicht dem friedlichen Miteinander entspricht, das eigentlich vorherrschend ist. Aufgrund der öffentlichen Diskussion der 2m-Regel fühlen sich die Wanderer im Recht und reagieren beim Anblick von Bikern entsprechend “gereizt”. Fehlt diese öffentliche Diskussion, macht es das für beide Seiten viel angenehmer, wie wir am Mittwoch in der Pfalz live erleben konnten. Nette Gespräche auf dem Trail, ein Wiedersehen bei der Einkehr, so geht es auch.

Zu Recht fordern allerdings Fußgänger, dass sich die Radfahrer frühzeitig bemerkbar machen und sich nicht unbemerkt “heranpirschen”. Klingeln oder ein nettes “Hallo”, was habe ich nicht schon alles ausprobiert. Selbst vor einer Quietsche-Ente am Lenker habe ich nicht zurückgeschreckt. Alles nur bedingt gut, es findet sich immer jemand der entweder ungehalten reagiert oder vor Schreck an den nächsten Baum springt, obwohl noch 10 Meter Abstand da sind und ich langsam heranrolle. Neueste Idee, gesehen in der Pfalz: Eine kleine Kuhglocke am Lenker. Bimmelt leise vor sich hin und macht so frühzeitig aufmerksam. Von einem Urlaub mit meinem Opa vor über 40 Jahren habe ich noch eine kleine Glocke gefunden, inkl. Edelweiß-Bändchen. Das ganze mit Klettverschluss an den Vorbau montiert und zum Ruhigstellen einen starken Magneten an das Band, der dann einfach innen in die Glocke gesteckt wird und den Klöppel selbst findet. Ach ja, für die Freunde der schnellen Fraktion: Leichtbau ist das keiner.

Trail-Bell

Trail-Bell

Ob es so tut wie gedacht, und ob ich (oder meine Mitfahrer) das permanente Bimmeln aushalten, ich werde berichten ;-)

 

3-Könix 2016

Zum traditionellen 3-Könix-Biken lädt Chris wieder ein, auch diesesmal geht es in die Pfalz. Eine Gegend im Grenzgebiet zu Frankreich, in der ich schon mehrfach unterwegs war. Tolle Landschaft, klasse Trails und freundliche Ureinwohner :-)

An der Wegelnburg

An der Wegelnburg

Super war’s, tolle Atmosphäre im Nebel. Und lecker Kuchen bei der Einkehr in Frankreich…

 

MOTIVate 8 – Fallen ist weder gefährlich, noch eine Schande. …

… Liegenbleiben ist beides.

6Rückschläge_Fallen keine Schande1991 in Südfrankreich: Nach fast zwei Wochen mit Zelt und vollem Gepäck durch die Alpes Maritimes hänge ich mit Joachim noch ein paar Tage Off-Road dran.  Vom Campingplatz in Apt unternehmen wir Tagestouren zum Mont Ventoux, nach Roussillon und ins Luberon. Die felsigen Wanderwege stellen unsere Fahrtechnik auf eine harte Probe. Nicht immer klappt es auf Anhieb, und gelegentlich müssen wir die Knochen etwas zurechtrütteln und den Staub abschütteln. Und es gleich nochmal probieren bevor sich im Kopf der Gedanke “das geht nicht” festsetzt.

Nicht jeder Versuch klappt auf das erste Mal. Doch Scheitern gehört dazu zum Leben, wer nichts probiert kann auch nicht gewinnen. Kurz warten, reflektieren woran es gelegen haben könnte, und einen zweiten Versuch starten. So lange, bis es klappt.

 

MOTIVATE 7 – Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. …

Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.

07_6Rückschläge_Problem lösen

Unterwegs auf dem Jura-Höhenweg, kurz vor Ende der zweiten Tagesetappe, kurze Pause. Während ich Kräfte sammle,  verpulvert Roli seine überschüssigen Energien und springt auf dem Hinterrad von Stein zu Stein. Bei einem Sprung trennt sich Roli unfreiwillig von seinem Rad und die Schwerkraft siegt. Ein Sieg auf ganzer Linie, denn dabei bricht das Schaltauge ab. So kommen wir zu einer frühzeitigen Übernachtung auf dem Oberen Grenchenberg, der in Blickweite liegt. Und dann ist guter Rat teuer. Wie kommen wir vom Berg, und wie können wir unsere Tour fortsetzen?

In jeder Bike-Zeitschrift gibt es Survival-Tips für Notfälle wie diesen: Kette kürzen und mit einem Gang weiterfahren. Beim Fully leider nicht zielführend, bei jeder kleinen Bodenwelle springt die Kette ab. Erst als Roli mit dem Leatherman eine Kettenführung schnitzt, tut das zuverlässig. Am nächsten Morgen setzen wir so unsere Tour fort, statt der befürchteten Abfahrt auf Asphalt können wir weiter auf der geplanten Route bleiben, Singlespeed fahren verhindert auch nicht , dass Roli uns abhängt. Nach 20km Trails landen wir in Biel, bekommen tatsächlich einen Ersatz für das Schaltauge und während wir gemütlich einen Kaffee trinken, schraubt Roli und ist bald wieder einsatzbereit für die nächsten Tage.

Probleme tauchen immer wieder auf. Kurz innehalten für ein lautes “Shit” ist in Ordnung, aber dann muss es drum gehen eine Lösung zu finden. Das Beste aus der Situation machen, und nicht darüber hadern, was hätte sein können, sondern genießen, was war. Das ist das Einzige, was hinterher zählt.

Kalt und nass, …, und dunkel

Zugegeben, ich mag den Sommer lieber. Aber deswegen im Winter aufs Radfahren verzichten?  Mitnichten.
Richtige Klamotten und gutes Licht, und raus geht es.
Mit der Lupine habe ich genug Power für die Tour, am Stadtrad zusätzlich für den Notfall eine Mini LED zum Gesehen werden. Das Ding ist aber so hell,  dass es am Lenker montiert blendet und wandert deshalb auf das vordere Schutzblech.

image

Sieht cool aus und bringt sogar ein kleines bisschen Licht auf den Boden.

GPS per Handy

6 Jahre hat mein Garmin auf dem Buckel, und jetzt macht es keinen Mucks mehr. Wohl oder übel muss was Neues her. Das Nachfolgemodell meines Oregon? Dann wären wieder die Karten von openmtbmap möglich. Wobei…
Auf meinem Sony Z2 Handy nutze ich immer wieder die App OruxMaps, unter anderem auch mit Karten von openmtbmap oder openandromaps. Letztere gefallen mir sogar noch besser, die Darstellung ist für mich einfacher und eingängiger. Aber kann ein Handy das Navi ersetzen? Nach ein bisschen Recherche die Entscheidung: ich probiere es aus.
Selbst kleine und billige Smartphones brauchen sich bezüglich Auflösung und Bildschirmgröße nicht hinter den reinen Navis zu verstecken. Lange Akku Laufzeit und Wasserdichtigkeit sind aber ein Problem, so suche ich unter den Outdoor-Smartphones. Und werde in China fündig: ein Doogee Titans2, 4,5″, 960×540 Pixel, 4000mAh Akku!!!, wasserdicht nach IP67, und mit 120€ “relativ” billig. Mal sehen, ob für das Geld was vernünftiges zu bekommen ist. Erste Eindrücke (im Vergleich zum Garmin Oregon und Z2 mit OruxMaps):

  • Der Schock beim Auspacken: Die Rückseite ist wirklich so hässlich, wie auf den Bildern im Internet. Ich steh nicht auf Schlangenleder. Dafür sieht es von vorne ordentlich aus, und per Finn-Halterung am Lenker befestigt sieht man die Rückseite nicht. Aber egal, zum Telefonieren brauche ich es nicht (betreibe es ohne SIM-Karte). Die Halterung funktioniert hervorragend, selbst auf der neuen Degerlocher Downhill-Strecke verdreht sich das Handy nicht. Nicht dass ich nebenher Zeit gehabt hätte, aufs Navi zu schauen…
  • Betriebssystem ohne Schnickschnack, allerdings sind ein paar der tieferen Menus so schlecht ins Deutsche übersetzt, dass ich es nicht verstehen kann.
  • Relativ wenig Hauptspeicher, also auf SD-Karte auslagern was geht (Karten, Bilder, …)
  • Touch lässt sich sogar mit normeln Handschuhen einigermaßen bedienen (geht beim Sony gar nicht)
  • Bei großen Regentropfen reagiert das Display allerdings auch, dann nutze ich die App Touch Blocker von Argotronic.
  • Auflösung und Displaygröße ist deutlich besser als beim Oregon, kommt der Übersicht zu Gute. Das Z2 hat im Vergleich zwar eine fast viermal so hohe Auflösung, ist aber völlig ausreichend.
  • Das Display spiegelt (danke, Apple), Trotz zum Stromsparen reduzierter Helligkeit (auf ca. 20%) ist es trotzdem besser abzulesen, als das sehr dunkle matte Display des Oregon.
  • Gps Genauigkeit ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch nicht so gut wie das Sony Handy.
  • Laufzeit: 12% Akku für 1:40h mit permanent laufenden Display und GPS-Tracking lässt hoffen.

 

Smartphone als Handy

Smartphone als Handy

Soweit bin ich nach dem ersten Einsatz sehr zufrieden, alles weitere dann in den Kommentaren…

Direttissima zum Hohenneuffen

Die längsten Tage des Jahres sind schon vorbei und unser langer Sommer Urlaub steht vor der Tür. Zeit für das nächste Bikepacking Abenteuer. Das Ziel: irgendwo auf die Alb.
Freitag morgen starte ich mit gepackten Bike zur Arbeit, komme nachmittags einigermaßen pünktlich raus. Mal sehen, ob ich heute noch bis zur Ruine Hohenneuffen komme. Aus Outdooractive habe ich mir ein paar Touren rund um Neuffen aufs Navi geladen, von denen ich Teilstrecken verbinden will. Für den Weg zum Einstieg stelle ich das Navi auf ‘Luftlinie’ und lege einfach los. Nicht immer ist das der einfachste Weg ;-)=

Direttissima per GPS

Direttissima per GPS

In Neckartailfingen packt mich vor dem Anstieg auf die Alb noch Hunger und Durst und dann geht es auf die GPS-Tracks. Am Anfang viel Asphalt, dann Schotterwege und auch ein paar nette Trails, 20:20 ist es, bis ich die Ruine Hohenneuffen endlich in Griffweite habe.

Lange Schatten vor Burg Hohenneuffen

Lange Schatten vor Burg Hohenneuffen

Eine dreiviertel Stunde später stehe ich oben, genieße die letzten Sonnenstrahlen und den Sonnenuntergang.

Auffahrt zur Burg im letzten Sonnenlicht

Auffahrt zur Burg im letzten Sonnenlicht

Blick von Hohenneuffen

Blick vom Hohenneuffen

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Jetzt heißt es, einen Übernachtungsplatz zu finden. Am Wanderparkplatz ist noch die Hölle los, die Musik ist weit zu hören. So folge ich noch ein Stück dem HW1, bis ich an einem Felsabbruch eine ebene Stelle finde und mein Lager aufschlage. Mittlerweile ist es dunkel. Der Wind weht immer mal wieder Fetzen von Musik zu mir rüber, auf der nicht allzu weit entfernten Straße ist noch eine ganze Weile was los.

Doch irgendwann wird es ruhig, und nur der Wind zerrt an den Bäumen, und die Blätter rascheln. Und entweder die Tierwelt hat auch geschlafen, oder man gewöhnt sich an ein gelegentliches Rascheln im Unterholz: Irgendwann bin ich dann eingeschlafen, nicht besonders tief, aber immerhin. Gegen 5 wache ich aus dem Halbschlaf auf, die Sonne kommt schon langsam über den Horizont und blinzelt kraftlos durch die Bäume.

Blick aus dem Zelt gen Sonnenaufgang

Blick aus dem Zelt gen Sonnenaufgang

Eine knappe halbe Stunde später sind alle Spuren meiner Anwesenheit beseitigt, ich koche einen Kaffee und zum Frühstück gibt es eine Käse/Tomaten/Oliven-Brezel. War eigentlich zum Abendessen vorgesehen, aber macht auch zum Frühstück satt. Um 6 geht es weiter, es warten tolle Trails und schöne Blicke ins Tal und rüber zur Teck.

Tolle Trails am Brucker Fels

Tolle Trails am Brucker Fels

An Owen vorbei geht es auf Schotterwegen, immer wieder kommen kürzere interessante Trailstücke, die nur ein Local kennen kann. So lande ich gegen 8 in Oberboihingen am Neckar, bin schon ziemlich platt. Von Köngen, dem Ende meiner Track-Downloads, folge ich wieder der ‘Luftlinie’-Strategie. Mehr oder weniger zufällig passt das hervorragend mit dem Körschtal-Radweg zusammen. So weiß ich, was auf mich zukommt und an welcher Stelle ich vielleicht von der Direttissima abweichen sollte. Beim kurzen zweiten Frühstück hinter Denkendorf (Pinion-Hausen) sammle ich noch die letzten Kraftreserven zusammen und bin gegen 10:00 zu Hause. Platt aber glücklich.

Und während Rest-Deutschland noch überlegt, wie es ins Wochenende startet, hat meines schon lange begonnen. Mit einem kleinen Abenteuer vor der Haustür.

Doch als Gina mich fragt, was mich an so einer Übernachtungs-Tour fasziniert, kann ich keine zufriedenstellende Antwort geben. Vielleicht hat es Goethe am besten getroffen als er gesagt hat: “Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.” Und dabei kannte er vermutlich die ruppigen Trails der Alb gar nicht… ;-)=

Bikepacking, oder Kai zu Kayh vom Grafenberg

Samstag, 2015-06-13

Die Taschen sind fertig, Zeit für eine Probe-Tour. Freitag Nacht Regen und Gewitter angesagt, Samstag habe ich tagsüber noch einiges zu tun, also Start erst nach dem gemeinsamen Abendessen um 18:55.

Packed and ready to go

Packed and ready to go

Das Ziel? Der Grafenberg oberhalb von Kayh, also die klassische Herrenberg-Tour. Bei tollen Wetter Richtung Böblingen, um dann ab Ehningen auf den bekannten Trails Richtung Naturfreundehaus Herrenberg zu fahren. In Mauren tolles Licht und Kunst in der Natur.

Kunst in der Natur

Kunst in der Natur

Die Trails sind nach den letzten Regenfällen noch mit Pfützen übersäht, mal sehen was die Taschen können ;-) Zumindest die Stechmücken halten sie ab, was meine Haut nicht schafft. Pause machen ist also nicht drin.
Zweieinhalb Stunden später stehe ich auf dem Grafenberg.

Kayh vom Grafenberg aus

Kayh vom Grafenberg aus

Die Bank ist besetzt, und im Naturschutzgebiet zelten sowieso verboten. Also fahre ich noch ein Stück weiter und schlage mich “out of sight” in die Büsche. Zelt aufstellen (Premiere, funktioniert schnell und einfach), Katzenwäsche und dann liege ich im Bett.

Mein Camp für die Nacht

Mein Camp für die Nacht

Der Wind rauscht leise in den Blättern, im Laub raschelt es gelegentlich. Aber noch keine Siebenschläfer…
Gute Nacht!

Samstag, 2015-06-13

Gut geschlafen?

Ich weiß jetzt, dass der Wind gegen Mitternacht vollständig einschläft, das einschläfernde Rauschen der Blätter in den Bäumen aufhört und dann die Geräusche der Kleintiere am  Boden in den Vordergrund treten.

Und dass gegen zwei Uhr die größeren, nachtaktiven Tiere unterwegs sind. Bedrohlich klingt es noch nicht (die Wildschweine haben gerade Nachwuchs), aber es ist zu laut und zu nah  um einfach so in Ruhe einschlafen zu können.

Und dass um vier Uhr die Vögel anfangen zu zwitschern. Und dass das Zelt als Lärmschutz nichts taugt.

Halb sechs wache ich dann aus dem Halbschlaf auf, packe in zwanzig Minuten Zelt und Krimskrams ein und bin spurlos verschwunden.

Spurlos verschwunden

Spurlos verschwunden

Kurz vor sechs sitze ich auf dem Rad zurück zum Grafenberg,  meiner Pflicht als Graf Kai nachzukommen und den Kayhern den Morgengruß zu entbieten. ;-)=

Kai zu Kayh zum Grafenberg

Kai zu Kayh zum Grafenberg

Frühstücks-Hunger! Im Naturschutzgebiet will ich kein Feuer machen, ein paar Kilometer weiter finde ich eine Bank. Löslicher Kaffee (von meinem Konservendosen-Holz-Kocher), Brötchen von gestern und Stäbchen-Nutella (die Kinderschokolade von da wo’s aldi guten Sachen gibt) schmecken unter freien Himmel wunderbar.

Frühstücks-Stilleben

Frühstücks-Stilleben

Und dann geht es wieder auf die Trails, der Heimat entgegen. Ein paar Kilometer folge ich dem Randweg, dann geht es hinunter mitten hinein in den Schönbuch und mit ein paar letzten Trails und einem Abstecher beim Bäcker vorbei nach Hause. Kurz danach tauchen meine Damen vom joggen auf, genau passend zum gemeinsamen Frühstück auf dem Balkon.

Zugegebenermaßen sind die Brötchen frischer, der Kaffee besser, und die Stühle bequemer. Aber der Geschmack nach Abenteuer fehlt, und von dem werde ich nach der erfolgreichen Generalprobe während der Planung einer Mehrtagestour im Sommer zehren…

Bikepacking Basteleien

Die Sattelstützentasche hat die ersten Probefahrten hinter sich, fehlt noch das vordere Pendant. Und nachdem das Wetter jetzt in der 30°C Liga spielt, wird es höchste Eisenbahn!

Die Idee: Eine flache Tasche mit Rollverschluss übers Oberrrohr hängen und mit Gurten fixieren. Damit soll der Lenker unbelastet und der Blick aufs Vorderrad frei bleiben. Und gleichzeitig wird die Gewichtsverlagerung der hinteren Tasche wieder nach vorne orientiert.

TopTube-Bag

TopTube-Bag

Eine ältere flache Ortlieb-Tasche, etwas LKW-Plane, ein paar Gurte und Schnallen, und die Tasche ist bereit für eine Probefahrt.

TopTube-Bag

TopTube-Bag

Der Sack sitzt sauber und wackelt auch in Rüttelpassagen nicht. Aber im Wiegetritt an Steilpassagen kollidieren die Knie, die Tasche ist zu breit. Ein bekanntes Problem des Rollverschlusses: Beim Schließen wird die Luft komprimiert und die Tasche bläst sich auf. Verstärkt wird der Effekt durch das Abknicken übers Oberrohr. Also klebe ich das Presta-Ventil aus einem alten Schlauch auf die Tasche und sorge für eine Entlüftungsmöglichkeit.

Probefahrt

Probefahrt

Betriebsfestigkeit zum zweiten

Gehen Räder eigentlich vom Stehen kaputt?

Zugegeben, das Laufrad an meinem Stadtrad hat schon einiges hinter sich. Über lange Jahre im Hot Chili gefahren, und dann in Rente geschickt, bekommt es nun doch mehr Kilometer als gedacht. Wie sagt meine Schwiegermutter immer: “Die Alten muss man zuerst verschleissen.” ;-)

Beim Versuch, das Rad etwas nach zu zentrieren, lösen sich die korrodierten Alunippel auf, die Lager laufen nicht mehr und Spiel hat die Nabe auch. Nicht zu Reden von den “ist da was kaputt”-Kommentaren meiner Mitfahrer, wenn der Hügi-Freilauf lautstark knattert. Zum Fetten müsste ich sie zerlegen können, doch der Freilauf ist mittlerweile so fest auf der Nabe “festgebacken”, dass das mit meinen Mitteln nicht mehr zu schaffen ist.

Also aufs Altenteil für das Laufrad. Da auch die alte 8-fach-Schaltung mit Sachs Drehgriffen und New Success Schaltwerk eine Hysterese von über einem Gang aufweist, wird auch da in eine neues Schaltwerk, Kette und Ritzel investiert. X0-Schalthebel habe ich noch. Nach etwas Suche (26″ und Felgenbremse ist ja so was von Old-School) wird ein neuer LRS bestellt, XT-Nabe und Mavic-Felgen sollten eine Weile halten ;-)= Und vernünftige Felgenbänder gibt es auch noch, Plattfüße (mit anschließendem Fußmarsch) hatte ich die letzten Wochen genug.

Beim Montieren die Überraschung: Beim Beherzten Griff in die Speichen macht es leise PLING und eine Speiche lommelt lose im Geflecht herum. Die Suche nach einem rausgerissenen Nippel bleibt erfolglos, aber am anderen Ende die Überraschung: An zwei Speichenlöchern hat es den Nabenflansch zerrissen, der Rest hängt noch an einem letzten Faden.  Glück gehabt.

Ausgedient: Defekter Nabenflansch

So entfernt sich mein Recycle III so nach und nach von der eigentlich Idee der Alt-Teile-Verwertung. Aber wer hätte gedacht, dass es auch als Tourenrad und häufiger Untersatz auf dem Weg zur Arbeit so viele Kilometer macht. Mittlerweile fast mehr als Liteville und Müsing zusammen…

Betriebsfestigkeit

25.000km, seit 2006 bei jedem Wetter im Einsatz, Pflege Fehlanzeige. Nachdem sich die Speichen- und Nippelbrüche häufen,die Nabe so seidig läuft wie mit Sand geschmiert und sich auch optisch auflöst, ist es doch mal Zeit für ein neues Hinterrad. XT-Nabe mit 29mm breiter ZTR Flow EX Felge, DT-Tubeless-Kit und OKO-Dichtmilch sollte eine Weile halten.
Und das alte Hinterrad zeigt nach der Inspektion weitere Schäden: Die DT-Felge reißt im Felgenbett um einige Speichenlöcher herum ein, Lebensdauer erreicht.

Betriebsfestigkeit

Betriebsfestigkeit

Trotzdem wird das Rad nochmal instandgesetzt und als Spike-Hinterrad hoffentlich noch ein paar Winter aushalten.
Ich hoffe nur, dass der finale Kollaps nicht gerade bei -10° und 30km von zu Hause entfernt auftritt ;-)=

MOTIVate 4 – Widrigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.

Widrigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.

Widrigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.

Wir wären nicht die ersten, die am Similaun scheitern. Doch im Gegensatz zum Ötzi erwischt uns der Schneefall bei der Pause auf der Martin-Busch-Hütte unterhalb des Gletschers. Glück gehabt. Und so entschließen wir uns zu einer verfrühten Übernachtung und gehen den Aufstieg auf den Gletscher erst am nächsten Tag an, bei strahlend blauem Himmel. Doch je weiter wir nach oben kommen, desto mehr Wolken ziehen auf, es wird trüb und grau, kalt und ungemütlich. Den Komfort der Similaun-Hütte nutzen wir gerne, die durchgefrorenen Knochen etwas aufzuwärmen. Und in der Hoffnung, dass es wieder aufreißt.

Doch alles Warten hilft nicht, es bleibt trüb. Und so machen wir uns wieder auf den Weg. Packen uns gut ein, schultern die Räder und abwärts geht es. Fahren ist nicht drin, und so reihen wir uns zwischen den Wanderern ein, die uns irgendwo zwischen ungehalten, verwundert und mitleidig mustern. Aber wir haben es ja so gewollt, und wir hoffen auf fahrbare Trails und besseres Wetter.

Und beides wird nicht enttäuscht. Nach einer Viertelstunde Tragen wird der Weg flacher, bald sitzen wir auf den Rädern und lassen die Wanderer hinter uns. Und mit jedem Meter verlieren sich die Wolken, bis bald wieder die Sonne scheint. Und beim Blick zurück ist das nasskalte Wetter und die Schlepperei auf den Berg und wieder hinunter vergessen. Was bleibt, ist das Erlebte.

Was bringt es, sich über Sachen zu ärgern, die man nicht ändern kann? Drüber zu diskutieren, zu lamentieren? Nichts. Also bring es schnell hinter dich und richte den Blick nach vorne. Es wird mit Sicherheit besser!

Neujahrs-Basteleien: Front-Fender

Nach Temperaturen im hohen zweistelligen Bereich noch im November hat uns nun der Winter erreicht: Schnee und Temperaturen unter Null zum Jahreswechsel.

Happy New Year everybody!

Und da mich meine Schmutz-Schutz-Minimallösung (RaceFace Mud Crutch) nach einem Waschgang im Stich lässt, nutze ich den 1. Januar zum Basteln: Aus einem Plastik-Platzdeckchen (2€ beim Bauhaus) wird ein Schutzblech im Stile des Marsh Guards geschnitten, angepasst auf das Magura Double Arch Design.

Front-Fender

Front-Fender

Ich werde berichten, wie es funktioniert…

MOTIVate 3 – Das Ausserordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege

 

Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege

Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege

Eine Woche über die Schwäbische Alb. Tagsüber unterwegs auf den schönsten Trails, nachts schlafen im Wald. ISO-Matte und Schlafsack im Hänger, dazu Verpflegung für das Abendessen und ein knappes Frühstück. Allein und unabhängig. Interessiert hat mich schon lange, wieviel Stunden man auf einer solchen Tour täglich fahren kann, wenn man solo unterwegs ist und nur auf seinen eigenen Rhythmus achten muss.

Doch das Wetter spielt nicht mit, treibt mich ins Hotel. Und der Siebenschläfer in der Hütte zwei Nächte später in den Wahnsinn. Nach durchwachter Nacht einigen wir uns auf unentschieden, und er hat ab 4:00 morgens die Hütte wieder für sich.  Und ich um die Uhrzeit die Trails für mich allein.

Dafür sind die Trails klasse, fahrend macht der Hänger auch eine richtig gute Figur. Selbst in engsten Kehren. Doch immer wieder muss ich das Gespann Treppen hinauftragen, bei deutlich über 3 Meter Länge kein Spaß. Und Grund für ein verbogenes Schaltauge, das mich die ganze Woche belastet. Und zu Hause angekommen meinen Geldbeutel.

Trotz des Regens, den Augenringen am “Tag nach dem Siebenschläfer”, der Plackerei an den Treppen, und der finanziellen Belastung eine spannende Erfahrung, an die ich mich gerne erinnere.

 

Wenn alles glatt und einfach läuft, ohne besondere Vorkommnisse, ohne Probleme auf dem Weg, kommt vielleicht ein ganz nettes Ergebnis heraus. Aber das Gefühl, etwas besonderes und einmaliges geleistet zu haben, wird sich dabei nicht einstellen.

MOTIVate 2 – Ein Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze

 

Ein Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze

Ein Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze

Unterwegs auf dem Alpencross. Knapp über 0°Celsius, ganz knapp. Regen, den der Wind horizontal durchs Tal peitscht. Natürlich von vorn. Wir sind nass bis auf die Haut. Durchgefroren.

Der Schotter ist bodenlos. Der Weg schon lange zu steil zum Fahren. Zwei Schritte vor, einen rutschen wir  zurück. Mühsam gewinnen wir Höhe.

Die Passhöhe ist im Nebel nicht zu sehen, auch der Weg zurück verliert sich im Nichts. Keine Orientierung, keine Ahnung wo wir gerade stehen. War der Weg der richtige, oder wäre der andere nicht doch besser gewesen? Zum Umdrehen ist es zu spät, die Hoffnung auf die Passhöhe und die warme Dusche am Tagesziel halten uns am Laufen.

Irgendwann haben wir die Passhöhe erreicht. Ein Trail voraus. Die Konzentration auf dem schmalen Weg lenkt ab von der Kälte, von den tauben Fingern. Doch bald sitzen wir im Trockenen, versuchen uns aufzuwärmen. Als der Schüttelfrost nachlässt, können wir sogar die heiße Tasse Kakao halten. Und Pläne schmieden, umplanen. Der Sonne hinterher.

Einen Tag später im Tal, strahlend blauer Himmel. Die Entscheidung war richtig. Endlich läuft es, viele tolle Trails warten noch auf uns und die Tour bleibt uns lange in Erinnerung. Nicht trotz der Tortur, sondern auch wegen.

 

Ist das, was dich im Beruf stresst, strapaziert, nicht in Wirklichkeit auch ein Abenteuer, und rückblickend spannend ohne Ende?

 

 

MOTIVate 1 – Der frühe Vogel fängt den Wurm

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Urlaub, eigentlich könnten wir lange schlafen. Doch noch vor sechs Uhr klingelt der Wecker. Ohne Frühstück sitzt die ganze Familie auf dem Rad. Es ist noch halb dunkel, kalt und neblig. Die Feuchtigkeit kriecht durch die Klamotten. Steil geht es bergan. Wieso sind wir eigentlich so früh aufgestanden?

Auf der Höhe angekommen, taucht die Sonne hinter dem Horizont auf. Noch wenige Kilometer, und wir stehen auf der Bastei-Brücke, mitten in der Sächsischen Schweiz. Mutterseelenallein. Wir genießen die Stille, den Ausblick. Wie der Nebel zwischen den Felsen wabert, die Sonne langsam höher steigt. Unwirklich schön.

Wir reißen uns erst los, als die Sonne den Nebel aufgelöst hat, das Morgenlicht dem Tag weicht, und die ersten Busse Massen an Touristen ausspucken. Doch die Erinnerung an die tolle Stimmung im Nebel nehmen wir mit uns, die wird keiner der Langschläfer erleben.

 

Auch im Alltag lässt sich viel erledigen, bevor der Trubel des Tages losgeht, in Ruhe, und ungestört. Und der Gedanke an das Geschaffte motiviert für den Rest des Tages.

 

Bikepacking 2015

2009. Schwäbische Alb. Meine erste Solo-Bike-Tour mit Übernachtung im Hotel Sternenhimmel verläuft, zugegeben, nur bedingt so wie geplant. Nächtliche Ruhestörung und nicht unerhebliche Folgekosten lassen Raum für Optimierungen bei einer Wiederholung. Denn die Idee lässt mich nicht los: Dort zu übernachten wohin es dich abends verschlägt, unabhängig sein, mitten in der Natur, reduziert auf das Wesentliche.

Und so überlege ich, was sich verbessern lässt.  Einerseits ist Reduktion das Stichwort. Kein Hänger, leichteres und vor allem kleineres Equipment, alles direkt am Rad und im Rucksack verstaut. Aber gleichzeitig die Frage, wie ich zugunsten einer ruhigen Nacht meine Schlafstatt von der Tierwelt trennen kann. Schlafsack und Isomatte haben seit 2009 schon um ein paar Kilo abgespeckt, für das Dach über dem Kopf warte ich noch auf ein günstiges Angebot.

Und für den Transport? Die Ansprüche sind so unterschiedlich wie die Lösungen, vieles gibt es zu kaufen, genauso viel ist aber auch an Eigenbaulösungen zu finden. Inspirationen gibt es z.B. auf www.bikepacking.net.  Die Quintessenz meiner Ansprüche: Wasserdicht und trotzdem leicht, eine ausgewogene Gewichtsverteilung und tiefer Schwerpunkt, freier Blick auf die Trails direkt vor dem Vorderrad,  und die Möglichkeit hinter den Sattel zu kommen sind meine Anforderungen. Das spricht für die Aufteilung in eine vordere und hintere Tasche. Und weil nichts auf dem Markt meine Anforderungen erfüllt, bleibt der Weg in den Bastelkeller, ein erster Prototyp der Sattelstützentasche entsteht.

Prototyp Sattelstützentasche

Prototyp Sattelstützentasche

Die Idee: Eine leichte Halterung, in der ein herkömmlicher Ortlieb-Sack verspannt wird und die ihn “in Form” hält. 3 schöne Alu-Schellen (Fundstück im Internet), ein Stück Abflussrohr aus dem Baumarkt, ein paar Nylonriemen Schnallen und Kleinteile, fertig ist die Halterung. Gut, die drei Stunden anzeichnen, sägen, dremeln, schrauben und nähen muss ich auch noch rechnen. Die Tasche ist von Overboard, hat seitlich einen zusätzlichen Ring (in den normalerweise ein Trageriemen eingeklipst wird). Der ist ideal, um die Tasche in die Halterung zu hängen, das macht es leichter die Nylonriemen zu spannen. Zwei um den Umfang gibt es (vermutlich würde einer reichen) und einen Y-förmigen zwischen Sattelgestell und Unterkante der Halterung. Letzterer hält den Boden des Packsacks vom Reifen fern, bei voller Einfederung bleibt nicht mehr arg viel Platz.

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Befestigung an der Schelle mit angeformten U-Scheiben und Haken für D-Ring der Tasche

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Das gleiche von der anderen Seite

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Tasche eingehängt, vor dem “Verzurren”

Erste Probefahrten sind erfolgreich absolviert. Ich komme problemlos hinter den Sattel, die Tasche wackelt nicht und fährt sich unauffällig. Wasserdicht ist sie auch, und Tasche und Halterung mit allem drum und dran wiegen deutlich unter 500g. Für 5l Inhalt nicht so schlecht. Um die Sattelstütze versenken zu können, kann die ganze Halterung noch etwas weiter nach oben rutschen und verkleinert werden (reduziert auch nochmal das Gewicht, 400g sollten drin sein). 5cm Versenkbarkeit sind nicht viel, aber helfen auf langen Abfahrten. Schwachpunkt der Konstruktion: Die ganze Last geht über die drei Schrauben zwischen Schelle und Halterung, die zudem noch auf Biegung beansprucht werden. Hochwertige Schrauben, massive U-Scheiben und die Abstützung der Halterung am Sattelgestell sind die Gegenmaßnahmen, damit sollten auch ausgedehnte Mehrtagestouren defektfrei bleiben. Soooooo viele Kilometer werde ich mit der Tasche nicht zurücklegen, ich will ja nicht aussteigen…

Bastelsession

Der Plan für heute: Mit Alina und David 2 “Alträder” auf Vordermann bringen. Davids Rad braucht neue Bremsen, Schalthebel und Licht tun auch nicht. Alinas haben wir vor dem Altmetallhändler gerettet und wollen es als Stadt- und S-Bahn-Rad herrichten. Und nachdem wir schon am Zerlegen sind, bekommt der verkratzte grüne Rahmen einen neuen schwarzen Lack. Von 11:00 bis 17:00 sind wir gemeinsam am Schrauben, morgen geht es weiter. ;-)=

Bastelsession

Bastelsession

KSB auf der Alb

Nach der Pfalz-Tour letztes Jahr geht es diesmal nicht so weit weg: Nach Bad Ditzenbach am Albaufstieg.

Start am Parkplatz der Therme, der Nebel hängt noch im Tal. Die ersten 250HM auf Asphalt, gut zum warmwerden.

Start am Parkplatz Aimer-Rundweg

Start am Parkplatz Aimer-Rundweg

Am Parkplatz zum Aimer-Rundweg geht es auf die Trails, der Boden ist zwar feucht aber erstaunlich wenig matschig. Dafür sind die Wurzeln erstens in Mengen vorhanden und zweitens bekannt rutschig. Und auch der typische weiße Sandstein sorgt gelegentlich für überraschende seitwärts-Bewegungen des Hinterrades. Bei den vielen ausgesetzten Stellen an der Hangkante nicht an jeder Stelle empfehlenswert. So heißt es: Arbeiten auf dem Rad und mit dem Terrain. Dafür sorgt der Trail direkt an der Hangkante für viele tolle Ausblicke ins Filstal.

Ausblicke ins Filstal

Ausblicke ins Filstal

Im Laufe des Vormittags bricht auch die Sonne durch den Nebel, und gegen halb zwei schaffen wir es gerade noch ins Rössle in Türkheim, können lecker essen und sitzen gemütlich in der Sonne. Ende September!

Pause!

Pause!

Nach der Pause geht es noch eine kurze Strecke entlang der Hangkante, am Kahlenfelsen geht es in unendlichen engen Kehren steil bergab. Abschluss der Tour ist der Radweg durchs Filstal zum Ausgangspunkt.

Und da wartet noch ein Riesenstück Geburtstagskuchen, Glückwunsch Alex!

Perspektiv-Wechsel am Schrofenpass

1994 und 2004 war ich am Schrofenpass mit dem Bike unterwegs, da wäre es 2014 eigentlich wieder Zeit. Doch dieses Jahr aus ganz anderer Perspektive: Zu Fuß. Nicht dass ich vor 10 und 20 Jahren viel gefahren wäre, aber dieses Jahr habe ich das Bike ganz zu Hause gelassen und dafür die Wanderstöcke eingepackt.

Fertig gepackt.

Fertig gepackt.

Die Idee entsteht, als mein Onkel Uwe begeistert von seiner Wanderung auf dem E5 erzählt, zu Fuß von Oberstdorf nach Meran. Spontan fassen wir eine gemeinsame Mehrtages-Wanderung ins Auge. Aus der ersten Idee entsteht ein konkreter Plan: Von Oberstdorf 4 Tage durch die Allgäuer Alpen, als Highlight den Heilbronner Weg den Uwe schon länger ins Auge gefasst hat.

Je näher der Termin kommt, desto unruhiger werde ich. So lange Strecken bin ich noch nie gelaufen, machen Füße und Gelenke mit? Auch der Rucksack lastet beim Laufen deutlich schwerer auf den Schultern, als beim Biken. Und die größte Sorge: Macht mir das Wandern Spaß, oder vermisse ich bei jedem fahrbaren Meter mein Rad? Egal, da hilft nur ausprobieren.

So treffen wir uns Samstag um 12 in Oberstdorf, geraten mitten hinein in den Trubel des Viehscheids. Der Bus bringt uns nach Birgsau und kurz vor eins geht es los. Knapp 500HM geht es mehr oder weniger in der Fallinie hinauf, weitere 700HM erwarten uns dann auf dem Panoramaweg zur Mindelheimer Hütte. Nebel und ein bisschen Nieselregen begleiten uns, aber immer wieder gibt es Sonnenstrahlen. Wir sind froh, dass der Regen der letzten Tage nur den Boden aufgeweicht hat, und nicht uns.

Die Nacht im Lager wird erwartungsgemäß unruhig, trotz der Höhenmeter stellt sich Schlaf nicht so richtig ein. Und dann fällt auch noch ein Schwede vom Dachboden (und muss morgens per Hubschrauber ins Tal). Am Morgen: Sonne. Der Abstieg ins Rappenalptal ist schlammig und rutschig, wir sind froh den Anstieg zum Schrofenpass zu erreichen, ohne dass sich einer von uns in den Dreck gesetzt hat. Ohne Rad auf dem Rücken erreichen wir die Passhöhe mit deutlich weniger Anstrengung. Biker sehen wir keine, während wir auf der Strecke unterwegs sind. Vielleicht gut so, vielleicht hätte es mich doch gejuckt ;-)=

Zu Fuß auf der Leiter am Schrofenpass

Zu Fuß auf der Leiter am Schrofenpass

Auf der folgenden Etappe um den Grüner und vor allem auf dem steilen Abstieg in den Mutzentobel bin ich aber froh, ohne zweirädrigen Ballast unterwegs zu sein. Da wir schon vor halb drei am Etappenziel sind, steigen wir trotz bedecktem Himmel noch auf den Rappenseekopf. Der Anstieg ist teilweise ganz schön heftig, mehr als einmal nehmen wir die Hände zu Hilfe und das Wandern wird zum Klettern. Durch die dichte Wolkendecke kommen immer wieder Sonnenstrahlen, die zwar nicht den Gipfel, aber die umliegenden Berge in tolles Licht tauchen. Fantastisch. Halb sechs sind wir wieder unten an der Rappenseehütte, der Nebel hat mittlerweile alles verschlungen.

Der Abstieg vom Rappenseekopf, die Rappenseehütte taucht im Nebel auf.

Der Abstieg vom Rappenseekopf, die Rappenseehütte taucht im Nebel auf.

Am runden Tisch beim Abendessen haben wir nette Gesellschaft, tauschen die Erfahrungen und Geschichten aus und liegen zur Hüttenruhe in den Betten. Für den Luxus eines Vierbettzimmers haben wir ein paar Euro mehr gezahlt. Ein “Schnarcher-freies” Zimmer war leider nicht im Preis enthalten.

Trotz der zweiten Nacht mit wenig Schlaf sind wir um 20 nach sieben unterwegs, Richtung Heilbronner Weg.  Noch ist es kühl, die Sonne kommt noch nicht über den Kamm. Erst auf dem Weg zum Hohen Licht erreichen uns erste Sonnenstrahlen, und auf dem Gipfel haben wir sogar Sonne.

Blick vom Hohen Licht, Oberstdorf im Nebel.

Blick vom Hohen Licht, Oberstdorf im Nebel.

Nach der Gipfelbesteigung geht es auf den Heilbronner Weg. Viel begangen, nicht ohne Grund: Anspruchsvoll, aber auch nicht zu extrem, durch einige Seilsicherungen und Leitern sehr abwechslungsreich, windet er sich links und rechts des Kammes mit immer wechselnden Ausblicken Richtung Norden. Am Schwarzmilzferner geht es zum Schluss noch über einen Gletscher-Rest mit ein paar Zentimetern Neuschnee obenauf.

Die Leiter auf dem Heilbronner Weg.

Die Leiter auf dem Heilbronner Weg.

Dann der Anstieg auf die Mädelegabel, den zweiten am Heilbronner Weg liegenden Gipfel. Die Rücksäcke lassen wir am Einstieg liegen, dann geht es auf allen vieren bergauf. Sabine, die Gipfelstürmerin vom Vorabend, kommt uns auch hier (wie am Hohen Licht) entgegen, als wir den Aufstieg beginnen. Es zieht zu, trotzdem haben wir auf dem Gipfel noch einigermaßen Fernsicht.

Die Mädelegabel, 2te Gipfelbesteigung vom Heilbronner Weg.

Die Mädelegabel, 2te Gipfelbesteigung vom Heilbronner Weg.

Auf dem Weg hinab kommt uns eine der beiden Aachenerinnen vom letzten Abendessen entgegen, will auch noch auf den Gipfel. Auf dem Weg hinab fallen erste Regentropfen, so sputen wir uns und nehmen die letzten Kilometer zur Kemptner Hütte in Angriff. Auf dem Weg: Steinböcke. Die lassen sich nicht stören, selbst als wir 10 Meter von ihnen entfernt vom Weg abbiegen. Ob das an den bestimmt 80 Zentimeter langen Hörnern liegt oder am Wissen “ich stehe unter Naturschutz”, sei dahingestellt. Imposant. Angekommen auf der Kemptner Hütte gibt es erst Kaffee und Kuchen, dann ein 4er-Zimmer. Und zum Abendessen findet sich die gleiche Gruppe wieder, wie schon am vergangenen Abend.

Gemeinsam planen wir. Für uns der letzte Tag mit Abstieg nach Oberstdorf. Einige Varianten bieten sich an, doch der Anstieg auf den Großen Krottenkopf, mit 2657m höchster Gipfel der Allgäuer Alpen, hat es uns angetan. Nicht nur uns, auch Sabine entschließt sich zur Gipfelbesteigung. Doch während wir “nur” 1100 Meter Anstieg vor uns haben (und dann 2000 Meter hinab), will sie noch bis zur Prinz Luitpold-Hütte. Allein das sind von der Kemptner Hütte schon deutlich über 1000 Meter Anstieg. So liegen wir alle schon lange vor der Hüttenruhe in den Betten (diesmal ohne Schnarcher), um mit dem ersten Licht loszulaufen.

Noch vor 6 Uhr klingelt der Wecker, als Frühstück gibt es die Reste unseres Reiseproviants und einen Liter Tee für Uwe. Deutlich vor sieben Uhr sind wir unterwegs, noch dämmert es. Weit vor uns sehen wir Sabine, die ohne größeres Frühstück aufgebrochen ist. Auf dem Sattel unterhalb des Gipfels lassen wir die Rucksäcke liegen, nehmen die letzten Höhenmeter kletternd in Angriff. Auf halbem Weg zum Gipfel kommt uns Sabine wieder entgegen, wir wünschen viel Glück für ihre Mammut-Tour und steigen auf den Gipfel. Mit leider etwas verhangenen Himmel blicken wir zurück auf den kompletten Heilbronner Weg, ein toller Anblick. Dann geht es hinab, auf gleichem Weg wieder zur Kemptner Hütte (ja, auch da hätten wir die Rucksäcke stehen lassen können), wo wir das Rätsel der Parkuhr klären können.

Die Parkuhr an der Kemptner Hütte. Für den Rettungshubschrauber.

Die Parkuhr an der Kemptner Hütte. Für den Rettungshubschrauber.

Nach der Stärkung mit Kaffee und Nachtisch geht es ins Tal. Am Anfang felsig, dann weitet sich das enge Tal etwas, erste Büsche wachsen, dann Bäume, und zum Schluss geht es durch den Wald ins Tal. Die letzten Meter auf Asphalt, bis zum Bergsteiger-Bus in Spielmannsau. 5 Minuten vor Abfahrt des Busses sind wir da, geschafft aber glücklich strecken wir die Beine von uns. Nach einem Picknick und Kaffee auf dem Oberstdorfer Marktplatz stehen wir pünktlich am Bahnsteig, der Zug lässt jedoch auf sich warten. Schienenersatzverkehr, schon wieder.

Gut 5000HM und fast 60km legen wir in den vier Tagen zurück. Für mich als “Rookie” ganz ordentlich, und ohne größere Probleme. Meine Bedenken bezüglich Kondition und Konstitution haben sich zum Glück nicht bewahrheitet, und die Streckenwahl war perfekt: Mein Bike habe ich nie (naja, fast nie) vermisst. Zu anspruchsvoll und abwechslungsreich war die Strecke. Die Faszination ist eine ähnliche wie beim Biken. Das Naturerlebnis ist noch intensiver, du bist viel langsamer unterwegs und kannst jederzeit anhalten, um Fauna und Flora zu genießen. Und während das Biken meist auf der Passhöhe endet, kommst Du zu  Fuß auf die Gipfel, bis ganz hoch hinaus. Und im schwerem Gelände hat das Wandern auch nichts mehr mit dem “spazieren gehen” zu tun, hier muss jeder Tritt und Griff sitzen, sonst geht es schief. Auch hier Parallelen zum Biken. Und mit dieser Erfahrung wird es bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass ich zu Fuß unterwegs bin.

Vielleicht hat es Dir auch Lust gemacht, das Rad gegen die Wanderstöcke zu tauschen. Probier es einfach mal aus!

Entdeckungstouren auf Krk

Vielleicht ist es eine genetische Veranlagung aus der Steinzeit, dass ich mich im Urlaubsdomizil erst richtig wohlfühle, wenn ich die Umgebung per Rad erkundet habe. Damit die gemeinsame Urlaubszeit nicht darunter leidet, bevorzuge ich Uhrzeiten, in denen der Rest der Familie noch schläft. Und ähnlich wie der Steinzeitmann bringe ich von den Orientierungstouren das Frühstück mit.

So auch auf der kroatischen Insel Krk, Ziel unseres diesjährigen Familienurlaubes. Mindestens jeden zweiten Tag sitze ich kurz nach 7 auf dem Rad, und bin zum Frühstück mit frischen Brötchen wieder da. Gelegentlich begleitet mich Alina und wir erkunden gemeinsam die Gegend. Auch für zwei längere Touren klinke ich mich nachmittags aus, wenn meine Damen ein bisschen Zeit am Strand brauchen.

Krk ist eigentlich ein Ziel für Badeurlauber und Sonnenanbeter, doch es gibt erste ausgeschilderte Radtouren und einen Radweg entlang der Inselhauptstraße. Mich locken eher die im Nichts endenden Wege auf meinem Navi, die in den Wanderkarten noch weitergehen.  Oder Wege, die laut OpenMTBMap bergauf einfacher zu fahren sind als bergab, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Oder auch nur der Weg in den nächsten Ort, zu einem tollen Ausblickspunkt oder zum Einkaufen. Für letzteres ist mein Tourenrad ideal, für die Touren auf den Wanderwegen hätte ich besser mein Liteville mitgenommen. Der karstige Untergrund fordert auf dem ungefederten 26-Zöller trotz 2″ Schlappen eine aktive Fahrtechnik und einen Luftdruck hart an der Grenze zum Plattfuß. Zwischen den teilweise mit Gras überwuchterten Felsen einen Reifen flicken, wäre angesichts der auf Krk heimischen Hornotter nicht ganz so prickelnd. Giftig und faul (die einzige Giftschlange, die bei Gefahr nicht flieht), aber zumindest bei Bissen in die Gliedmaßen nicht direkt tödlich. Deshalb wechselt mein Blick auch konzentriert zwischen dem Weg selbst und den Bäumen über dem Weg, auch da könnte sie anzutreffen sein. So sind die Ausflüge auf die wenig begangeneren Pfade auch nicht ganz so entspannend und ich bin froh, wenn die Trockensteinmauern etwas vom Weg zurückweichen und die Bäume weit genug vom Weg entfernt stehen.

Trotzdem stehen am Ende der 2 Wochen 170km “so nebenher” auf dem Tacho, und meinem Drang nach Erkundung der Umgebung konnte ich auch ausgiebig frönen. Nach einer solchen Tour schmecken die selbst erlegten Frühstücks-Brötchen noch leckerer.

Auf dem Oliven-Wanderweg. Hier endet der Schotterweg, der Trail ist heftig, zu heftig.

Auf dem Oliven-Wanderweg. Hier endet der Schotterweg, der Trail ist heftig, zu heftig.

Blick aufs Festland, Nähe Vrbnik

Blick aufs Festland, Nähe Vrbnik

Das Glagolitische A mit Blick nach Baska

Das Glagolitische A mit Blick nach Baska

Dunkle Wolken auf der Rückfahrt von Krk

Dunkle Wolken auf der Rückfahrt von Krk

Blick auf die Hochebene des M. Hlam

Blick auf die Hochebene des M. Hlam, von kurz unterhalb des Veli Vrh

Bei Nieselregen am 45. Breitengrad

Bei Nieselregen am 45. Breitengrad

Informationsflut

Informationsflut

Informationsflut

Münchweiler, kurze Pause auf unserer Pfalz-Tour. An unserer Cola nuckelnd fällt der Blick auf den Schilderwald vor uns. Und wir kommen ins philosophieren:

  • In Münchweiler gibt es Radwege zum Parkplatz. Merkwürdig.
  • In diesem Fall scheint der Radweg gesperrt zu sein. Egal, es sind ja nur 4 Meter, die kann man schieben.
  • Oder meint die Sperrrung den Radweg nach Dahn und Hinterweidenthal?
  • Das erklärt aber auch nur zum Teil, wieso der Lilafarbene Pirminius-Radweg in beide Richtungen führt, die Radfahrer auf der Grünen Pfälzerwald-Tour aber anscheinend hier vom Himmel fallen.

Ohne Antworten auf unsere Fragen steigen wir nachdenklich aufs Rad uns sind froh, mit dem MTB unabhängig von der Radwegeverkehrsplanung unterwegs zu sein.
;-)=

Kaltental radelt wieder … zum Frauenkopf

Den “Nei’gschmeckten” die schönen Ecken Stuttgarts per Rad zu zeigen, ist nicht sooo schwer. Aber wenn auch die Alteingesessenen auf der Tour sagen “Klasse, das kannte ich ja noch gar nicht”, dann macht es mir um so mehr Spaß.

Eine Besonderheit, die niemand im Stuttgart Stadtgebiet vermuten würde, ist das Sträßlein vom Ortsteil Frauenkopf runter nach Rohracker. Steil bergab mitten durch die Weinberge, einspurig, alle paar hundert Meter eine Ausweichstelle. Und dann der Blick: Zuerst auf Stuttgarts Wälder, dann die Weinberge, und dann taucht immer mehr das Neckartal und die gegenüberliegenden Orte am Kamm auf. Viel zu schnell ist man unten…

Abfahrt von Frauenkopf

Abfahrt von Frauenkopf

Die Tour ist mit Beschreibung und GPS-Daten wie immer auf www.outdooractive.com zu finden, Suchbegriff “Kaltental radelt”. In diesem Fall nicht die Originalstrecke, sondern leicht abgewandelt: Zum Waldfriedhof über die Schwälblesklinge, den kurzen Abstecher zum Fernmeldeturm am Frauenkopf, und die Rückfahrt auf Halbhöhenlage an der Karlshöhe vorbei.

Kaltental radelt wieder!

Am Vorabend des 1. Mai zur Radtour einladen, und dann den ganzen Tag immer wieder Regen. Um 17:00 noch mit einem heftigen Hagelschauer. Da war ich mir sicher, ich stehe alleine um 18:00 am Treffpunkt.

Doch nichts da, zu zehnt sind wir unterwegs und werden durch frisches, aber trockenes Wetter belohnt. Auf der Römerstraße nach Böblingen, übers Musberger Sträßle zurück und dann zur Einkehr nach Oberaichen. Schönen Dank für’s Mitfahren, hat mir wieder viel Spaß gemacht und ich freue mich auf die nächste Tour im Juni!

Am Standort-Übungsplatz

Am Standort-Übungsplatz

 

Tourenbeschreibung wie immer in Outdooractive.

 

Spendenaktion bei der Fahrradbörse

Bei den Fahrradbörsen im Frühjahr sammelt der Verein Fahrräder für Afrika Räder und Teile, um sie aufzubereiten und so die Menschen in Afrika  zu unterstützen.

Fahrräder für Afrika

Fahrräder für Afrika

Jedes Jahr werden es mehr, die nicht verkaufte Räder und Teile, aber auch extra für diesen Zweck vorbeigebrachtes, dem Verein spenden.

Ich konnte mich ein bisschen bei der Standbetreuung nützlich machen, vor allem aber beim Transport der Räder zu den Wagenhallen.

Wagenhallen

Wagenhallen

Dankeschön allen Spendern! Und wer noch unbenutzte Teile im Keller hat: Der Verein ist froh über alle Spenden!

 

Fahrräder für Afrika

Tauche gerade völlig verstaubt und mit Kettenschmiere an den Fingern wieder aus dem Keller auf. Habe meine Alt-Teile-Kisten durchgewühlt, erstaunlich was sich so mit der Zeit ansammelt.

Das, was noch brauchbar ist, will ich die nächsten Tage zu Fahrräder für Afrika bringen. Die Organisation sammelt Fahrräder und Teile, bereitet sie auf und verschifft sie nach Ghana, Togo und anderen Staaten. In den ländlichen Gebieten ohne öffentliche Transportmittel ermöglichen es die Räder, die oftmals langen Distanzen zur Arbeit oder Kunden, zur Schule oder Ausbildung, viel schneller zurückzulegen.

Alt-Teile-Kiste

Alt-Teile-Kiste

Upcycling

Nein, Berghochfahren ist nicht gemeint. Sondern die wertsteigernde Art des Recycling.
Dazu eine nette Art, sich als Radfahrer zu outen und gleichzeitig alte Schläuche loszuwerden:

Gürtel

Gürtel

Ablängen, Enden und Loch für Gürtelschnalle innen säubern, anschleifen und mit Flickenkleber zusammenkleben. Schnalle einfädeln und dito. Ach ja, und wer den Gürtel nicht nur zu dekorativen Zwecken braucht: Keine Leichtschläuche nehmen, die sind etwas seeeehr elastisch und geben wenig halt…

Hörnchen

“Hörnchen, was ist das?”.

“Na die Griffe, die man links und rechts an den
Lenker schraubt, um die Griffposition zu wecheln.”.

“Ach ja, habe ich schon mal gehört. Hamm’ wir nicht.”.

So der Live-Mitschnitt eines Verkaufsgespräches ca. 1991. Mittlerweile sind Bar Ends ziemlich out, für mich zählt immer noch der Vorteil der verschiedenen Griffpositionen auf langen Touren. Nur dass das Lenkerband nie lange hält und bald in Fetzen herabhängt, ist weniger positiv.

Neueste Idee bei der Generalüberholung des Liteville (http://blog.vielevisels.de/?p=1): Auf die Griffe wird dünnes Griffband (Tennisbedarf) draufgeklebt, darüber straff ein dünner Fahrradschlauch. Mal sehen, wie lange das hält, ich werde berichten…

Hörnchen

Hörnchen

Helmlampenhalter

Wenn sich die kalte Jahreszeit nähert, beschränkt sich das Biken auf das Wochenende. Oder man verlängert den Tag in die Nacht. Doch dafür ist vernünftiges Licht nötig. Der Markt an “Campingleuchten” ist mittlerweile groß, doch die Halterungen für den Helm sind nicht alle brauchbar. Die meisten haben zudem den Nachteil, dass sie hoch aufbauen und dadurch leichter wackeln.

Ich habe statt der käuflichen Halter einfach ein Stück alten Lenker (ein Stück Besenstiel tut es auch) abgelängt, auf beiden Seiten ausgeklinkt und mit einem Kabelbinder (möglichst breite, um den Helm nicht zu beschädigen) auf den Helm gezurrt. Dies tut natürlich nur, wenn ein Lüftungsschlitz mittig Luft aufs Hirn bläst. Darauf achten, dass die Lampe soweit vorne sitzt, dass der Helm keinen Schatten wirft. Sitzt perfekt und völlig vibrationsfrei.

Helmlampe

Helmlampe

Helmlampen-Halter

Helmlampen-Halter

Rohr

Rohr

Befestigung

Befestigung

Bilder: 2005

Generalüberholung Liteville

Die Gabel läuft nicht mehr wie neu, der Hinterbau bockt wie ein Rodeo-Pferd. Die Schaltung führt ein Eigenleben oder stellt sich scheintot. 8 Jahre, zigtausend Kilometer und wenig Pflege fordern ihren Tribut.

Und nachdem sich in den 8 Jahren technisch viel getan hat, keimt der Gedanke an ein neues Bike. Leichter, stabiler, komfortabler, einfach besser.

Aber was? Wieviel Federweg? Alu, oder das Konto für Carbon plündern? 3 Laufradgrößen konkurrieren. Vernunftkauf oder doch was fürs Herz?

Ausschlaggebend für die Antwort ist die Frage nach dem Raddurchmesser: Spike-Laufradsatz und Ersatzteile in die Tonne treten und mit 27,5″ das Risiko eingehen, auf eine “vorübergehende Erscheinung” zu setzen? Oder mit 26″ ein totes Pferd reiten? Beides kann passieren, und so fällt die Entscheidung: Bike-Kauf wird auf unbestimmt verschoben und das Liteville bekommt eine Generalüberholung.

Generalüberholung

Generalüberholung

Mit Gabelservice, neuen Hinterbau-Lagern und bis in die letzte Schraube gereinigter Schaltung und Bremsen wird es mich dann hoffentlich noch eine Weile zuverlässig begleiten.

Eine vernünftige Entscheidung. Für Unvernunft ist dann beim nächsten Kauf immer noch Zeit.

Langstrecke: Finale 2013

Die Langstrecken 2010-2013

Eigentlich ziehe ich das Mountainbiken in der Natur dem Kilometerschrubben im Straßenverkehr vor. Aber irgendwie hat mich die Strecke Stuttgart – Dierdorf schon länger gejuckt, quasi aus dem Mittelalter (meinem) zurück in die Jugend. 2010 habe ich die 300km am Stück dann mit erstaunlich wenig Problemen geschafft, und seitdem lege ich mir die Latte jedes Jahr ein bisschen höher:

  • 2010: Stuttgart – Dierdorf. 302km, 2400HM, zum Anfixen.
  • 2011: Stuttgart – Bleifeld. Frank besuchen. 392km, knapp an den 400km vorbei.
  • 2012: Stuttgart – Dierdorf, 300km, 2800HM über die Taunus-Route.
  • 2012: Stuttgart – Schwabach – Stuttgart. 412km, das erste Mal die Nacht durch.

Aber die geplanten 10km pro Lebensjahr habe ich letztes Jahr (aufgrund etwas nachlässiger Kalenderpflege) nicht geschafft, damit ist das Ziel für 2013 klar: 450km.

Anfang August der erste Versuch. Auch wenn die ausgeknobelte Strecke zu Joachim nach Luzern schon 250km einfach beträgt und der Wetterbericht 36-38°C prognostiziert, will ich es probieren. Chancen? Nicht drüber nachdenken. Unter den Randbedingungen bin ich dann auch froh, nach 275km mit schweren Beinen und weichgekochtem Hirn bei Joachim Asyl für die Nacht zu bekommen und den Rückweg am nächsten Tag mit der Bahn zurücklegen zu können.

2 Wochen später der zweite Versuch, Ziel diesmal Tutzing, zum Abendessen bei Thea und Uwe. Temperaturen (28°C) und Kilometer (225km einfach) passen. Start kurz nach fünf, Sonnenaufgang am Albaufstieg im Lenninger Tal, tolle Nebenstraßen auf der Alb und Frühstück in Ulm. Zwiebeltürme in Bayern, kleinere Straßen, viele Radwege, eigentlich nett zu fahren. Aber die Zweifel ob ich es schaffen kann werden stärker, noch nicht mal ein Drittel und eigentlich bin ich fertig. Deshalb 75km nach Ulm schon wieder eine Pause. Aber je weiter ich vorankomme, desto selbständiger arbeiten die Beine. Pause in Landsberg, danach steiler Anstieg aus dem Lechtal und auf und ab bis zum Ammersee. Mit unerwartet steilem Schlussanstieg bin ich um 17:30 in Tutzing, 230km.

Ausgiebiges und gemütliches Abendessen mit Thea und Uwe, erst nach zweieinhalb Stunden drängt es mich wieder aufs Rad. In Landsberg kurz vor 23:00 noch viel los, ich trinke an einem Pizzaservice eine Cola und hole Pizzabrot für unterwegs. Viel Hunger habe ich noch nicht nach dem tollen Abendessen. Viele Landwirte fahren noch Getreide ein, vom Staub tränen und jucken mir die Augen. Gegen 3:30 Pause in Ulm an einer Tanke, Cola und Sandwich für die nächsten Kilometer. Aus Ulm heraus Richtung Blaustein überfällt mich die Müdigkeit, eine gerade Linie kann ich kaum noch fahren, die Konzentration sinkt gefährlich ab, mir fallen beim Fahren die Augen zu. Kurze Pause, lehne mich mit dem Rücken an ein Geländer, und schließe für 10 Minuten die Augen. Als der Kopf nach vorne fällt, geht es wieder aufs Rad. Es ist 4:30, jetzt Musik, die MP3s lasse ich zufällig abspielen. „Bicycle Race“ ist das erste Stück, bei „I want to ride my bicycle“ frage ich mich schon, ob ich das wirklich will. Nummer zwei dann „Our Darkness“ von Anne Clark, passt zur Situation. Stockdunkel ist es, auch die letzten Nachtschwärmer liegen jetzt im Bett. Als drittes: „Hey you“ von Pink Floyd. „Hey you! Out there in the cold, getting lonely, getting old” beschreibt ganz gut wie ich mich fühle. Allein in der kalten Nacht, und so ganz taufrisch bin ich auch nicht mehr.

Der erste Anstieg ist nicht so schlimm wie gedacht, auf der Alb ist es wellig. Nach dem Kurz-Schlaf bin ich wieder einigermaßen wach. Die Kilometer addieren sich, so langsam rückt das Ziel in „greifbare“ Nähe. Das „ich kann es schaffen“ weicht einem trotzigen „ich werde es schaffen“. Sonnenaufgang auf der Alb, vor dem Albabstieg rechne ich kurz hoch: 465km werden es bis Stuttgart, noch gut drei Stunden, das ist drin! Vor Kirchheim Frühstück an einer Bäckerei, nach der Pause fühle ich mich einigermaßen erholt. Doch dann schlagen die Gedanken merkwürdige Kapriolen und denken schon ans nächste Jahr. 500km in 2014? Jetzt bin ich so nah dran! Das nicht auch noch zu versuchen würde das ganze Jahr an mir nagen. Also: Umweg durchs Neckartal und in Cannstatt Blick auf den Tacho. Es fehlen immer noch 25km bis 500, also weiter bis nach Remseck und dann auf der anderen Neckarseite zurück. In Heslach wird klar, die 500km schaffe ich genau. Blick auf Tacho: 3850HM, 23:40 reine Fahrzeit. Sollen wirklich die paar HM und Minuten fehlen? Also ein weiterer Umweg: Hoch bis Vaihingen, zum Vaihinger Bahnhof und dann durch den Park zurück. 11:30 biege ich in die Hofeinfahrt ein, 506km, 4005HM, 30,5 Stunden unterwegs, davon 24h reine Fahrtzeit. GESCHAFFT!

Duschen, etwas Essen und ins Bett. Nach 20 Minuten Anruf von Alina aus den USA, schön von ihr zu hören! Dann schlafe ich doch noch ein, 17:00 bin ich wieder auf den Beinen, aber noch nicht so richtig bei mir. Treppensteigen fällt unendlich schwer, am meisten machen aber die Augen zu schaffen, die durch den Getreidestaub immer noch jucken. Erst Sonntag mittag stellt sich ein Allgemein-Zustand ein, der mit „fertig, aber einsatzfähig“ beschreibbar ist.

Auf der Langstrecke habe ich meine Grenzen so weit verschoben, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Doch mit den überschrittenen 500km gibt dieser kleine Teufel, der nach immer längeren Strecken schreit, endlich Ruhe. Für 2014 suche ich mir neue Ziele abseits der Langstrecke. Aber das hatte ich 2012 auch schon mal vor.

Eine Frage bleibt noch zu klären. Die nach dem Wieso.

Eine Antwort habe ich auch nicht. Sich selbst was beweisen, sich zeigen, zu was man fähig ist? Zu sehen, wieweit der Kopf sich gegen den Körper durchsetzt?

Bei der Planung überwiegt die Euphorie, der Gedanke an den Erfolgt schiebt die Zweifel in den Hintergrund. Die kommen dann die Tage vor dem Start. Habe ich mir zu viel vorgenommen? Viermal so viel fahren, wie meine längste Tour dieses Jahr (nach der ich den ganzen nächsten Tag noch schlapp war)? Das kann ja nicht gehen!

Doch sobald ich auf dem Rad sitze, überwiegt der Stolz auf den eigenen Mut, es überhaupt zu versuchen. Am Anfang bremse ich mich bewusst. Zunehmend machen sich Muskeln und Sitzfleisch bemerkbar, Körper und Wille fangen an zu diskutieren, doch der Wille treibt. Nach 110km, einem Viertel der Strecke, schaltet sich der Verstand ein und rechnet hoch: Das kann nicht klappen. Doch sitzenbleiben geht auch nicht, also langsam weiter, kurze Pausen. Und irgendwann, so ab km 180, bewegen sich die Beine ganz von selbst, Körper, Wille und Verstand schließen Waffenstillstand und alle ziehen gemeinsam am gleichen Strick. Und die Leistung, die man dann bringen kann, ist schon beachtlich.Nicht schnell, aber laaaaaang…

 

506km, 4005HM, 24h15 reine Fahrzeit (30h40 gesamt mit Pausen)

 

Danke an

  • Axel für den Ersatzakku und die moralische Unterstützung
  • Andrea und Joachim für Kost und Logis in Luzern
  • Thea und Uwe für das feudale Abendessen in Tutzing
  • Gina, die nur noch resigniert mit dem Kopf schüttelt „mach dich nicht kaputt“     <3

;-)=

Dokumentation

Dokumentation

Kaltental radelt 2013/03

Mit vielen Freunden rund um Kaltental unterwegs, einmal im Monat brechen wir zu einer Feierabend-Runde auf.

Tourenbeschreibungen auf Outdooractive.com

Unvergesslich auf der dritten Ausfahrt: Die Erlebnisgastronomie. Fast werden wir der Tür verwiesen, für so viele Besucher gäbe es nicht mehr genug. Es dauert zwar eine Weile (naja, eine Ewigkeit), aber wir werden alle satt. Und lecker ist es auch noch.

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Geschrieben: 2014-02-17

Das Rohloff-Experiment

Bei Roli’s Garage Sale kann ich nicht widerstehen: Mein Stadtrad wird mit einer gebrauchten Rohloff gepimpt. Endlich Ruhe mit Schaltproblemen und Verschleiß!

Doch ich komme mit der Bedienung nicht zurecht. Eine kurze Entlastung beim Schaltvorgang reicht nicht aus (vollständiger Stillstand der Kurbeln ist die einzig sichere Methode), und die extrem unterschiedlichen Schaltkräfte machen zusätzlich jeden Schaltvorgang zur Qual. Ein Service bei Rohloff bringt kaum Besserung, und so geht es nach nur einem halben Jahr 1,2,3…  zum nächsten Besitzer. Den finanziellen Verlust kann ich unter “Lehrgeld” verbuchen…

Rohloff

Rohloff

Geschrieben: 2014-02-17

Langstrecke: Intermezzo Mai 2012

Donnerstag ist Vatertag.

Freitag vom Chef verordneter Brückentag. Und am Samstag feiert meiner Vater in seinen 80sten. Da die Kinder Freitag noch Schule haben, ich keine Lust zum Bahnfahren und außerdem ein ziemliches Kilometer-Defizit habe, geht es mal wieder auf die Langstrecke gen Norden. Nach 2010 und 2011 das dritte Mal.

4:05 Wecker. Draußen stockduster, 3°C warm. Was mache ich nur hier? Aber um kurz nach fünf mit Axel verabredet, der mich für die ersten Kilometer begleiten will. Heldenhaft (nicht die Kilometer, die Uhrzeit)! Ab in die Stadtmitte, es dämmert. Bitte an alle Nachtschwärmer: Trinkt Büchsenbier! Gibt keine Scherben. Auf der Hauptstraße zum Pragsattel geht auch nur um diese Uhrzeit an Feiertagen. Außer uns nur Taxen unterwegs. Kurs auf Bietigheim, hier kommt mein erstes “selbstaufgebautes” Bike her. Es läuft gut im leichten Auf und Ab. Kurz vor Brackenheim (km 40) dreht Axel um, eine Weile läuft es ziemlich zäh. Angst vor dem Alleinsein? Sonne wird stärker, aber bleibt frisch. 7:40, 62km, Höhenmeter summieren sich (schneller als nach Plan). 9:30 zweites Frühstück in Heidelberg, Baguette, Kuchen, Cappucino. Dann die bekannte Nebenstrecke mit vielen Ampeln und Stops Richtung Pfungstadt. Zwischendurch mal etwas Kreislaufprobleme, kurze Pause und Füße hochlegen hilft. Hals ist etwas steif, Schwitzen, Zugluft und große Lenkerüberhöhung (zu groß für die bisherigen Trainingskilometer) machen Probleme. Kurz vor eins Mittagspause in Büttelborn, gegen 2:00 wieder auf dem Rad. 166km, knapp 1000HM. Kurz vor drei, 185km, Entscheidung gefragt: Höhenmeterfrei am Rhein entlang (jedoch 25km Umweg) oder diretissima über den Taunus? Angesichts der schon gefahrenen Kilo- und vor allem Höhenmeter wechsle ich in Mainz auf die andere Rheinseite, der ich bis Koblenz folgen will. Aber, habe den Vatertag vergessen. Massen an Leuten, Radfahrer, Fußgänger mit und ohne Bollerwagen, Scherben. Hauptstraße fahren ist auch nicht toll, so dass ich die nächste Brücke nutze und wieder auf die rechte Seite wechsle. Dann wird es doch der Taunus. 16:40, 208km, 1180HM nach Kuchen-Pause in Eltville. Noch 90km und 1400HM bis zum Ziel. Die ersten gut 400 davon direkt am Stück. Mein rechtes Knie zwickt etwas, ich versuche rund und ohne große Kraftspitzen zu treten. Hoffentlich wird es nicht schlimmer, 90km Knie kaputt fahren muss nicht sein. Zwei weitere kürzere Anstiege und eine rasante Abfahrt nach Nassau folgen. Die letzten Kilometer auf der B260, die ich bewusst gemieden habe. Aber kaum Verkehr, da hätte ich mir ab Mainz einige Höhenmeter sparen können. 260km, 2100HM. Um 20:00 geht es wieder aufwärts, die nächsten 400HM warten. Merke mein Knie, aber vorsichtig macht es mit. Sonnenlicht wird dürftig, die Lupine bringt Licht ins Dunkel. Auf und ab nach Montabaur, kurz vorher überholt mich an einer langen Steigung ein stinkender Motorroller, in der Ebene (zugegeben, etwas bergab geht es) bin ich schnell wieder auf 40km/h, während er weiterhin mit 25 durch die Gegend knattert und mir nur noch hinterherschauen kann. Geil. So langsam kenne ich mich wieder aus: Wirges, Siershahn, Mogendorf, dann Oberhaid, Ellen- und Sessenhausen. Wenn ich jetzt abbiege, bleibt der Tacho kurz vor 300 stehen. Also wie gehabt in 2010: ein kleiner Umweg über Marienhausen, damit die 300 voll werden. 22:15, besorgter Telefonanruf von daheim, wie es mir geht und wie lange ich noch fahren muss. Mit der Antwort “Noch 500m” biege ich um die letzte Kurve, eine Laterne steht auf der Straße, mein Vater und meine Tante stehen vor der Tür.

Geschafft. Ich auch.

Stuttgart Dierdorf 2012

Stuttgart Dierdorf 2012

Knie hat durchgehalten (wird jetzt erstmal gesalbt), Hals und Hintern auch (bekommen eine heiße Dusche). Eine Kleinigkeit essen, und dann wartet das Bett.

Und nun? Plane ich schon wieder, weil die eigentliche Langestrecke für dieses Jahr noch aussteht. Die 400 ist ja vom letzten Jahr noch offen. Die 24h auch. Und die 10km pro Lebensjahr gäbe dieses Jahr eine schöne Schnapszahl. Jetzt suche ich noch ein Ziel in passender Entfernung…

300km, 2800HM.
Schnitt 21,7km/h.
5:05Uhr bis 22:20
Reine Fahrtzeit 13h48 (ca. 3h30 Pause)

Slickrock-Trail in Moab

Mit der Familie durch die schönsten Nationalparks im Westen der USA. Östlichster Punkt unserer Route: Moab. Einen Tag auf dem Bike gönne ich mir, den Slickrock-Trail mit dem Leihbike.

Nach dem Frühstück auf unserer außerhalb gelegenen Ranch starte ich auf dem Bike, habe am Trailhead die ersten Höhenmeter schon hinter mir. Auf dem Practice Loop treffe ich Brad, wir beenden die Runde gemeinsam und starten dann auf den eigentlichen Trail. Der Grip ist faszinierend, und die Ausblicke in das Tal des Colorado River ebenfalls. Die Sonne brennt, kein bisschen Schatten. Die letzte halbe Stunde sind die Flaschen leer, länger sind mir noch keine 20km vorgekommen. Im Ort versorge ich mich mit Getränken und fahre noch einige Kilometer die Kane Creek Road aufwärts. Am späten Nachmittag holt mich Gina wieder vom Radverleih ab, stechende Kopfschmerzen zeigen mir, dass ich die Sonne und die dann doch insgesamt 70km unterschätzt habe. Um 20:00 liege ich im Bett und bin aber zum Glück am nächsten Morgen wieder fit.

Slickrock

Slickrock

Trailhead

Trailhead

Slickrock mit dem Colorado im Hintergrund

Slickrock mit dem Colorado im Hintergrund

Brad

Brad

 

Rückfahrt am Lions Back vorbei

Rückfahrt am Lions Back vorbei

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Geschrieben: 2014-02-16

Langstrecke: Premiere 2010

Kurzbericht Daytrip Stuttgart Dierdorf

Einmal mit dem Rad von Stuttgart nach Dierdorf zu meinem Vater. Morgens früh los und so lange fahren, bis ich da bin. Ob ich das schaffen kann, war ich mir nicht sicher, mit 280km laut Routenplaner sind es einige mehr, als ich zu Zeiten des Studiums beim Alb Extrem geschafft habe. Und dieses mal ohne Windschatten.

Freitag, 25.6.2010, 4:00Uhr Wecker, Frühstück. 4:45Uhr auf dem Rad.

Hirn an alle: „Auf geht’s, locker los, Ziel heisst durchkommen!“

Mit Licht in lockerem Tempo die bekannte Strecke über Leonberg und Weissach bis Mühlacker. Über Bretten nach Bruchsal und auf B3 weiter nach Wiesloch. Um 9:05Uhr bei km 96 zweites Frühstück und einen Cappucino. Motivation gut, Beine spüre ich, aber es läuft gut.

Hirn an alle: „Super, schon 1/3 hinter uns!“

Weiter auf der B3 Richtung Heidelberg. Von HD bis vor Heppenheim viele Ampeln und Kreuzungen, kosten Kraft und Zeit. Beine werden schlapp. Aber es ist eben und läuft ohne große Anstrengung.

Linkes Bein heimlich an Rechtes (über direkten Kommunikationsweg kurz oberhalb des Schrittes): „Kein Bock mehr, wieso sollen wir denn so drücken? Muskeln tun weh!“

Bei Bensheim links weg. In Büttelborn Wasser auffüllen, und dann Mittagspause. 15:05Uhr Start nach gutem Essen. Beine haben sich nur wenig erholt.

Rechtes Bein an Linkes: „Auch kein Bock mehr, können wir nicht morgen weiter?“

Weiter bis Mainz. Km200, 15:30Uhr. Bisher weniger HM (1130) als laut Navi, also Route über den Taunus statt der Rheinschiene. Durch Wiesbaden aufwärts, und dann auf die B417. 2-spurig, viel Verkehr, rücksichtsloses Überholen. Masochismus?

Linkes Bein an Rechtes: „Scheiß Berg! Scheiß Verkehr! Ich will  nicht mehr!“

Hirn (liegt beim Mann ja angeblich in der Nähe besagten Kommunikationsweges, Hirn hat heimlich mitgehört) an Beine: „Schnauze, weitertreten. Oben sehen wir weiter.“

Nach höchstem Punkt an der „Platte“ (500m) abwärts, aber weiterhin viel Verkehr. Geplante Route bleibt bis Limburg auf der 417, wenig verlockend. Deshalb suche ich Alternativroute. Zweige links nach Orlen ab, dort (1650HM) Kaffee und Kuchen in Bäckerei. Weiter um 17:30Uhr Richtung Aartalradweg, zuerst durch tolles Tal abwärts. Läuft wieder super.

Beine an Hirn: „Kuchen war lecker, haben wieder richtig Dampf!“

Aartal abwärts bis Dietz. 19:00Uhr. 1750HM. Dann in den Westerwald hoch. An Montabaur vorbei. Bergauf und –ab durch den Westerwald. 20:00Uhr, 270km, 2060HM. Erste bekannte Ortsschilder. In Selters 20:50Uhr, 285km. Noch 7km diretissima!

Hirn an alle: „Lass uns die 300 vollmachen, wir brauchen noch ein paar Kilometer Umweg.“

Alle an Hirn: „Ja, 300, 300, 300, …“

Über Marienhausen (5km von hier sitzt der Importeur meines Müsing), Maroth, Elgert auf Nostalgietrip nach Dierdorf: Mein erster Biketrail, Kindergeburtstag mit Fahrradparcours am Wasserwerk (nur ein Esel war doppelt so schnell durch den Parcours wie ich), Franks Gabelbruch und den alten Schulweg. 21:45, nach 302km, 2400HM und 13h20 Fahrzeit biege ich zu Hause ein, mein Vater sitzt auf einem Hocker auf der Straße und wartet auf das Zielfoto. Siegerurkunde hat er auch schon vorbereitet J Danke! Wir sitzen noch bis nach Mitternacht, essen Nudeln und schwätzen. Fühle mich erstaunlich gut, Beine, Hintern, Knie und Kopf, alle haben durchgehalten.

Hirn an Alle: „Danke, super Leistung, könnt Ihr stolz drauf sein!“

Bin ich auch.

 

Zieleinfahrt

Zieleinfahrt

 

Ankunft in Dierdorf

Ankunft in Dierdorf

 

Mein Fuhrpark: reCYCLE III

Eigentlich leistet mein reCYCLE I als Stadtrad gute Dienste. Doch schon auf der Fahrt in die Stadtmitte komme ich mit der 1×8 Schaltung an Grenzen. Bergab fehlt mir die 150er Trittfrequenz, und bergauf die Kraft. So bleibt das Serotta im Einsatz, doch mit seinem Ableben und dem Müsing als Ersatz wird mir das Risiko, das neue Müsing in der Stadt “zu verlieren” zu groß.

Viele Teile habe ich ja, und auf Ebay finde ich einen günstigen Rahmen als Basis eines langstreckentauglichen Stadtrades = reCYCLE III.  Mit Dreifach-Kurbel und Gepäckträger wird es sogar tourentauglich. Und später mit einer Magura HS11 (und kurzzeitig einer Rohloff Nabe) sogar richtig wertvoll. Und der altgediente Flite schreckt eventuelle Langfinger ab.

reCYCLE III

reCYCLE III

Altgedient

Altgedient

Geschrieben: 2014-01-23, genaues Aufbau-Datum nicht mehr nachvollziehbar.

Mein Fuhrpark: reCYCLE II

Nachdem ich mein altes Stadtrad nach Diebstahl durch reCYCLE I ersetzt habe, bekommt mein Bruder ein mit gleicher Methode aufgebautes Rad zum Geburtstag, nachdem ihm SEIN Stadtrad gestohlen wurde. Man beachte die Kurbeln in British Racing Green mit Kettenschutz (da ist sogar noch Platz für 52er Kettenblätter!) und das Einkaufskörbchen am Lenker!

reCYCLE II

reCYCLE II

Geschrieben: 2014-01-23

Mein Fuhrpark: Roadbike Müsing OffRoad X-Lite

Mit dem Ausmustern meines Serotta fehlt mir ein zuverlässiges Rad für Touren, als Zweitrad oder die Straße. Trekkingbike? Rennrad? Randonneur? Oder ein Crosser? Letztlich entscheide ich mich, wieder ein Mountainbike mit schmalen Reifen und entsprechender Ausstattung aufzubauen, das im Falle eines Falles (Rahmenbruch z.B.) auch mal mit Stollenreifen ins Gelände kann. Wäre ja nicht das erste Mal.

Mit dem Müsing OffRoad X-Lite finde ich einen schön gemachten, leichten und bezahlbaren Rahmen (dessen Vertrieb zudem noch wenige Kilometer vom Ort sitzt, in dem ich aufgewachsen bin). Alt-Teile und einiges an neuen leichten Komponenten finden den Weg ans Bike. Nach und nach ersetze ich die alten Teile (die an mein Stadtrad wandern) durch leichtere: von Axel bekomme ich eine starre Ritchey Carbon-Gabel als Ersatz für die doppelt so schwere Kinesis), ein 1500g LRS mit SAPIM Messerspeichen ersetzt den alten Hügi LRS, dazu diverser Kleinkram. Der Leichtbau-Wahn endet erst, als ich mit deutlich unter 7kg in Rennradbereiche vorstoße. Und das wird dann mit der Zeit auch der Haupt-Einsatzzweck des Müsing, nachdem mein Stadtrad parallel in Qualitätsbereiche vorstößt, dass ich es auch bedenkenlos also Tourenrad einsetzen kann und nicht auf die Nähe zu Bahnstationen angewiesen bin um den Heimweg sicherzustellen.

Müsing

Müsing

Geschrieben: 2014-01-23

 

Mein Fuhrpark: MTB #5 Liteville 301 Mk1

Rahmenbrüche sind doof. Nicht nur, weil das Rad nicht mehr tut. Sondern weil sie dich unter unter Zeitdruck setzen, ein Neues zu besorgen! So ziehe ich nach dem Kollaps meines Hot Chili Stollenreifen auf mein Serotta und fahre wieder ungefedert durch Stuttgarts Wälder, wie in den Anfangstagen. Und zwar so lange, bis ich mich entschieden habe.

Deswegen wälze ich Kataloge, fahre Probe, erstelle Excel-Listen mit Kosten, Gewicht und Bewertungen, schlafe schlecht und wenig, bis die Entscheidung da ist. ;-)=

Das Liteville 301 hat es mir nach positiven Tests, Berichten von Freunden und einer Probefahrt angetan. Cleane und unspektakuläre Optik, leicht und steif, tolle Federung und für die Maschinenbauer sauber konstruiert und verarbeitet. Geradlinige Kraftflüsse, breite Lagerabstützung, große Rohrdurchmesser, Heli-Coils, einfach alles gut durchdacht. Komplettiert mit einer RS Revelation, Magura Louise FR und DT-Laufradsatz von Whizz-Wheels solide Technik, die mich die nächsten Jahre hoffentlich problemlos begleitet.

Werkstatt im Rohbau, Liteville fertig.

Werkstatt im Rohbau, Liteville fertig.

Geschrieben: 2014-01-23

Mein Fuhrpark: Handbike

Radfahren ist ja eine etwas einseitige Sportart. Manche gehen als Ausgleich in die Muckibude. Bei meiner Abneigung gegen Sporthallen (ein Überbleibsel aus der Schulzeit) keine Alternative. So entstehen aber auch manchmal merkwürdige Ideen: Ein Handbike als Trainingsgerät für den Oberkörper. Draußen sein, sich bewegen (nicht nur den Körper, sondern auch vom Fleck), so war der Gedanke.

Ein gebrauchtes Handbike vom holländischen Liegeradspezialisten M5 (unkonventionell: 2 Räder mit Achsschenkellenkung vorne, ein angetriebenes Rad hinten) kommt ins Haus, erfährt ein paar kleinere Modifikationen, wird aber letztlich so selten bewegt, dass ich es ein paar Jahre später wieder verkaufe. Und nach dem Ausgleichssport suche ich noch immer…

M5 Handbike

M5 Handbike

Geschrieben: 2014-01-29

 

Mein Fuhrpark: reCYCLE I

Nach dem Diebstahl meines als Stadtrad degradierten Hercules (2002 oder 2003?) fehlt mir eigentlich ein Rad, dass ich in Stuttgart auch mal stehen lassen kann, ohne größeren finanziellen Schaden bei Entwendung befürchten zu müssen. Und Sperrmüll sei Dank, stolpere ich über Reste eines Rades, Rahmen und Gabel sehen gut aus, die arg ramponierte Lackierung in den amerikanischen Farben inkl. Sterne wird per Spraydose überlackiert. komplettiert mit alten Teilen ist es ein spottbilliger fahrbarer Untersatz für den Weg zum Bäcker und zum Einkaufen, dank 1-fach Kettenblatt aber in Stuttgart denkbar ungeeignet für mehr. reCYCLE I ist geboren, und meine Alt-Teile-Kiste etwas leerer.

reCYCLE I

reCYCLE I

Geschrieben: 2014-01-23

Unser Fuhrpark: Tandem KHS Tandemania AL

An die erste gemeinsame Radtour mit Gina erinnere ich mich nur ungern, fast hätte Sie unsere junge Beziehung beendet. Doch zum Glück ist Radfahren nicht alles, und so gingen wir radfahrmäßig noch eine Weile getrennter Wege. Um auch auf dem Rad gemeinsam Zeit verbringen zu können, gab es zur Hochzeit nur einen Wunsch: Ein Tandem. Bis die Kinder auf eigenen Rädern unterwegs waren, haben wir damit einige Ein- und Mehrtagestouren unternommen und waren mit den Kindern im Hänger unterwegs. Seit die Kinder selbst fahren und Gina ein “vernünftiges” Rad hat, kommt das Tandem nicht mehr so häufig zum Einsatz, ist aber immer noch UNSER Rad.

KHS Tandem

KHS Tandem

Ein 26″ KHS mit Alu-Rahmen, wildem Mix aus XT, LX und nachgerüsteten Magura HS Bremsen in voller Tourenausstattung.

Geschrieben: 2014-01-29

Mein Fuhrpark: MTB #4 Hot Chili X-Rage

Hot Chili

Den Sinn eines Hardtails habe ich nie richtig eingesehen. Die Gabel federt weich über das Hindernis und dann haut es Dir doppelt einen ins Kreuz. Aber ein Fully? Macht Sinn. Und nach einer Probefahrt mit einem Scott war ich begeistert von der Traktion auf unebenem Untergrund bergauf. Und auch vom Speed bergab, was einer meiner Mitfahrer beim Versuch mir zu folgen mit einem gebrochenen Schlüsselbein bezahlt hat. Weitere Probefahrten folgen. Cannondale: zu breiter Hinterbau. Trek Y: tolle Optik, aber Antriebsschwinge performt nicht richtig. Und dann kommt die WM 1995 in Kirchzarten. Markus Klausmann auf Hot Chili. Wir an der Strecke. Das war es.

Anfänglich mit einer Judy DH mit Eibach-Stahlfedern, den bewährten Magura-Raceline Bremsen und Hügi-Naben aufgebaut. Nach einem Rahmenbruch kurz vor unserer Tour ins Jura 1999 (http://blog.vielevisels.de/?p=589) mit neuem Hinterbau, irgendwann auch mit neuer Marzzocchi-Gabel begleitet mich das Rad bis zu einem zweiten Rahmenbruch im April 2006 auf fast 25.000km auf vielen Touren mit unserem MTB Club. Seitdem hängt es neben dem Serotta an der Werkstatt-Decke.

Hot Chili, nicht mehr neu

Hot Chili, nicht mehr neu

 
Hot Chili Rahmenbruch
Rahmenbruch

Rahmenbruch

Geschrieben: 2014-01-23

Eurobike 1993: Der erste DIMB Stand

1992 wurde die DIMB gegründet, und schon relativ schnell waren auch wir Stuttgarter mit von der Partie. Ein besseres Miteinander zwischen Radfahrern und Wandern, ein positives Image der Biker durch entsprechendes Verhalten war uns ein Anliegen. So waren wir 1993 auf der Eurobike mit einem Stand vertreten. Improvisiert, aber engagiert. Etwas abgelegen war die Lage unseres Standes, aber wenn 10 Meter neben uns Hans Jörg Rey seine Trial Show abgezogen hat, war die Hölle los.

Aufbau

Aufbau

In Aktion

In Aktion

Geschrieben: 2014-01-27

10. Alb Extrem 1993, mein erstes.

In fremden Revieren wildern gehört eigentlich nicht zu meinen Spezialitäten. Doch nach einigen Jahren Biken in Stuttgart und immer länger werdenden Touren kommt Roli auf die Idee, das Alb Extrem mit zu fahren. Eine Straßen-RTF mit Strecken bis 300km und über 4000HM. Zum 10-jährigen Jubiläum melden wir uns an, neben mir ist noch Jochen mit von der Partie. Anreise am Vorabend, Zelte und unsere Bikes (mit schmalen Slicks, aber doch Exoten im Feld der hochgezüchteten Straßen-Renner) im Auto. Früh morgens geht es los, ein tolles Gefühl, mit tausenden genauso verrückten Radlern gemeinsam auf Tour zu gehen. Wie ein Lindwurm (oder die Lemminge?) zieht sich das Feld die erste Steigung hinauf. Zu fünft nebeneinander, Gegenverkehr gibt es um die Uhrzeit nicht. Kurz nach dem Start dann die böse Überraschung: Regen. Es ist zwar Juni, trotzdem ist es morgens frisch und die Nässe kriecht überall hin. Mit der Zeit werden die Finger so kalt, dass ich zum Schalten den ganzen Hebel mit der Faust umfassen muss. Angesichts der Bedingungen entschließe ich mich für die “kleine” Runde mit 170km, und bin froh und stolz, kurz nach Mittag im Ziel zu sein. Bisher meine längste Tour, und günstig zudem: Die zwei Trinkflaschen bringe ich fast voll wieder heim. Die ständige Zufuhr von Regenwasser ersetzt wohl das Apfelschorle. Und im vom Reifen mit hochgeschleuderten Straßenschmutz scheinen genug Mineralien zu sein, um die Muskeln am Laufen zu halten. ;-)=

10. Alb Extrem 1993

10. Alb Extrem 1993, im Ziel

Geschrieben: 2014-01-29

Kurztrip Gardasee 1993

MTB Club Stuttgart am Gardasee.

Tagestouren rund um Stuttgart sind toll, aber manchmal steht einem der Sinn nach etwas Besonderem. Zum Beispiel ein verlängertes Wochenende an den Gardasee. Tremalzo und Altissimo stehen auf dem Plan, dazu eine Tour ins Arco-Tal und für die Studenten (Roli und mich) noch eine Tour oberhalb von Limone. Spaß hatten wir auf jeden Fall!

Flickpause vor Vesio

Flickpause vor Vesio

Zwischenstop zum Altissimo

Zwischenstop am M. Varagna

Abfahrt vom Altissimo

Abfahrt vom Altissimo

Bei Limone

Bei Limone

Mein Fuhrpark: MTB #3 Serotta T-Max

Serotta T-Max

Am Hercules hatte ich nicht lange Freude, das extrem flach abfallende Oberrohr und eine Sattelstütze mit wohl zu knapper Überdeckung führte zu einem Riss im Bereich der Klemmung. Zwar habe ich den Rahmen auf Kulanz ersetzt bekommen, um aber mobil zu bleiben musste schnell ein neues Rad her. Mit weiter steigenden Ansprüchen und Kilometerleistungen habe ich zwei Tage lang sämtliche Stuttgarter Händler abgegrast, bis mich ein knallgrünes Serotta T-Max infiziert hat.

Ein Rahmen aus Columbus Max Rohren mit hochovalen Kettenstreben und tollen feinen Schweißnähten. Superwendige Geometrie, der mit 150mm 0° Vorbau ein bisschen Laufruhe und die damals notwendige sportlich liegende Sitzposition verpasst wurde. Der Custom-Aufbau wurde im Laufe der Zeit immer wieder modifiziert. Knallgelbe Magura HS Raceline als Kontrast zum grünen Rahmen (mit gelb schwarzer Beschriftung) ersetzen die XT-Cantis. Start für die Non-Shimano-Phase. Dann Sachs Quartz Schaltwerk und abschmierbare Suntour XCPro Naben. Irgendwann dann zugunsten der Bodenfreiheit (und zu Lasten des Highspeed, ab 40km/h muss es die Schwerkraft richten) ein 2-fach Kettenblatt mit 20/37 Zähnen (Tamer Triple und TA-Kettenblatt). Lange bevor die ersten Rapidfire-Hebel rauskamen, wandern die XT-Daumenschalthebel unter den Lenker (Schaltwerk mit linkem Daumen, Umwerfer mit rechtem). Der schmale Bontrager-Sattel wird irgendwann durch einen Flite Transalp ersetzt, und ist jetzt (2014) immer noch auf meinem Stadtrad unterwegs.

Bis 1996 begleitet mich das Rad auf vielen Touren, dann kommt im Mai der nächste Technologiesprung und ein neues Bike. Das Serotta fährt noch einige Jahre als Straßenrad mit Slicks, bis es 2007 mit Durchrostungen am Sitzrohr (Alustütze in Stahlrahmen plus Wasser –> Kontaktkorrosion) und insgesamt 14.000km ausgemustert wird. Jetzt hängt es in der Werkstatt unter der Decke und erinnert an viele tolle Erlebnisse.

Serotta neu

Serotta neu

 Geschrieben: 2014-01-22